Taufe des Herrn

07.01.2018         Mk 1,7-11          Die Taufe erneuern, indem wir Gottes Verheißungen annehmen

Wir erneuern heute unsere Taufe, indem wir das Taufversprechen erneuern. Bei euch Kommunionkinder haben es Eure Eltern und Paten für euch gegeben, jetzt wollen wir es mit den Erwachsenen gemeinsam erneuern.

Zuerst antworten wir auf die Frage: Widersagt Ihr dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben? Wir widersagen!

Das ist leicht gesagt, aber bekanntlich im Alltag oft gar nicht so leicht. Einer sagt dir ein böses Wort …..und wir reagieren….Wir begegnen ständig Versuchungen zum Bösen: das kann die Versuchung zur Trägheit sein, die Versuchung, nach Enttäuschungen aufzugeben. Auch Angst kann eine Versuchung sein. Auch Verbitterung. Alles menschlich verständlich, aber wir geben dem Bösen Raum. Wir schaden uns damit leicht selbst. Die Bilder der Bibel für das Böse und den Bösen sind äußerst aktuell: der Durcheinander-Werfer – der Räuber und Zerstörer – der Ankläger – der Vater der Lüge. Die Bibel spricht von einem stummen Geist, von einem unreinen Geist, die uns fesseln können. Widersagen ist die Kunst, Nein sagen zu können. Spirituell hilft es, sich im Namen und der Kraft Jesu wirklich loszusagen von Negativem, das man in sich wahrnimmt.

Positiv drücken wir dann unseren Glauben aus: Glaubst du an Gott, an Jesus, den Heiligen Geist? Die Antwort „Ich glaube“ bedeutet „Ich vertraue“, „Ich vertraue mich an“. Darin steckt auch „Ich gelobe“ im Sinne von „Ich verspreche und ich bekenne“. Sehr pointiert drückt es das lateinische Credo aus: es kommt von cor do: Ich gebe mein Herz.  Vom Wort Credo kommt auch unser Kredit: ja, es hat was, Gott einen Kredit zu geben, einen Vertrauensvorschuss.

So wie ich täglich widerholt dem Bösen widersagen muss, weil es ja ständig Gelegenheiten dazu gibt, so gilt es auch, immer wieder zu Gott und dem Glauben umzukehren. Jesus in den Herausforderungen des Alltags immer wieder zu sagen: Ich vertraue Dir.  Es ist ein Unterschied, ob ich gläubig bin oder glaubend durch den Alltag gehe. Unser Fehler ist oft, dass wir den Glauben zu statisch sehen anstatt dynamisch mit dem Wirken Gottes  zu rechnen. Ja Gott wirklich zu suchen und Ihn zu fragen in den Herausforderungen des Alltags.

In einem Lied heißt es so provozierend schön: selbst wenn Du nicht an Gott glaubst, Gott glaubt an dich!  Ja, Gott schenkt uns einen Kredit, Er ist mit uns Menschen ein Risiko eingegangen. Gehen wir auf diesen „deal“ ein. Es geht natürlich um mehr al einen deal, es geht um Liebe, um die Liebe. Gott ist die Liebe. Die Taufe ist der Einstieg in den Taufbund, das 1. Sakrament, was unser Verhältnis  zu Gott ausdrückt. Wir sind eingeladen, mit Gott wirklich in Beziehung zu leben, in Freundschaft, in Partnerschaft – ja die Bibel vergleicht es sogar mit dem Ehebund. Ja, und Gott macht uns Versprechungen, Zusagen: die Bibel enthält Tausende von Verheißungen. Es liegt an uns, sie zu entdecken und auszuprobieren. Und diese Verheißungen sind partnerschaftlich aufgebaut, wie ein Vertrag: es gibt etwas was ich tun muss – was Gott nie für mich tun wird, und es gibt etwas, was Gott tut, was wir auch gar nicht selber können. Dies tiefer zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten, kann unser ganzes Leben verändern und bereichern. Dann werden auch wir den Himmel offener erleben – und wir tauchen (taufen kommt von tauchen) immer mehr ein in die geistige Welt von Feuer und Geist. 

Nehmen wir eine kurze Verheißung: „Die Freude an Gott ist unsere Kraft.“ Leider haben viele ein fatalistisches Gottesbild und denken: Klar Gott kann mir Kraft geben…Wenn Er denn will. Das steht da aber nicht….und darum erleben viele es auch nicht. Nein, indem wir uns an Gott freuen – das ist unser Part – setzen wir die Kraft Gottes frei!  In Psalm 37,4 heißt es ganz ähnlich: „Freu dich inniglich an Gott, dann gibt Er Dir, was Dein Herz begehrt.“ Eine phantastische Verheißung.  Gott gibt uns nicht einfach, was unser Herz begehrt. Viele unserer Bitten werden nicht erhört, zumindest nicht so, wie wir wollen. Doch indem wir uns inniglich an Gott freuen, lassen wir uns tiefer auf Ihn ein, schauen, was Ihm gefällt: dabei verwandelt und erweitert sich unser Herz mit all seinem Begehren auch in Gottes Wünsche und Begehren und wird von Gott erfüllt. Und Gott ist so großartig, dass wir voll beschenkt werden.

Dieses Prinzip steckt auch hinter einer zentralen Verheißung Jesu: „Suchet zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit, dann wird Euch alles andere dazu gegeben“ (Mt 6,33). Wie oft ertappe ich mich, wie ich mein Reich und meine Gerechtigkeit suche, auch in meinen Bitten an Gott. Doch indem ich die Priorität praktiziere: Gott zuerst, setze ich das Wirken Gottes frei!   Und werde selber auch beschenkt. Denn wer gibt, empfängt! Auch eine klare Verheißung.

Unser Leben in dieser Verbindung zu gestalten, öffnet den Himmel. Gott verheißt in der Bibel nirgendwo, dass es keine Probleme und Schwierigkeiten gibt, sondern Er verheißt, dass Du in Ihm immer einen Ausweg findest. Nutzen wir das Neue Jahr, indem wir jeden Tag eine neue Verheißung in der Bibel entdecken und freisetzen. Dafür hat Gott sie uns ja gegeben, dass wir diese App anwenden. Das wird zu einem großen Segen für ganz viele.

 

Dreikönig 2018

06.01.2018 Mt 2,1-12       Schenken und beschenkt werden mit Gold-Weihrauch und Myrrhe

Biblische Erzählungen sind immer voller Lebens-Symbolik. Die Schätze der 3 Weisen sind kostbare Gaben, von denen wir alle leben. Gold steht für das, was mir am Kostbarsten ist: Zeit, mein eigenen Leben usw. Wenn wir heute den Neujahrsempfang feiern mit dem Dank für allen Einsatz in Christophorus, dann wissen wir: unsere Gemeinde und alle Projekte leben auch von Geld – ja wir brauchen aktuell für Pallotti-Mobil und Projekt Zukunft wirklich frisches – ja wir leben von der Zeit und dem persönlichen Herzblut, das Menschen hier einbringen. Weihrauch steht für Wohlgeruch: er steigt auf. Die Bibel kennt das Bild, dass unser Gotteslob wie Weihrauch aufsteigt. In der Tat wissen wir, wo etwas stinkt oder die Luft stickig wird. Doch dort, wo gebetet wird, dort, wo wir uns auch gegenseitig anerkennen, danken und loben ist es wie ein Wohlgeruch. Myrrhe ist ein Harz, das man auch zum Weihrauch benutzen kann, aber als Salbe auch desinfizierend. Es ist zunächst bitter, unser Wort murren kommt daher. Bildlich gesprochen steht es also für etwas, wo ich mich zunächst überwinden muss, um im 2. Schritt die positive Wirkung zu erleben. Schade, wieviele nach dem 1. Schritt aufgeben…Mit Myrrhe hat man früher auch Tote einbalsamiert: auch wir wollen die Verstorbenen des letzten Jahres ehren, im Vertrauen, dass die Liebe stärker ist als der tod. Und Gott ist die Liebe.

Der Clou ist ja, dass Gott uns diese Schätze alle selber gibt. Gold – Gott schenkt uns sein Kostbarstes, Jesus, seinen Sohn. Weihrauch – Gott will uns ehren, denn Gott liebt uns. Das zu glauben , fällt vielen so schwer. Es ist oft leichter, einen abstrakten Glaubenssatz zu glauben als dass Gott sich persönlich wohlwollend für mich interessiert. Jesus sagt einmal: „Warum sucht ihr die Ehre bei Menschen und nicht bei Gott?“ Ehre suchen: wir wissen, wie in unserer Welt Status-Symbole eine Rolle spielen, Marken-Klamotten, Smartphones usw. Gibt es einen besseren Status als Kind Gottes? Gibt es eine bessere Marke als Freund*in Gottes? Ggibt es eine bessere Kommunikation als mit dem Vermittler schlechthin, dem Hl. Geist? Ja und Myrrhe als Salbe steht in der Bildersprache der Bibel immer auch für den Hl. Geist. Ohne dieses Öl, diese Salbung läuft vieles gar nicht…

Darum nehmen wir diese Schätze Gottes an…und schenken wir sie weiter: es wird wirklich ein Wohlgeruch aufsteigen. Der scheinheilige König Herodes mit seinem Kindermord aus Konkurrenz-Angst steht für die Welt, wie sie leider auch sein kann. Die 3 Weisen, die mit der Sehnsucht ihres Herzens dem Stern (dem Licht in der Finsternis!)   folgen und auf ihre innere Stimme mehr hören als auf den machtgierigen König stehen für unseren Glaubensweg: Gott, das Licht suchen, indem wir immer neu aufbrechen, uns auf den Weg machen. Und im Schenken unserer Schätze entdecken, wie sehr wir selber beschenkt werden.

 

Heilige Nacht 2017

24.12.2017                          Lk 2,1-14                         

Der Predigtsplitter ist dem Impuls für unsere Hauskirchen entnommen.

Gott will mit uns Menschen Heilsgeschichte schreiben. Das drückt das Weihnachts-Evangelium massiv aus. In der Welt gibt es viel Un-Heil. Kaiser Augustus war der römische Besatzer. Steuerlisten für ihn heißt: Ausbeutung Israels. Die Geschichte der Herbergs-Suche ist eine Geschichte von Menschen auf der Straße, die kein Obdach finden und deswegen im Stall wohnen müssen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Mt 2,13-21 erzählt die Flucht- und Asylgeschichte von Maria, Joseph und Jesus nach Ägypten. Wir dürfen die Weihnachtsgeschichte und unseren Glauben nicht ent-politisieren und vom konkreten Lebenskontext trennen. Die oft verbreiteten romantischen Weihnachtsvorstellungen von heiler Welt und Idylle entsprechen nicht der Wirklichkeit und auch nicht der biblischen Offenbarung. Gott sucht Menschen wie Maria und Joseph, durch die Er durch alle Widerstände und Probleme hindurch Heils-Geschichte schreiben kann. Von Maria können wir die Hingabe an Gott lernen: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1,38). So können wir es auch immer wieder Gott sagen: „Ich bin Dein Freund, Ich bin Deine Jüngerin…Dein Wort wirke in mir…“ Von Maria können wir beten lernen: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“ (Lk 1,46f). Und Maria betet politisch und sehr sozial: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt Er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen“ (Lk 1, 52f). Genau diese Erhöhung der Niedrigen wird im Weihnachtsevangelium beschrieben: Die Erstoffenbarung geht an die Hirten, nicht an Mächtige oder Theologen.

Von Joseph können wir lernen, auf unsere Träume und innere Stimme zu achten und ihr zu folgen. Wenn Joseph nicht der Stimme Gottes gefolgt wäre, wäre er wohl ein einsamer Zimmermann in Nazareth geworden. So hat er das Leben von Maria und Jesus beschützt, bei der Herbergssuche und vor allem auch in der Fluchtgeschichte nach Ägypten.

Der letzte Vers ist ein Glaubensbekenntnis: Ehre sei Gott in der Höhe! Dass wir immer wieder Gott loben und danken, Ihm singen und spielen, jauchzen und tanzen! Und diesem Bekenntnis folgt eine Verheißung, eine Zusage: „Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“. Wenn wir Gott ehren, dann treten wir in Sein Wohlgefallen ein, in Seine Gnade: dann erleben wir trotz schwieriger Umstände inneren Frieden. Das bezeugen ganz viele Menschen, die mit Gott unterwegs sind. Dann werden wir immer neu zu Menschen verwandelt, die Frieden stiften können. Im Kleinen wie im Großen. Dann geschieht an uns und durch uns Heilsgeschichte.

Impulsfragen                                                                                                                                                                             

1) Wo und wie spüren wir die „Berufung“, dass Gott mit uns heute Heilsgeschichte schreiben will?
2) Welche Möglichkeiten sehen wir, dass diese Berufung wachsen kann

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Bist Du ein Johannes- oder ein Jesus-Jünger?

10.12.2017                          Mk 1,1-8   

Johannes der Täufer ist der Weg-Bereiter Jesu. Eine faszinierende Gestalt, die in der Wüste lebt, um Gott tiefer zu entdecken. Bekleidet mit Kamelhaaren, ernährt mit wildem Honig und Heuschrecken. Er fand seine Berufung darin, an den Jordan zu ziehen und die Menschen zur Umkehr aufzurufen. Seine Botschaft konkret: „Wer 2 Mäntel hat, gebe einen den, der keinen hat.“ [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Damit wären auch heute alle materiellen Probleme gelöst, wenn geteilt würde. An die Soldaten: „Misshandelt niemand!“ Auch heute werden auf der Welt massenhalft Menschen Opfer von Gewalt.

Aber Johannes bekennt auch, dass er nur mit Wasser tauft. Jesus wird mit Feuer und Heiligem Geist taufen! Sind wir das wirklich?! Bzw. leben wir diese Taufe?!

Am Ende seines Lebens im Gefängnis bekommt Johannes Zweifel – sympathisch wie menschlich unsere Bibel auch große Gestalten beschreibt. Er lässt seine Jünger (Johannes hatte Jünger) Jesus fragen, ob Er wirklich der Messias sei. Jesus antwortet: „Berichtet, was Ihr seht: Blinde sehen, Lahme gehen…und den Armen wird das Evangelium verkündet“. Damit zitiert Jesus nicht nur den Propheten Jesaja über die messianische Zeit, sondern Er demonstriert, dass dies jetzt geschieht. Zeichen und Wunder, Heilungen und Befreiungen.

Jesus sagt über Johannes, er sei der größte der Menschen, aber der Kleinste im Himmelreich. Jahrzehntelang habe ich diese Stelle nicht verstanden. Eine gelesene Deutung überzeugt mich. Mit Himmelreich ist immer das Reich Gottes gemeint, das jetzt schon beginnt, also nicht erst im Himmel. eilungen und Befreiungen.HHH

 Himmel-Reich-Menschen sind Menschen, die wirklich mit göttlichem Feuer und Geist leben. Von Johannes wird kein Wunder berichtet, keine Heilung. Als Paulus einmal auf seinen Missionsreisen Johannes-Jünger trifft, wussten die gar nicht, dass es einen Heiligen Geist gibt. Paulus taufte sie, der Heilige Geist kam auf sie herab und sie fingen an in Zungen zu reden und zu weissagen (Apg 19,1-7).

Manchmal habe ich den Eindruck, wir Christen sind heute auch oft eher wie Johannes-Jünger: Wir predigen Moral, rufen Menschen zur Umkehr und feiern religiöse Riten ohne tiefere Auswirkungen.

Wie beschreibt Paulus einen Gottesdienst? Ungemein vielseitig (1 Kor 14,26-33), keineswegs priesterzentriert: jeder trägt etwas bei: eine Person einen Psalm, eine andere eine Lehre. Dann wird es wirklich „wunderbar“: eine Offenbarung. Wenn jemand in Zungen redet, soll es auch jemand auslegen. Auch 2 oder 3 Propheten sollen zu Wort kommen. Und dann, völlig frei, völlig demokratisch im Grunde: „die anderen sollen urteilen“ – jede Absage an spirituellen Machtmissbrauch und Guru-Wesen!

Wenn wir ehrlich sind, sind wir –ich auch- damit doch irgendwie überfordert. Aber ich durfte schon wiederholt gelungene Beispiele solcher Gottesdienste erleben, allerdings auch sehr misslungene.

Wie kommen wir zu mehr Geist und Feuer? Es geht darum, dass wir mehr aufgebaut und ermuntert werden. Dass wir stärker werden, wie Johannes bekennt: Jesus ist stärker als ich.  Und Gaben Gottes werden uns geschenkt, nicht damit wir groß dastehen, sondern damit sie anderen nutzen, z.B. Rat Suchenden, Kranken,  Leidenden.

Im Grunde haben wir ja durch Taufe und Firmung den Geist Gottes übermittelt bekommen und empfangen Ihn neu mit jeder Kommunion. In der Computersprache: es liegt an uns, wirklich godline zu sein (betend!), und die mails abzurufen und das update und download zu machen. Kurz: den Heiligen Geist zu lassen. Wie beim Computer hakt es da manchmal. Vieleicht brauchen wir auch ein neueres Glaubens-Programm – und ganz wichtig, ein aktuelles Anti-Viren-Programm. Es gibt auch spirituell Viren, die stören und zerstören können. Und es geht keineswegs darum, religiöse Spinner zu werden: Gott will lebensspendende Früchte!! Der Advent als spirituelle Zeit der Umkehr und Erneuerung lädt uns dazu ein.

Ja ich träume davon, dass wir alle in Christophorus und Nord-Neukölln immer lebendigere Jesus-Jünger*innen werden, die mit Feuer und Geist unterwegs sind. Es ist ein Lern-Prozess, der uns und vielen anderen großen Segen vermitteln kann.

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Wer regiert in Deinem Herzen?

26.11.2017                          Ez 34,11-12.15-17 / Mt 25,31-46

Als die Monarchien langsam abgeschafft wurden, hat unsere Kirche dieses Fest erst 1925 eingeführt. Jesus bekennt, dass Er ein König ist. Sein Königtum sei aber nicht von dieser Welt (Joh  18,36f). Er äußert sich kritisch zu den Herrschern dieser Welt, die sich gern Wohltäter nennen, aber in Wirklichkeit oft ihre Völker unterdrücken. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ja und Er sagt tatsächlich: Nur einer ist euer Herr, Ihr alle aber seid Schwestern und Brüder…

Vielen ist gar nicht bewusst, wie autoritätskritisch unsere Bibel ist. Das liegt daran, weil die Kirche leider viele Bibelstellen gar nicht ernst nimmt und lebt, ja leider oft die Machtspiele dieser Welt selber mitspielt. Wir sollen uns z.B. gar nicht Vater nennen lassen, weil nur einer unser Vater ist…und ich heiße ja auch „Pater“. Als das Volk Israel einen König wollte, mit der ach so menschlichen Begründung, weil doch alle anderen auch einen haben, war Gott gar nicht amüsiert. Er sei doch ihr König. Und Gott warnt sie durch den Propheten Samuel: Der König wird im besten Hause wohnen und euch ausbeuten.  Im AT gibt es die ungeheuer satirische Erzählung, dass die Bäume eine König wollen, aber jeder Baum dann doch ablehnt: Warum soll ich größer sein als Ihr, über euch mit meinen Zweigen und Ästen wedeln, und Ihr euch vor mir verneigen: Ich bin lieber euer Olivenbaum, und Ihr dürft meine Oliven genießen. So reagierte jeder Baum, und in ihrer Not fragten sie dann den Dornstrauch. Der war bereit, und das tat weh (Ri 9,8-15).

Gott unser König? Die Lesung betont heute, dass Gott selber für seine Schafe sorgen wird, weil die Hirten versagen: Sie sorgen für sich selber, und nicht für die Schafe. Das kennt man auch heute leider oft.  Gott will selber die Verletzten verbinden, die Schwachen stärken usw. Viele meinen, Gott kann man nur über die Liebe anderer Menschen erfahren, aber das stimmt nicht. Gott können wir auch sehr persönlich erleben durch Seinen Geist. Wenn wir Ihn in unser Herz einladen und Er sich bei uns wohl fühlt, weil wir mit Ihm und für Ihn leben, dann können wir staunen, was dieser Tröster und Beistand an uns wirken kann. Er bringt uns inneren Frieden, Ruhe und Freude. Paulus betont: In euren Herzen herrsche, regiere (Rex heißt König, Regina Königin) der Frieden Christi. Wir wissen, dass oft ganz anderes in unserem Herzen herrscht: Unruhe, Angst, Halbherzigkeit, Gier usw. Deswegen gilt es, immer wieder umzukehren und in Jesus zu leben, damit Er in uns immer lebendiger wird. Wir brauchen immer wieder eine Herzensläuterung und Erfüllung mit Jesu Geist. Jesus in uns König sein lassen!

Phantastisch drückt das Jesus mit den konkreten Bildern vom Weltgericht im Evangelium aus: Wir begegnen Ihm im Fremden, Kranken, Obdachlosen usw. Wichtig ist, erst einmal wahrzunehmen, dass ich selber auch krank bin, auch gefangen in…(vielleicht Sorgen, Menschenfurcht, eine Sucht), und meine Seele oft auch obdachlos sein kann und ich mir selber fremd. Dann begegne ich Kranken, Fremden usw eher auf Augenhöhe. Leider beschäftigen sich viele Gemeinden oft nur mit sich selber und ihrem Programm: wenn ich Jesus wirklich begegnen will, muss ich auch kranke und Gefangene besuchen!   Unser jetziger Papst drückt das massiv aus und lebt es auch vor. Einem anderen kann ich aber nur das geben, was in  mir ist. Wenn in mir Zweifel sind, gebe ich Zweifel auch weiter. Wenn in mir Unruhe ist, gebe ich Unruhe weiter. Wenn in mir das göttliche Feuer brennt, gebe ich ganz natürlich göttliches Feuer weiter. Wenn in mir Vertrauen und Hoffnung sind, gebe ich das weiter. Wenn in mir göttliche Kraft lebendig ist, gebe ich sie weiter…und das hat gute Auswirkungen auf andere.

Darum: dies ist der Königsweg unseres christlichen Lebensstiles: Gott Gott sein lassen für uns und Jesus in unserem Herzen die Regie anvertrauen und übergeben. Immer wieder, immer mehr. 

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Impulsgedanken

12.11.2017                          Mt 25,1-13

Man kann sich an dem Text gleich reiben: wäre es nicht christlich, das Öl zu teilen? Ist es nicht unbarmherzig, die Tür verschlossen zu halten? Doch das ist nicht die Ausssageabsicht des Textes: Jesus will seine Zuhörer*innen wachrütteln – „seid wachsam“. Du kannst das Entscheidende verpassen. Es kann zu spät sein. Dabei bist Du zu einer Hochzeit eingeladen! [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

In der Bildersprache der Bibel wird das Verhältnis Gottes zu uns Menschen immer wieder als Hochzeit umschrieben. Die Mystiker*innen erlebten es auch als innere Vereinigung mit Gott. Jesus nennt sich selber wiederholt den Bräutigam. Der Himmel wird als ewiges Hochzeitsmahl dargestellt. Diese Bilder können für uns sehr heilsam und weiterführend sein: Gott ist die Liebe, die Liebe in Person. Gott will die innigliche Vereinigung mit Dir und mir. Ich spür das oft, wie Gott mir sagen will: Ich will mit Dir in erster Linie ein Liebesverhältnis, erst dann ein Arbeitsverhältnis. In der Tat gehen manche Christ*innen mit Gott sehr dienstlich und funktional um. Andere sehr kühl und distanziert. Menschen, die Großes im Reiche Gottes bewirken, sprechen immer wieder von der persönlichen Beziehung mit Gott, ja sogar von Intimität bis hin zur Ekstase (z.B. die Hl. Teresa von Avila). Doch das ist gar nicht das wichtigste: das wichtigste ist, den Willen Gottes zu tun – das ist die Liebe (!) -und die beinhaltet immer einen Heils-Willen mit und für andere. In der Bildersprache der Bibel ist das Öl der Hl. Geist. In der Tat gibt es viele „törichte“ Menschen, die ohne den Hl. Geist unterwegs sind. Es ist auch ein drastisches Bild für manche Christen und Gemeinden: die Lampe haben sie zwar, aber sie brennt nicht. Beides ist wichtig, die Lampe und das Öl. Im Grunde sind wir das Gefäß, in dem Gottes Geist brennen und leuchten will. Doch leider gehen bei vielen tragischerweise die Lampen aus. Wer von uns kennt nicht selber immer wieder das Gefühl, leer und ausgebrannt zu sein. Darum gilt es, immer neu den Hl. Geist einzuladen, mich Ihm zu öffnen und anzuvertrauen. Ein weiser Mann sagte mal: „Das Problem von uns Christen ist: Wir haben zwar den Hl. Geist, aber Er hat nicht uns.“ Persönlich empfinde ich oft, wie „Sie“ (biblische Worte für den Geist Gottes sind oft feminin) mich zart fragt: „Darf ich Dich ganz haben?“ Und ich spüre meine Angst, die Kontrolle abzugeben und mich Ihr ganz hinzugeben. In unserer Bibel gibt es viele Beispiele, wie Menschen durch den Geist Gottes verwandelt werden: sie geraten in „Verzückung“ und die Geistesgaben werden Wirklichkeit wie Prophetie, Weissagung, Zeichen und Wunder und Heilungen. Die Gaben werden gegeben, damit sie anderen (!) nützen (1 Kor 12,7).Mystiker*innen sprechen von der nüchternen (!) Trunkenheit des Hl. Geistes. Augustinus sagt einmal: Ich kann nur das weiter geben, was in mir selber brennt.

Impulsfragen

1) Gott, Jesus, den Hl. Geist als Freund*in, Partner*in zu sehen: Wo spüre ich sein/ihr Klopfen, sein/ihr Werben?

2) Wir treffen auf viele ausgebrannte Menschen und fühlen uns selber oft ohnmächtig: Wo erleben wir den Hl. Geist tatsächlich als Tröster und Beistand? Wie kann dies potenziert werden? [/dropdown_box]

 

Die frohe Botschaft nicht nur mit Worten verkündigen, sondern mit Vollmacht, Heiligem Geist und voller Gewissheit

22.10.2017                           Thess 1,1-5b / Mt 22,15-21

Mission – eine Sendung haben, message – eine Botschaft haben – unser Wort Messe kommt daher. Leider gab und gibt es viele Formen von Mission, die nicht dem Geist Jesu entsprechen. Der Geist Jesu steht für Freiheit, Nächstenliebe bis zur Feindesliebe, Gerechtigkeit und Frieden. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Buddhisten und Muslime sagen oft, dass sie nicht missionieren, aber sie laden ein zu einer Meditation, einem Moscheebesuch usw. Es ist ganz natürlich, dass ich weiter erzähle, was mich berührt hat: ein neues Musikstück, ein Film, ein Buch usw.   Wer von Jesu Geist erfüllt ist, kann gar nicht anders als weiter geben und weiter schenken.

Wir können Jesus heute im Evangelium bewundern, wie er sich geschickt aus einer Falle befreit.  Ja, er hat Gegner, er hat Feinde: also brauchen wir uns nicht wundern, wenn auch wir wegen unseres Glaubens nicht nur Applaus bekommen. Die Frage nach der Steuer für den Kaiser beantwortet er originell: er lässt sich eine Münze zeigen. Damit entlarven sich die Fragesteller, dass sie ja die Steuer  zahlen. Dann spielt Jesus den Naiven: Welches Bild ist darauf? Des Kaisers? Dann gebt sie ihm zurück, sie gehört ja ihm. Als ob eine Münze dem gehört, wessen Bild darauf ist. Dann kommt der entscheidende Satz: gebt Gott, was Gott gehört!

Dieser Satz wird meist so verstanden: gebt dem Kaiser, gebt Gott. 2 Reiche. Der Jude Pinchas Lapide, der über das NT geforscht hat, betont, dass das so nicht gemeint sein kann, denn ein Jude würde immer Gott an die 1. Stelle setzen:  Gebt Gott, gebt dem Kaiser. Jesus führt die Fang-Frage nach der Kaisersteuer – der römische Kaiser war Besatzer in Israel- ad absurdum (Lapide deutet es sogar als Boykottaufruf) und betont: Ihm geht es um das Reich Gottes.

Was gehört Gott? Eigentlich alles: die Natur, unser Leben. Das Kostbarste, was wir Gott geben können, ist unser Herz und unser Leben. Doch davor haben viele Angst. Wir wollen ja unabhängig sein. Doch in dieser Ur-Beziehung zu Gott finden wir die Erfüllung unseres Lebens. In Gott ist Freiheit, Frieden, Freude. Gott kann uns von unserem Ego befreien – damit auch von unseren Ängsten und Sorgen. Und vielen ist gar nicht bewusst, dass Gott sich uns ja schenken will, in Jesus Christus und Seinem Geist ja längst geschenkt hat. Es gilt, dieses Geschenk immer wieder anzunehmen, zuzulassen, daraus zu leben.  Es kann uns Menschen gar nichts besseres passieren, als das das Reich Gottes Wirklichkeit wird – gerade auch in unserer Weltsituation. Es geht nicht um die Herrschaft der Kirche (das wurde oft missverstanden) oder eine christliche scharia, sondern dass der Gott des Friedens unsere Herzen regiert.  Menschliche Herzen werden oft von Angst regiert, oder von Gier, von Neid,  von Habsucht.

Beeindruckend, was Paulus in der Lesung betont:  er verkündet das Evangelium nicht nur mit Worten (das ist heute oft eine Schwäche: wir machen aus dem Glauben eine Theorie, wir bleiben im Kopf), sondern mit (Voll)macht, Heiligem Geist und voller Gewissheit. Puh – in Kirchenkreisen spürt man heute oft Frust, Ratlosigkeit, Unsicherheit, ja Depression. Und viele Reformvorschläge sind nur Menschenwerk – da kommt der Heilige Geist gar nicht vor. Mit Vollmacht beten und glauben können, dass sich Berge versetzen…ich bin solchen Christ*innen schon begegnet und spüre den Unterschied, welche Luft nach oben da noch ist. Halleluja.

„Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund“, sagt Jesus.  Lassen wir unser Herz immer neu mit Gottes Geist füllen, so dass Angst, Frust, Bitterkeit, Aggression usw immer geringer werden und wir Frieden, Barmherzigkeit, Freude ausstrahlen.  Dann werden wir ganz natürliche übernatürliche Missionar*innen.   Nach solchen Menschen sehnt sich die Welt.   [/dropdown_box] 

 

Impulsgedanken

08.10.2017                          Mt 21,33-44

Ein erstmal hartes Evangelium, das den Frust Jesu über das Verhalten seines Volkes ausdrückt. Jesus spricht zu den religiös Verantwortlichen und schildert, wie in der Geschichte und jetzt in der Gegenwart mit ihm man nicht die erwarteten Früchte bringt, sondern die Gesandten des Weinbergbesitzers prügelt und sogar umbringt – und zum Schluss sogar den Sohn (Jesus selbst). [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Das Bild des Weinbergs ist ein schönes Bild – denn der Weinberg bringt süße Früchte und schließlich köstlichen Wein. Es kommt wiederholt in der Bibel vor (z.B. Jes 5,1-7, Ps 80, Joh 15). Immer wieder geht es darum, dass es viele und gute Früchte geben soll…und die Enttäuschung, dass dies so nicht geschieht. Wir sind heute das Volk Gottes, das die erwarteten Früchte bringen soll. Wir wissen, dass auch die Kirche oft saure Beeren statt süßer Trauben bringt (vgl Jes 5,2). Doch wie sieht es bei uns persönlich aus? “Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet“ (Joh 15,8). Früchte – im Grunde sehnt sich jede und jeder von uns danach, dass unser Leben reiche Früchte trägt. In Gal 5,22f werden als Früchte des Geistes schöne Inhalte genannt wie Freude, Friede, Langmut und Selbtbeherrschung. Schon die Berufung Abrahams bestand darin, dass er zahlreiche Nachkommen bekommt wie die Sterne am Himmel und durch ihn alle Völker gesegnet werden. Ja, wir können sagen: das Interesse Gottes ist, dass Du gesegnet wirst und durch Dich viele Segen empfangen.
Wenn wir auf die Weltsituation schauen, dann können wir auch ein Gefühl dafür bekommen, welchen Frust, welche Enttäuschung Jesus heute hat, wenn Er sieht, dass Menschen statt Segen und Früchten oft Unrecht, Leiden, Lüge, Hass und Gewalt verbreiten. Jesus sucht Jünger*innen, Menschen der Seligpreisungen, die „hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit und Frieden stiften“ (Mt 5,6.9).

Wie kommen wir dahin? Joh 15,1-7 zeigt den Weg: Jünger*in werden, sich reinigen, läutern lassen, in Jesus bleiben, seine Worte in uns bleiben lassen…

Impulsfragen

1) Wo kenne ich bei mir und anderen Blockaden und Widerstände gegen Früchte bringen?
2) Welche Möglichkeiten sehe ich, dass unser Leben mehr Früchte trägt?

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Impulsgedanken

03.09.2017                          Mt 16, 21-27        

Ein Evangelium, das erstmal quer liegt, manche unserer Vorstellungen durch-kreuzt. Petrus spricht ja sogar fromm: „Das soll Gott verhüten.“ Doch Jesus sieht in ihm den Versucher und sagt den krassen Satz: „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Es ist also nicht unbedingt das gleiche, was wir Menschen wollen und was Gott will. Deswegen sollten wir nicht einfach nur auf die Menschen hören, sondern tiefer fragen: „Wie siehst Du das Gott? Was ist Dein Wille?“ Das gilt z.B. auch, wenn wir in unseren Pastoralen Räumen Pastoralkonzepte schreiben: da sollten wir nicht einfach unsere Träume und Gedanken reinschreiben, sondern tiefer suchen, was uns z.B. die Offenbarung der Bibel mitteilt: was Gottes Wünsche und Träume sind. 

Ja, und Jesus wird sehr direkt: „Wer mein Jünger sein will…“ ist doch schön, dass wir bei Jesus Jünger werden können, aber wollen wir das wirklich? Denn: “der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Hm. Ehrlich gesagt, je mehr ich die Ego- und Selfie-Kultur erlebe, desto mehr wird deutlich: die Welt lebt von Menschen, die nicht nur sich sehen, sondern sich mit und für andere einbringen. Und wenn ich das ernsthaft tue, muss ich oft mein Ego zurückstellen: meine Empfindlichkeit, meine Rechthaberei usw.

Mein Kreuz auf mich nehmen: d.h. vielleicht, sich selber anzunehmen, auch mit meinen Fehlern und Schwächen und mich nicht ständig mit anderen zu vergleichen. Und das Wichtigste: Jesus nachfolgen! Wir beten oft umgekehrt: Jesus soll uns nachfolgen und unsere Wege und Pläne segnen. Nein, wir sollen nach Seinen Wegen und Plänen fragen. Und das ist die Verheißung schlechthin: wenn ich mein Leben an Ihn verliere, werde ich gewinnen!!! Klar, weil ich nicht mehr allein bin und mich abstrample, sondern mit Ihm zusammen: Er in mir und ich in Ihm! Das ist die phantastische Möglichkeit unseres Glaubens, die leider so wenige praktizieren (ich ertapp mich ständig dabei, dass ich mein Leben zurückhole): dass ich  mich in Jesus verlieren kann, in Ihm aufgehen kann. Dann wird mein Leben viel Frucht bringen und Segen für andere (vgl. Joh 15,1-8). Dann lebe ich weniger ego-zentrisch, sondern christo-zentrisch und werde mehr und mehr von Seinem Geist erfüllt. 

Impulsfragen

  • Wie hilft mir die Weisheit und Offenbarung der Bibel, Gottes Willen zu erkennen?
  • Jesus durch Seinen Geist in mir: Welche Möglichkeiten kenne ich durch diese innere Beziehung? An innerem Dialog, innerer Stimme, inneren Frieden, innerer Freude und Erfüllung, Inspiration und Kreativität, überraschender Kraft…?

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Wie Jesus sich von Ausländer*innen und Anders-Gläubigen weiterführen lassen

20.08.2017                          Mt 15,21-28        

Beeindruckend, dass so ein Text in den Evangelien steht. Er zeigt ja Jesus erstmal unsympathisch: Er hört nicht auf das Rufen der kanaanäischen Frau. Und dann bezeichnet er sich noch als Hund.
Das Evangelium spiegelt den Konflikt unter den ersten Christen: ist das Heil nur für die Juden? Oder für alle Menschen?  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Und Jesus benutzt das gängige Klischee: die Nicht-Juden sind Hunde. Wie verbreitet sind auch heute noch Nationalismen und Standesdünkel? Und auch unsere Kirche kann ein Hochlied singen über Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Ausgrenzung.

Heute vor 75 Jahren wurde im Gefängnis Brandenburg der Pallottiner Franz Reinisch hingerichtet, weil er den Fahneneid auf Hitler verweigert hat. Er war der einzige Priester, der dies getan hat. Viele Mitbrüder nannten ihn damals einen österreichischen Dickschädel. Vom Militärbischof bis zur Provinzleitung bedrängte man ihn, den Eid zu leisten. Er folgte seinem Gewissen. Heute bemüht man sich um seine Seligsprechung, weil man seine innere Klarheit bewundert.

Jesus folgt in diesem Evangelium nicht einfach einem Prinzip, sondern lässt sich überzeugen. Er findet zu innerer Klarheit im Gespräch mit der Frau, lässt sich umstimmen und lobt ihren Glauben.

Diese Art Jesu finden wir wiederholt: Er lobt den Glauben des römischen Soldaten, immerhin ein Besatzer, tiermäßig damals als „Schwein“ betitelt. Er stellt den Samariter als barmherzig da, im Unterschied zum Leviten und zum Priester, die einfach an dem überfallenen Mann vorbeilaufen. 

Doch wenden wir den Text jetzt einfach mal auf unser Leben an: Alle, die unter etwas leiden, oder wissen um eine Person, die sich quält, dürfen mal aufstehen. Wir machen das mal bibliodramatisch – natürlich freiwillig, wer will. Klar, Dämonen hören wir nicht gern, aber das, um was es geht, kennen wir alle. Die Bilder der Bibel für Dämonen sind anschaulisch:  Durcheinanderwerfer, Vater der Lüge, Ankläger, stummer Geist, unreiner Geist. Es ist der Versucher zum Gelten- Wollen, Genießen-Wollen, Haben-Wollen.  Dies wird dann problematisch, wenn es umkippt zur Geltungs-Sucht, Genuss-Sucht, Hab-sucht. Wenn wir in die Welt schauen: sie ist voll davon. Darum sagt die Bibel: der Teufel ist der Fürst dieser Welt. Doch mit Jeus sind wir stärker und finden Wege der Befreiung. Darum lade ich ein, jetzt einfach wie die Frau im Evangelium zu rufen:   „Jesus, hab Erbarmen mit mir!“  Ja, und wenn wir keine Antwort bekommen, wenn Gott anscheinend schweigt, machen wir es wie die Frau, bleiben wir dran und rufen weiter: „Jesus, hab Erbarmen mit mir!“. Viele machen den Fehler, dass sie zu früh aufgeben – oder noch schlimmer, fatalistisch denken: Jesus sieht doch mein Problem, da kann er mir doch so helfen, wenn Er will. So eine Haltung finden sie in der ganzen Bibel bei keiner Person, die Großes mit Gott erlebt. Nein, sie bleiben dran.   Machen wir es wie die Frau, fallen wir jetzt vor Jesus nieder und gehen auf die Knie und beten: „Herr, hilf mir!“. Gehen wir jetzt in den inneren Dialog mit Jesus, achten wir auf innere Impulse und Eindrücke, was Er uns vielleicht sagen will…und lassen wir uns von Ihm sagen: „Dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“  Ja, wenn wir wenig glauben und nichts von Jesus wollen und erwarten, werden wir auch wenig empfangen. Doch je mehr wir glauben, vertrauen und von Ihm erflehen, desto mehr werden wir empfangen.  Auch an Heilung und Befreiung. [/dropdown_box]

Impulsgedanken

16.07.2017                          Ev Mt 13,18-23

Ein anschauliches Gleichnis, ganz aktuell. Es steht auch bei Mk und Lk. Der Samen ist das Wort Gottes, hier Wort vom Reich (Gottes) genannt. Samen: d.h. es muss erst aufgehen. Auch ein starkes Bild gegen billigen Bibel-Fundamentalismus: [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Samenkörner einfach schlucken bringt Bauchweh. Und das Aufgehen braucht Zeit. Und es will ins Herz gesät werden. Aber dort, wo es nicht verstanden wird (Kopf), fällt es auf den Weg. Es gibt einen Bösen, der verhindern will, dass der Samen aufgeht: das sind die negativen Versuchungen, wie u.a. auch Zweifel, Ablenkungen, Missverständnisse. Felsiger Boden – ohne Wurzeln. Unbeständige Menschen, die umfallen, sobald sie um des Wortes (Glaubens) willen bedrängt werden. Die kennt man ja auch sonst: Menschen, die wenn es Konflikte und Probleme gibt, gleich sich verdrücken. Dornen – die Sorgen und der trügerische Reichtum ersticken das Wort. In der Lk-Parallele heißt es Sorgen und Genüsse des Lebens. Ich hab festgestellt, das ist meine Haupt- Versuchung, göttlichen Samen nicht aufgehen zu lassen: entweder bin ich mit „Sorgen“ absorbiert, oder ich freu mich des Lebens. Wenn ich aber Sorgen und Freuden des Lebens mit Gott in Verbindung bringe, dann passiert`s. Dann sorgt Gott für mich und ich erlebe eine innere Freude, die mir kein irdischer Genuss vermitteln kann. Gott hat ein großes positives Interesse, dass unser Leben Früchte trägt: 30-fach – 100-fach. Dazu gilt, dass wir die Worte Gottes in uns aufnehmen, im Herzen und Verstand bewegen (die spirituellen Meister der frühen Kirche sprachen vom Wieder-Kauen) – und natürlich die Worte leben und praktizieren! Unser Glaube will immer vom Kopf ins Herz und dann über die Hände und Füße auf die Straße. Unsere Bibel enthält z.B. Tausende von Verheißungen (V. 23 ist ja auch eine). Da gibt es eine Zusage (hier Frucht bringen), die auf den Weg kommt, wenn ich kooperativ die Voraussetzung ermögliche (hier den guten Boden bereite).
Impulsfragen
1) Welche Versuchungen und Hindernisse kenne ich, dass Worte Gottes bei mir wenig Frucht bringen? Was hilft mir, dies zu überwinden?
2) Wie können wir fördern, dass göttlicher Samen generell mehr aufgeht? [/dropdown_box]

Wie wir Ruhe finden

09.07.2017                          Röm 8,9.11-13  /  Ev Mt 11,25-30                                    

Unsere Bibel ist immer auch eine Offenbarung. In ihr können wir Lebens-Geheimnisse entdecken. Die Klugen und Weisen erkennen das nicht unbedingt, sondern die, die diese Offenbarung praktizieren. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Jesus lädt alle ein, die sich plagen und schwere Lasten tragen. Was sollen wir tun? Zu ihm kommen!!!

Was machen wir oft bei Plagen? Wir hadern, schimpfen und gehen statt zu Jesus (nur) zu anderen.

Und er verheißt uns, wonach sich alle sehnen: RUHE!!!

Doch dafür müssen wir folgendes tun: Jesu Joch auf uns nehmen und von Ihm lernen: Güte und Demut. Hm: das mögen wir nicht so. Wir wollen unabhängig sein. Sich von Jesus unter-jochen lassen?! Nein danke. Das ist unser größter Fehler – und darum finden wir keine Ruhe.

Joch – ein schreckliches Bild. Doch Jesus zeigt Humor: Sein Joch drückt nicht – und seine Last ist leicht. Verrückt. Wo doch fast alle denken: nur nicht zuviel Jesus: das wird anstrengend. Nur nichts übertreiben.

Nein: mit Jesus ist lebenslanges Lernen angesagt. Sein Joch drückt nicht, weil damit der Heilige Geist gemeint ist: Ihn sollen wir immer neu aufnehmen und uns von Ihm leiten lassen.  Wenn ein Jung-Ochse ins Joch-Tragen eingeführt wird, geht er neben dem großen Ochsen. Der führt ihn. Und das Joch beim Jung-Ochsen ist ganz locker. So dürfen wir an Jesu Seite durchs Leben gehen. Wenn wir uns denn darauf einlassen….

Den gleichen Gedanken hat die Lesung. Fleisch meint nicht leibfeindlich, sondern das ist der Mensch ohne Gottes Geist. Da ist Geld der Gott, dem gefolgt wird. Oder der Bauch oder der Körper spielen Gott: Essen und Trinken.  Die Werke des Fleisches sind nach Paulus Zank, Streit und Eifersucht, Neid und Missgunst, Parteiungen – alles, was wir in der Welt so sehen. Und jetzt kommt der Hit: Je mehr wir den Heiligen Geist in uns zulassen, Ihm Raum geben, desto weniger müssen wir den Impulsen des Fleisches nachgeben. Ja, wir können mit dem göttlichen Laser (das Feuer des Geistes) die sündigen Taten des Leibes töten. Töten, das meint: sie gibt es nicht mehr.  Also die Überwindung von Dingen, die uns quälen, in die wir versklavt sind: nicht durch eigenen Kampf und Krampf, sondern indem wir uns dem Wirken des Geistes öffnen, Ihn in diese Bereiche dringen lassen. Dann finden wir wirklich Ruhe, inneren Frieden.

So will ich gerne jeden Tag neu das Joch Jesus auf mich nehmen und Ihm folgen. Seinen Geist in mir wohnen lassen: das macht meinen sterblichen Leib lebendig! Was für ein phantastisches Lebenskonzept. Welch bereichernder Lebensstil: mit Jesu Geist in mir. Welche Möglichkeiten eröffnen sich da… [/dropdown_box]

Wir sind der Leib Christi

18.06.2017                          Mt 9,36-10,8                       

Fronleichnam – der lebendige Leib des Herrn. Wenn wir hier auf die Monstranz sehen, der Fuß ist ein Christophorus – ein Christus-Träger. Und die Mitte ist noch leer. So kennen wir das von uns selber: Nicht das Äußere, das Drumrum ist entscheidend, sondern die Mitte.   [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Und die will immer neu gewandelt und gefüllt werden. Denn in unserem Herzen, sagt Jesus treffend, da gibt es Eifersucht und Neid, Missgunst, schlechte Gedanken. Wir bedürfen der Wandlung, damit wir wirklich eine Monstranz sind, die Jesus zeigt, demonstriert.

Schauen wir uns die Schlüsselworte des heutigen Evangeliums an: Jesus hatte „Mit-Leid“. Com-passion. Das ist mehr als Mitgefühl oder Empathie. Jesus kann uns leiden, Er hat für uns gelitten. Wir treffen heute auf viele, auch in der Politik und in der Wirtschaft, die haben keine com-passion. Die sehen nur Zahlen, aber nicht den Menschen dahinter, seine Geschichte, seine Bedürfnisse.  

Und Jesus sieht die Leute „müde und erschöpft“, ja orientierungslos wie Schafe, die keinen Hirten haben. Ja und großartig: Er sagt jetzt nicht: au weia, große Probleme, sondern sieht darin eine Chance: große Ernte. Und macht was völlig Konstruktives. Er krempelt nicht einfach die Ärmel hoch und macht alles selber, nein, er beruft neue Mitarbeiter*innen. Heute im Ev die Apostel, dann aber weitere Jünger*innen. Die Apostelgeschichte und die Paulusbriefe bezeugen, wieviele Frauen und Männer Verantwortung übernahmen, Hirtenfunktion. Bei den 12-Schritte-Gruppen, die sich jede Woche bei uns treffen, da hat jede Person einen Sponsor, wie sie es nennen, eine Mentorin, einen Coach, den du jederzeit kontakten kannst. Das ist aufgeteilte Verantwortung. Kein Ein-Mann-Betrieb.

Ja und Jesus gibt Ihnen „Vollmacht“. Vollmacht zu heilen und zu befreien. Wir brauchen göttliche Vollmacht, wenn wir etwas bewirken wollen. Als die Apostel an ihre Grenzen kommen, verrät ihnen Jesus das Geheimnis: Fasten und Beten, so bekommst du Vollmacht. Dann wird die Mitte in Dir mit Jesus gefüllt, das ist wirklich Kommunion.

Wir haben hier Jesus als Strichmännchen gemalt. Wir laden euch Kommunionkinder jetzt ein, euch in dieses Strichmännchen zu stellen. Das Haupt lassen wir frei, weil Jesus das Haupt sein soll. Wir sind seine Hände in dieser Welt, seine Füße. Aber seht, es sind nicht alle da, kann passieren. Aber es fehlt was, es gibt Lücken. So ist es oft in der Gemeinde als Leib Christi. Wenn zur Chorprobe nur eine Basstimme kommt, können wir schlecht vierstimmig proben und singen. Und Jesus will durch uns Leib Christi in der Welt sein, dass wir das Reich Gottes verkünden durch Wort und Tat. Müde und erschöpfte Menschen: was kann ihnen Besseres passieren als Christen, die wirklich Vollmacht haben zu heilen und zu befreien. Damit wir dies leben können, brauchen wir immer wieder die göttliche Füllung, die Kommunion mit Jesus.

Ja, und wir empfangen umsonst – gratis – und sollen auch gratis weiter geben. Manche in Geschichte und Gegenwart machen aus der Religion ein Geschäft.  Wir empfangen gratis: gratia, Gnade. Und ein zentrales Prinzip in der Bibel: Wenn Du gibst, empfängst Du.  Viele machen den Fehler: Sie warten und warten, aber empfangen nichts, weil sie nichts geben. Gib Deine 5 Brote und 2 Fische, und du wirst reich beschenkt werden, Halleluja. 12 Körbe voll! [/dropdown_box]

Die dreieinige Beziehung leben

11.06.2017                          Ex 34, 4b.5-6.8-9 / Joh 3,16-18                    

Wenn Gott die Liebe ist, kann Gott nicht allein sein. Unser christliches Gottesbild ist Gemeinschaft und Beziehung.  Im Namen unseres Gottes Gewalt auszuüben bedeutet, Gottes Namen zu missbrauchen. Jesus ist gekommen aus Liebe zu uns, nicht um zu richten, sondern um zu retten.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir sind nach Gottes Bild als Frau und Mann erschaffen. Ja wir sind selber Dreieinigkeit mit Körper-Seele-Geist. Wie der Dreiklang in der Musik drückt dies Fülle aus. Dominiert ein Ton, wird es schief. Stimmt die Balance und Harmonie nicht, klingt es so schräg wie wir viele Situationen im Alltag erleben, erleiden.

Wir leben Dreieinigkeit, wenn wir wirklich Körper-, Seele- und Geistpflege betreiben. Manche sind heute in der body-Kultur verfangen, andere gehen in ihrem Gefühlsstrudel unter, andere sind verkopft. Alle 3 Dimensionen wirken aufeinander ein. Ein Zahnscherz kann alles blockieren, ein inspirierender Gedanke kann Selle und Körper beflügeln.

Der Mensch ist aber nicht nur in sich selber Beziehung, sondern immer auch zu und mit anderen Menschen. Die katholische Soziallehre drückt es stimmig aus: es gelten Personalität und Solidarität. Der Mensch wird am Du zum Ich, formuliert Martin Buber treffend. Der Mensch lernt sprechen, indem mit ihm gesprochen wird. Darum wird jede Kultur des übertriebenen Individualismus und der vielen Selfies dem Menschen gar nicht gerecht. Wir reden ja auch ständig über Beziehungen: mit wem wir uns schwer tun, wer uns bereichert, wer nervt, wer inspiriert. Ja, und unserer menschliches Leben wird über Beziehung weitergegeben. Eine gelingende Partnerschaft lebt davon, dass sie dreieinig in Beziehung lebt.

Der Mensch hat als Beziehungswesen in sich auch eine Leerstelle, eine jeweils  größere Sehnsucht. Die kann kein anderer Mensch ganz ausfüllen, denn es ist die transzendente Offenheit nach unserer Ur-Beziehung: woher wir kommen und wohin wir gehen.   Die Bibel drückt es so aus, dass Gott in uns leben, wohnen und bleiben will und dass wir in Gott wandeln sollen. Spirituelle Meister*innen nennen dies die unio mystica, das Eins-Werden mit Gott.  Vinzenz Pallotti kann den Tag benennen, wann er diese innere Vereinigung erlebt hat. Diese innere Verbindung stärkt uns für unsere anderen Beziehungen, sie kann uns inspirieren und motivieren. Sie macht uns aber auch frei von falschen Abhängigkeiten. Als Jünger*innen Jesu haben wir die Aufgabe und Sendung, diese Welt dreieinig heilsam zu gestalten.  Dazu gehören die körperliche und materielle Ebene, die seelische, zu der auch Musik und Kunst gehören sowie die geistige, zu der auch Willensbildung und Gewissensentwicklung gehören. In Kooperation mit Gottes Geist können wir den Körper stärken als Tempel des Heiligen Geistes, negative Gefühle wandeln z.B. durch Singen, Spielen und Jauchzen vor Gott und unser Denken erweitern durch Füttern unseres Bewusstseins mit göttlichen Samen (Worten Gottes).[/dropdown_box]

Geisterfüllt leben

04.06.2017                          Apg 2,1-11 /Joh 7,37-39                   

Wir sehen einen großen Unterschied zwischen den Jünger*innen vor und nach Pfingsten. Und wir dürfen uns fragen: in welcher Phase bewegen wir uns? Sind wir auch noch von Zweifeln und Kleinglauben gehemmt?  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ängstlich und verschlossen? Oder trauen wir uns, Jesus öffentlich zu bekennen? Geschehen auch durch uns Zeichen und Wunder?

Klar, wir haben durch die Firmung den heiligen Geist. Aber leben wir aus diesem download? Brauchen wir ein neues up date? Wie steht es mit unserer Verbindung nach oben? Das Codewort ist Gebet. Viele geisterfahrene Menschen raten, immer wieder durchzubeten: solange zu beten, bis wir frisch und ganz neu geladen sind. Als Bill Hybles, der Gründer der Willow-Creek-Gemeinde, mal in einer Krise mit seiner Gemeindeentwicklung steckte, fragte er die Gemeinde: Haben wir unser Leben wirklich ganz Gott hingegeben? Machen wir es jetzt neu! Beten wir wirklich so intensiv, bis wir eine Antwort bekommen? Lasst uns mit Gott Ziele setzen, die so groß sind, dass wir gezwungen sind, für die Verwirklichung zu beten. Und sie hatten z.B. das Ziel, dass sich die Teilnahme an ihren Werktagsgottesdiensten mehr als verdoppele: von 3.000 auf 7.000, um mehr spirituelle power zu bekommen.

Jesus drückt es heute so aus: Komm zu mir, glaube und vertraue mir, ja und trinke! Es gibt Christ*innen, die tatsächlich gern beim Beten Trinkbewegungen machen, um neu zu empfangen und sich füllen zu lassen. Und Jesus gibt eine phantastische Verheißung: aus unserem Inneren werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Also nicht ein paar Tropfen, sondern überfließend für andere. Denn die Gaben des Geistes werden uns gegeben, damit sie anderen nutzen (1 Kor 12, 7). Gottes Geist ist die Liebe! Lassen wir diese Liebe Gottes zu – und weisen wir jedes Gottesbild zurück, dass Angst oder Gewalt beinhaltet.

Man sagt, Pfingsten sei die Kirche entstanden. Wenn wir die Lesung betrachten: ja, vor allem in ihrer Katholizität. Katholisch heißt universal, alle Völker. Wir hörten in der Lesung, wie international es damals in Jerusalem abging. Katholizität ist heute sehr wichtig, wo die Nationalismen wieder zunehmen. In der katholischen Kirche kann es per Definition keine Ausländer geben! Und das Pfingstwunder besteht darin, dass jede Person die Apostel in ihrer Muttersprache hört und versteht. Also nicht alle müssen hebräisch oder aramäisch können, auch nicht latein oder deutsch, sondern das Pfingstwunder besteht darin, dass Gottes Geist  zu ihnen ganz persönlich in ihrer Muttersprache spricht.

Um diesen wunderbaren neuen Geist geht es. Es zählt nicht die Vergangenheit, nicht der status quo: sondern Gottes Geist will uns alle weiterführen zu geisterfüllten Persönlichkeiten. Wir können das sehr schnell an uns und auch anderen feststellen, wie es mit den Früchten des Geistes aktuell bei uns steht (Gal 5, 22f). Wieviel Freude ist in uns? Wieviel Güte und Langmut? Wieviel Friede und Selbstbeherrschung? Bei Mangelerscheinungen: zu Jesus gehen und trinken! Wir merken es auch bei anderen leicht, aus welcher Geisteshaltung sie reden. Ist es Liebe, oder doch mehr Befindlichkeit, Vergeltungsdenken, Eifersucht, Stolz? Dann sollten wir schauen, inwieweit wir sie unterstützen können, zur Quelle des Lebens durchzudringen. Aber trinken müssen sie selber.

Geisterfüllt: das ist auch eine Anregung für unsere Gottesdienste. Es kommt darauf an, immer wieder den richtigen Kanal zu finden und auf Empfang zu gehen. Wenn ich bei äußeren Dingen hängen bleibe, werde ich innerlich keine Veränderungen erleben. Auch hier können wir von den ersten Christ*innen staunend lernen (1 Kor 14,26-33). Paulus beschreibt, dass viele, ja alle sich da einbringen: mit einem Psalm, einer Lehre, ja einer Offenbarung, einer gedeuteten Zungenrede, auch mehrere Propheten. Also nicht nur ein Priester, nicht nur festgelegt aus Büchern, sondern sehr offen für die Segnungen des Geistes. Na, da können wir unsere Art, Gottesdienst zu feiern, wirklich noch weiter entwickeln. Das Ziel ist es, mit Gottes Geist immer neu erfüllt zu werden für unseren Dienst mit und für andere in der Welt: Frieden zu stiften, hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, Kranke zu heilen usw.   Wenn wir das zu leben versuchen, bekommen wir immer neu Durst und kommen zu Jesus, um zu trinken. Und Gott gibt den Geist unbegrenzt (Joh 3,34)– also wollen wir ihn doch nicht begrenzen. [/dropdown_box]

 

„Ihr seid in mir, und ich bin in euch.“  Was wir vom Handy-Kabel lernen können

21.05.2017                          Apg 8,5-8.14-17 / Joh 14,15-21       

Wir feiern heute Erstkommunion. Es heißt Erstkommunion, weil es morgen die Zweitkommunion gibt, nächsten Sonntag hoffentlich die Drittkommunion usw. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Das Ziel ist, dass wir mehr und mehr von Jeus erfüllt werden, dass unser Denken, Reden und Handeln immer Jesus-ähnlicher wird. Die Kommunionkinder haben es eben anschaulich gespielt, was möglich wird, wenn Menschen von Jesu Geist ergriffen werden. Da geschehen sogar Heilungen und Befreiungen.   Halleluja.

Geht nicht heute – würden wir schnell sagen. Kann ich nicht. Stimmt.

Darum schauen wir uns mal ein Handy an. Das funktioniert nur, wenn der Akku voll ist.  Mit der Erstkommunion bekommt ihr –im Bild gesprochen- ein Handy geschenkt. Es liegt an euch, ob ihr es benutzt und wie ihr es einsetzt. Aber eines ist klar: ohne regelmäßiges Aufladen funktioniert es nicht. Und Aufladen geht nicht in 5 Minuten, dafür muss ich mir Zeit nehmen.

Unser Verbindungskabel, unser Aufladegerät ist die Kommunion, die Gemeinschaft mit Jesus. So wie Er heute sagt: „Ihr seid in mir, und ich bin in euch.“

Da machen viele Fehler: die einen beten nicht mit Gott, sondern besinnen sich nur und bleiben bei sich, ihren Gefühlen, ihren Gedanken, ihren Befindlichkeiten. Nein: ich muss den Stecker rein machen, Gottes Geist in mir zulassen.

Die anderen verehren Gott nur außen, auch ohne die Verbindung zu schließen. Im
Bild: sie machen vor der Steckdose Kerzen an und verneigen sich, aber sie kommen nicht in touch, sie gehen nicht ein, sie lassen sich nicht fallen in Gott. 

Es liegt an uns, ob wir mit dem Handy nur telefonieren, oder ob wir entdecken, welche Möglichkeiten und Funktionen es bietet. Dass ich sogar Filme schauen kann, ja sogar selber filmen kann usw. So ist das auch mit demGlauben: ich kann ab und zu mal in die Kirche kommen, ich kann auch Messdiener*in werden und bei der Kinderfreizeit mitmachen. Ja, ich kann dazu entdecken, bis ich, wie die frühen Christen in der Apostelgeschichte heute, nicht nur getauft bin, sondern wirklich vom heiligen Geist durchdrungen und erfüllt werde.

Das Ziel der Kommunion ist, dass das Leben Jesu in mir immer mehr wächst. Dass nicht nur das Brot verwandelt wird, sondern dass ich verwandelt werde, Jesus in mir immer mehr Gestalt gewinnt. Dass sind wir wirklich Christ*innen, und werden im Geiste Jesu viel Licht in diese unsere Welt und zu anderen Menschen bringen. Doch ohne regelmäßiges tägliches Aufladen geht es nicht, dann ist der Akku leer und das Handy wie tot…Wie schade. Nein, ich will immer neu aufladen und immer mehr mit Jesus entdecken und unser Leben mit Seinen Möglichkeiten gestalten. Damit werden wir bis ans Lebensende nicht fertig, denn Gott ist immer größer.  Darum gibt`s ja noch die Ewigkeit….

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Wie das Wort wirken und wachsen kann

14.05.2017                          Apg 6,1-7 /Joh 14,1-12   

In der Osterzeit hören wir fortlaufend aus der Apostelgeschichte, wie die ersten Christ*innen immer mehr werden. Überraschend: ohne Gebäude, in Verfolgungssituationen, und heute in der Lesung in Konflikten.   Eine Formulierung taucht immer wieder auf: „das Wort wächst und breitet sich aus.“ [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Phänomenal in der Lesung: der Streit zwischen Hellenisten und Hebräern, wer zu kurz kommt, wird kreativ gelöst: mit einer Vollversammlung und einem Vorschlag, der Zustimmung bekommt: der Einführung eines neuen Dienstes mit neuen Personen.    

Na, wenn das nicht ein Weg wäre für Konflikte, denen wir begegnen. Krisen als Chance zur Innovation zu ergreifen. Mit der Betonung, wie wichtig der Geist und die Weisheit sind, das Gebet und der Dienst am Wort. 

Auch das Evangelium spricht Probleme an: das verwirrte Herz und die mangelnde Erkenntnis. Und es mündet in die ungeheure Zusage, dass wir im Glauben so sehr wachsen können, dass wir noch größere Werke als Jesus vollbringen können. Wie das?   Glaube in Aktion!

Jesus verrät sein Geheimnis: Er ist im Vater und der Vater ist in Ihm. Der Vater bleibt in Ihm und vollbringt Seine Werke. Ja, selbst seine Worte hat Jesus nicht aus sich, sondern vom Vater.

Das ist die Einladung an uns: sich immer mehr von Jesus füllen lassen, von Seinen Worten, von Seinem geist. Sie werden unser Denken, unser Reden und unser Handeln verändern und erweitern, so dass wir hineinreifen, die Werke Jesu zu vollbringen.

So stellen wir uns 2 Fragen:

  • Was hilft uns, Krise als Chance zu leben?
  • Wie kommen wir zu größeren Werken Jesu, zu mehr glauben in Aktion?

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Impulsgedanken

30.04.2017                          Joh 21, 1- 14           

Es lohnt sich, in der Osterzeit alle Osterevangelien zu lesen. Sie zeigen beeindruckend die Entwicklung der ersten Jünger*innen durch Zweifel, Angst, Unglauben und Kleinglauben hin zu pfingstlichen geisterfüllten Menschen, durch die selber Zeichen und Wunder geschehen.

[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir selber sind in unserer Jünger-Entwicklung auch auf dem Weg. Ja, und es ist faszinierend zu sehen, wie Jesus auf die Schwierigkeiten der Jünger*innen eingeht, sie abholt, wo sie sind, aber sie weiterführt. Er geht den Emmausjüngern nach, Er geht auf die Zweifel des Thomas ein und zeigt ihm seine Wundmale. Aber Er führt ihn auch weiter: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“

Im heutigen Text fallen die Apostel in ihr altes Leben zurück: sie gehen fischen, wo sie doch eigentlich Menschen fischen sollen. Wer von uns kennt das nicht, den Rückfall in alte Verhaltensmuster. Doch Jesus begegnet ihnen genau dort, und erinnert sie an ihre erste Begegnung, ja erste Liebe. Wieder haben sie nichts gefangen in der Nacht, wo die Fische in der Dunkelheit hoch kommen. Und Jesus prophezeit ihnen: wenn ihr das Netz auf der anderen Seite auswerft, werdet Ihr jetzt, obwohl es schon hell ist, etwas fangen. Und sie fangen viel: wieder ein wunderbarer Fischfang. 153 Fische – sie stehen für die damals bekannten 153 Völker. Jesus will sie –und uns- zu Völkeraposteln machen.

Was heißt das für unser Leben? Jesus hat auch für uns eine Berufung, dass wir geisterfüllt in dieser Welt wirken al seine Jünger*innen. Jesus charakterisiert in den Seligpreisungen Jünger*innen als Menschen, die Frieden stiften, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit und barmherzig sind. Nach solchen Jünger*innen lechzt unsere Welt. Wir sollen nicht missionieren um unserer selbst willen oder der Kirche willen, sondern um der Menschen willen, indem wir Kranke heilen und Ungeister vertreiben. Ja, indem wir Menschen selber mit dieser Kraft Jesu in Verbindung bringen und sie als seine Jünger*innen dann wieder anderen dienen können.

Doch all das können wir nur, wenn wir im Glauben stärker und geisterfüllter werden. Wir wissen, wie schnell wir von unseren eigenen Problemen erschlagen werden können. Wie werden wir stärker? Indem wir tun, was Jesus sagt!!! Hätten die Jünger ihre Netze nicht auf der anderen Seite ausgeworfen, hätten sie keine Jesus- Offenbarung erlebt! Obwohl sie nach ergebnisloser Nacht gewiss müde und enttäuscht waren, haben sie gegen jede Fischer-Logik das Netz nochmal ausgeworfen. Wenn wir Worte Jesu aus den Evangelien wirklich praktizieren und nicht einfach nach menschlicher Logik oder Lust und Laune agieren, können wir wirkliche Offenbarungen von Zeichen und Wundern erleben, dann werden wir das Wirken des Auferstandenen immer mehr unter uns erkennen.

Impulsfragen

1) Aus welchen alten Verhaltensmustern und Kleinglauben will Jesus mich herausführen? Wo spüre ich Sein Werben?

2) Aus Fischern Menschenfischer machen – aus Menschen Jünger*innen – was kann das positiv für meine Berufung und Sendung mit und für andere bedeuten.

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Wachsen im Glauben

Ostern 2017                          Mt 28,1-10         

Wie groß ist unser Osterglauben? Wir dürfen menschlich so sympathisch in den Osterevangelien lesen, wie schwer sich die Jünger*innen damit taten. Doch wir hören auch, wie Jesus ihren Kleinglauben tadelt und sie provoziert: „Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel  aufkommen?“ [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ein indischer Christ sagte einmal über die traurige Kirchensituation in Westeuropa: Das Problem sind nicht die Atheisten oder Agnostiker, das Problem ist der Kleinglauben der Gläubigen.

Wie kann unser Glauben wachsen? Wenn wir heute 4 Erwachsenentaufen und 4 Firmungen haben, dann bekennt Ihr ja Euren Glauben.   Wir nennen diese Sakramente ja bewusst Initiationsriten, weil sie Starter sind für den weiteren Glaubensweg. Schön ausgedrückt ist es bei der Erst-Kommunion: ihr sollen noch viele folgen. Und bei der Kommunion sollten wir Christen uns weniger streiten, was auf dem Altar passiert, sondern schauen, welche Auswirkungen sie für unser Leben bekommen kann. 

Als der damalige Anglikaner John Wesley mit dem Schiff nach Amerika reiste, um dort zu missionieren, geriet das Schiff in einen Sturm und er bekam große Angst. Da sah er auf dem Schiff eine Gruppe Herrnhuter, die Loblieder sangen und sich in Gott freuten. Er merkte, sie haben etwas, was er noch nicht hatte. Er brauchte selber Mission. Da erzählten die Herrnhuter, wie sie bei einem Abendmahl ihr Pfingsterlebnis einmal bekamen, dass Gott tatsächlich in Ihnen ist. Das hat sie verändert. John Wesley bekam dieses Erlebnis der persönlichen Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, als bei einer Herrnhuter Versammlung aus Luther´s Vorwort zum Römerbrief vorgelesen wurde. Das veränderte sein Christsein mit der Folge einer sehr sozialen Erweckungsbewegung vor allem unter Bergbauarbeitern. Daraus entwickelte sich die methodistische Kirche.

Herrnhuter, Methodisten begegnen wir auch auf dem Gebiert unserer Katholischen Kirche Nord-Neukölln. Das Reformationsjahr fordert uns heraus, semper reformanda zu leben – sich immer wieder zu erneuern. Ja, in immer bessere Glaubensform zu kommen. Da können wir auch von Christen anderer Konfessionen lernen. 

Ja, es gilt, im Alltag das Taufversprechen zu leben! Also immer wieder dem Bösen zu widersagen. Das Böse: das kann negatives Reden sein (ich hörte jetzt von einer Gruppe Christen, die in der Fastenzeit 7 Wochen Kritikfasten übten – mit positiven Auswirkungen), sich hängen lassen oder aufgeben, die Versuchung Böses mit Bösem zu vergelten. Ja und meinen Glauben Gott auszudrücken: gerade auch in schwierigen Umstanden Gott zu sagen: Ich vertraue dir! Es ruhig immer wieder auch laut zu bekennen.  Wir können auch wie der Vater des kranken Jungen beten: „Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben“ (Mk 9,24).  

Ja, die Taufe ist ein Bund – eine Liebesbeziehung zwischen Gott und uns. Gott ist treu. Lassen wir Seine Nähe zu, dann durchströmt uns immer neu die Kraft, diesen Bund mit Leben zu füllen. Dann fließt durch uns die Auferstehungskraft, die wir täglich brauchen, auch, um auf die Nöte und Schwierigkeiten anderer besser eingehen zu können. Halleluja

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Wandlung (er)leben, den Neuen Bund (er)leben

13.04.2017                        1 Kor 11, 23-26 / Joh 13,1-15       

Jesus wurde von seinen Gegnern auch „Fresser und Säufer“ genannt, denn Jesus pflegte viele Mahlgemeinschaften. Er konnte sich auch wie bei Zachäus selber zum Essen einladen. Seinen Followers gab Er den Rat, auch die zum Essen einzuladen, die es Dir nicht vergelten können, z.B. Arme.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ja und das Interessanteste: meist passierte dann auch was. Der Zöllner Zachäus „bekehrte“ sich: Er will 4-fach zurückgeben, wo er jemanden betrogen hat. Und die Hälfte seines Vermögens den Armen.

Wir diskutieren in und zwischen den Kirchen oft über das richtige Abendmahlsverständnis:  vielleicht sollten wir uns mal fragen, wieviel Wandlung nicht nur auf dem Altar geschieht, sondern bei uns selber. Denn das ist ja das Ziel der Kommunion: dass wir immer mehr in Jesus hinein verwandelt werden: dass Jesus sozusagen von innen, indem wir Ihn beim Abendmahl aufnehmen, unser Denken, Reden und Handeln in Seinem Sinne erweitert und befruchtet.  Ja, und je mehr wir dies zulassen, uns dafür öffnen, um so mehr werden Wandlungen bei Menschen auch durch uns passieren.

Das ist ja das Faszinierende bei Jesus: wo Er „aufkreuzt“, da passiert was: da werden Menschen von Zwängen befreit, Kranke geheilt, da bekehren sich Menschen zu einem besseren Lebensstil. Das passiert auf der Straße, das passiert bei einem Essen, das geschieht in der Synagoge. Mit Jesus, hat man nach den Evangelien den Eindruck, wird jeder rituelle, formale Gottesdienst „gestört“ – mit einer Heilung, mit einer neuen Lehre. Kein Wunder, dass sich die Frommen in ihrer Sabbatruhe gestört fühlten.    

Ja, und das sogenannte letzte Abendmahl – als Auferstandener wird Er ja auch wieder in Mahlgemeinschaften erlebt – deutet Er das Paschamahl neu. Er deutet sich als Paschalamm, das geopfert wird (Karfreitag) für die Befreiung aus jeder Form von Sklaverei. Jesus stirbt für uns (pro-aktiv), aus Liebe zu uns, damit wir frei werden. Und wir nehmen dieses Geschenk an, wenn wir in diesen Neuen Bund mit Brot und Wein als Zeichen für Seine Hingabe mit Leib und Leben (Blut) einsteigen, indem wir nicht mehr uns selber leben, sondern für Ihn. Und wir leben für Ihn, den Menschensohn, wenn wir pro-aktiv  leben mit und für andere, und gerade auch für die, mit denen Er sich identifiziert: die Obdachlosen, die Kranken, die Fremden, die Gefangenen.

Neuer Bund – Gott will sich mit uns verbünden, verbinden. Eine unserer Zeitkrankheiten ist, dass viele so unverbindlich sind. Wie war ich überrascht, als ich mal auf freikirchliche Christen traf, die jeden Tag das Abendmahl feierten. Das trifft man seltener bei evangelischen Christen. Und sie erklärten mir: so lesen wir es doch im Neuen Testament, dass es die ersten Christen getan haben. Darum machen wir das auch so: wir wollen täglich Jesus in uns aufnehmen, in Brot und Wein, in Seinem Wort, mit dem heiligen Geist, um immer mehr von Ihm erfüllt zu werden und die Kraft zu bekommen, Seine Werke zu vollbringen. Und ich kann bezeugen, dass durch diese Christen viele „Wandlungen“ geschehen. Hosianna. 

Leben wir Wandlung – leben wir den neuen Bund – Gott ist ein treuer Bundespartner. Gott ist die Liebe, nach der wir alle uns sehnen.

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Impulsgedanken

19.02.2017                        Mt 5,38-48

Ist das nicht alles übertrieben? Kann man das leben? Damit Politik machen? Mahatma Gandhi hat die Bergpredigt immer bei sich getragen. Gerade diese Zeilen haben ihn inspiriert in seinem Einsatz für die Befreiung von der englischen Kolonialmacht.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Oft ist es ein Vorteil, erst einmal mit dem leichtesten und vielleicht auch schönsten Satz zu beginnen: Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Ja! Darum will ich mich auch ganz bewusst immer wieder in die Sonne Gottes begeben und auch unter sein erfrischendes Wasser.

Doch für wen lasse ich meine Sonne leuchten? Nur für die, die mir sympathisch sind? Die zu meinem Freundeskreis oder meine Familie gehören? Wen grüßen wir? Wen lassen wir links liegen?

Man könnte das Verhalten Jesu, das Er hier einfordert und selber auch praktiziert hat proaktiv nennen. Pro – eben nicht contra – und aktiv! Viele haben darüber spekuliert, was das bedeutet: die andere Wange hinhalten? Es meint: den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen!

Auge um Auge ist oft die Realität, aber ehrlich: meist ist ein Auge – 2 Augen, 1 Zahn, 2 Zähne, 3 Zähne. Pro-aktiv meint: ich spiele das Spiel der Rache und Vergeltung nicht mit, sondern „provoziere“ meinen Gegner proaktiv: okay, schlag weiter, hier hast du noch meinen Mantel, ich komme 2 Meilen mit dir…

Realistisch? Eine Überforderung? Jesus meint nicht, Du sollst alles mit dir machen lassen, alles erleiden. Er fordert uns auf, zu versuchen pro-aktiv unseren Gegner zu gewinnen. Er fordert uns auf, von Gott zu lernen und vollkommen wie Gott in der Liebe zu werden…ein langer Weg. Aber der beste Weg!

In der aktuellen Welt-Situation im Großen und der Realität auf unseren Straßen und Mobbing und Hass in den sozialen Medien usw: was kann uns Besseres passieren, als viele echte Jesus-Jünger*innen, die für Feinde beten und versuchen sie zu lieben, indem sie ihnen überraschend Gutes tun…

Ohne zu relativieren gilt natürlich auch hier der Grundsatz, dass nie eine Bibelstelle allein absolut gesetzt werden darf (da kann man auf Abwege geraten), sondern immer auch das Gesamte der Offenbarung in den Blick genommen wird und die Grundkoordinaten der Bibel: Gott ist Liebe und Gott ist Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Natürlich gibt es gegen falsches Verhalten von Menschen in der Bibel klare Ansagen. Sie bleiben auch nicht ohne Folgen. Das Interesse Gottes ist aber immer die Umkehr und das Heil der Menschen. Und Er will auch durch uns andere Menschen zu Umkehr von einem schädlichen Lebensstil zum Heil führen.

Impuls-Fragen

1) Wo kenne ich positive Erfahrungen mit pro-aktivem Verhalten? Die Psychologie spricht von paradoxer Intervention?

2) Wie erlebe ich die Liebe Gottes und wie kann sie mir helfen, in der Feindesliebe zu wachsen?

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Jesus möchte, dass wir groß werden im Reich Gottes

12.02.2017                        Sir 15,15-20      Mt 5, 17-37    

Mit Bibeltexten ist es wie mit der Musik: die Vorzeichen sind wichtig, sie bestimmen die Tonart. Die Vorzeichen und die Grundkoordinaten der Bibel sind, dass Gott die Liebe ist und das Heil aller Menschen will. .[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ansonsten kann man die Worte Jesu leicht missverstehen und auch missbrauchen. Und vielen geht es ja auch so, dass so harte und direkte Worte wie heute sie runterziehen.

Doch Jesus will das Gegenteil: er will, dass wir Große werden im Reich Gottes. Mit Himmelreich ist nicht einfach das Jenseits gemeint, sondern es beginnt schon hier wie wir im Vater unser beten: „Dein Reich komme….wie im Himmel so auf Erden“. Mit Gesetz ist die Thora gemeint, die ersten 5 Bücher der Bibel. Und Gebote sind nicht einfach Paragraphen, sondern oft Verheißungen wie z.B. das 4. „Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebst auf erden“, ein tolles Anti-Aging-Programm. Darum spricht Jesus im V 18 ja auch davon: „bevor nicht alles geschehen ist“. Der kleinste Buchstabe ist also nicht kleinkariert, sondern enthält auch eine Offenbarung über die Zukunft und das Leben.

Jesus hatte immer wieder Probleme mit dem religiösen Establishment, den Pharisäern und Schriftgelehrten, u.a. weil er sie selbstgerecht erlebte und überheblich anderen gegenüber. Darum weist Er seine Jünger an, eine größere Gerechtigkeit zu leben. Also nicht nur nicht töten, sondern auch nicht zürnen und nicht beleidigen. In den Tagen von von fake news äußerst aktuell. Jesus betont, wie wichtig Versöhnung und Vergebung ist, auch um Gott wirklich näher zu kommen. Mit Bitterkeit und Groll lässt sich schlecht beten. Und erweist darauf hin, dass Ehebruch in der Phantasie beginnt  – eine psychologische Tatsache. Als Jude war Jesus natürlich gegen Selbstverstümmelung. Er meint schlicht. Wenn Du wirklich Reich Gottes leben und erleben willst, dann musst du dich von einigen Dingen und schlechten Gewohnheiten trennen.  Und zwar radikal.

Ja, da sind wir gefragt, nach unserem Lebensstil. Wollen wir wirklich größer werden im Reich Gottes? Gott möchte, dass Er mit und durch uns in die Welt hinein wirken kann, dass immer mehr Reich Gottes wachse.  Geistliche Vollmacht mit positiven Auswirkungen für andere bekommen wir, wenn wir auch unser Kopfkino und unsere Sprache im Sinne Jesu verbessern. Manche haben ja „nur“ Geld im Kopf, oder Sex, oder Fußball, oder die Arbeit, oder Sorgen. Jesus will, dass wir unsere Phantasie mit Gott füllen: mit Seinen Worten, Seinen Möglichkeiten, Seiner Liebe. Und genau mit dieser Füllung, mit dieser Salbung an die Arbeit gehen, unsere Beziehungen gestalten, unsere Freizeit. Diese Füllung wird uns stärker machen, damit wir zu einem größeren Segen für andere werden können. Wirklich eine frohe Botschaft!

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Ausschnitte aus der Heiligen Messe zum Bibelsonntag

29.01.2017                        Mt 5, 1-12a  

Hörbeiträge bereitgestellt von Thorsten Steinhoff

Einführung zum Evangelium

Kalle Lenz SAC


Evangelium, Volxbibelfassung

Lissy Eichert UAC


Predigt

Kalle Lenz SAC


Credo – Hope of the world

Gitarre / Gesang: Lissy Eichert UAC
Orgel-Begl.: Th. Steinhoff

 

 

Als Apostel Jesu leben

22.01.2017                        Mt 4,12-23        

Heute begegnet uns die 1. Predigt Jesu, ganz kurz: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Mit Himmelreich ist nicht einfach der jenseitige Himmel nach dem Tod gemeint, sondern das Reich Gottes, jetzt und hier. Wie wir im Vater unser beten: „Dein Reich komme“.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]Fragen wir uns einmal, betend mit Jeus im Herzen, was es konkret aktuell für mich bedeuten kann, wenn Jesus zu mir sagt: „Kehr um, denn mein Reich ist nahe“.

-Pause-

Mir kam eben, es fängt immer im Kopf und im Herzen an, dass ich umkehre zu Jesus. Wenn ich merken, mein Herz ist ganz woanders, meine Gedanken sind in einem negativen Dreh. Ja und dann beruft Jesus Fischer zu Menschenfischern. Sie lassen ihre Netze liegen und folgen Jesus. Was kann das für mich bedeuten? Wo ruft Jesus mich aktuell, was ich loslassen soll um Ihm zu folgen?

-Pause-

Ja, wo ruft Jesus mich auf eine andere Ebene: vom Fischer zum Menschenfischer! Wir dürfen uns z.B. in der Kirche nicht nur mit Organisation und Gebäuden und Verwaltung beschäftigen, sondern es geht vor allem um die „lebendigen Steine“ der Kirche. Wir sind nicht Christ*innen nur sonntags um 10 oder bei einem Gemeindetreff, sondern in der Freizeit, bei der Arbeit. Wir haben nicht nur eine Sendung für die Kirche, sondern als Kirche für die Welt.

Das Evangelium schließt, dass Jesus die frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet und im Volk alle Krankheiten und Leiden heilt. Verkündigung durch Wort und Tat. So sind auch wir berufen, Seine Zeugen zu sein: ein Zeuge berichtet, was er oder sie erlebt haben und erleben mit Jesus. Ja, und wir sollen den Glauben bezeugen mit Werken des Glaubens. Wer an Ihn glaubt, so sagt Jesus, wird Seine Werke vollbringen. Welch eine Verheißung! Wir spüren, dass wir immer wieder der Umkehr bedürfen, der Nachfolge Jesu, um da hineinzuwachsen. Viele Kranke und Leidende warten genau auf diese frohe Botschaft mit Befreiung und Heilung.   

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Impuls

15.01.2017                        Joh 1, 29-34         

Dieser kurze Text aus dem 1. Kapitel des Johannes-Evangeliums fasst das Geheimnis von Weihnachten und Jesus komprimiert zusammen. Er gipfelt in dem Zeugnis: Er ist der Sohn Gottes. Und der Text hebt 2 Dinge hervor: Jesus als Lamm Gottes und die Taufe mit dem Heiligen Geist. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Das Lamm ist ein Tier ohne Angriffs- und Verteidigungswaffen, aber mit einem weichen Fell. Das bedeutet: Vor Jesus brauchen wir keine Angst zu haben, Er ist berührbar. Und Er versteht sich als Pessachlamm, das sich hingibt, damit wir frei werden, auch von Sünde und Schuld. Ja, und Jesus hat bei seiner Taufe im Jordan nicht nur eine persönliche Geisterfahrung gemacht: wie eine Taube kam der Geist vom Himmel und blieb (!) – Er tauft auch mit Heiligem Geist. Auch mit Feuer, wie es bei anderen Evangelisten heißt. Diese Taufe im Heiligen Geist haben die ersten Christ*innen Pfingsten mit den Feuerzungen erlebt. Vor seiner Himmelfahrt betont Er, wie wichtig es ist, zu warten und zu beten, bis man mit dieser Kraft erfüllt wird. Ja, wir können sagen: das Ziel von Weihnachten, der Menschwerdung Gottes in Jesus ist, dass Sein Geist in uns lebendig wird. Dass wir heute in Seinem Geist und mit Seiner Kraft als Seine Jünger*innen in der Welt wirken. 

Impulsfragen

 1) Wo können mich die Tier-Bilder Lamm und Taube in meinem Glaubensleben inspirieren? 

2) Was hilft mir, vom Heiligen Geist erfüllt zu werden und zu bleiben – und wie kann ich anderen zu dieser phantastischen Möglichkeit verhelfen? [/dropdown_box]

Lernen, aus dem Geist zu leben und dem Geist zu folgen

08.01.2017                        Mt 3,13-17         

Die Taufe Jesu ist ein Einschnitt in seinem Leben: nach dieser Geisterfahrung tritt Er öffentlich auf. Er verbindet seine Lehren mit dem Zeugnis seiner Werke: Befreiungen und Heilungen. Taufen heißt tauchen, eintauchen in Gott.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Taufe ist ein Initiations-Ritus: ein Starter…und wir brauchen alle das „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist“ (Tit 3,5). „Aus Gott geboren sein“, wie es im Weihnachtsevangelium Joh 1, 13 heißt. Ja, und ein erfrischendes Bad empfängt man nicht nur einmal, sondern brauchen wir ständig neu, zumindest die Dusche. Jesus will uns mit Feuer und Heiligem Geist duschen, taufen. Die Bibel verheißt uns, wenn wir aus dem Geist leben, werden wir den Himmel geöffnet erleben und die Früchte und Gaben des Geistes werden reifen. Da ist von Freude und Langmut die Rede, von Weisheit und Erkenntnis, ja von Glaubenskraft mit Zeichen und Wundern und Heilungen. 

Interessant ist, was Jesus nach der Taufe im Jordan tut: der Geit treibt Ihn in die Wüste. Er will Gott tiefer begegnen….und begegnet dem Versucher. Auch wir begegnen diesen Versuchungen täglich. Die klassischen 3: gelten wollen, genießen wollen, haben wollen. Ganz natürlich sind die, doch sie können kippen in Genusssucht, Geltungssucht und Habsucht. Davon ist unsere Welt voll. Und viele Menschen lassen sich von diesen Ungeistern beherrschen. Darum gilt es jetzt bei der Tauferneuerung wirklich zu sagen und innerlich zu vollziehen: Ich widersage. Ich sage mich los davon! Und im 2. Schritt: ich glaube – credo – cor do: ich gebe Dir Gott mein Herz. Ich tauche in Dich ein, immer wieder.

Wir alle sind auf unserem Glaubens- und Lebensweg diesen Versuchungen ausgesetzt. Ja, viele Kirchenleute in Geschichte und Gegenwart können getrieben sein von Geltungssucht und Habsucht und auch Genusssucht. Es gibt auch eine religiöse Genusssucht: ich bin nur engagiert und bete nur, wenn es mir Spaß macht. Da fehlt die Hingabe. Da fehlt der Tiefgang. Und sobald es Schwierigkeiten gibt, hört man auf.

An diesem WE läuft in Augsburg die „mehr-Konferenz“, vom Gebetshaus dort organisiert, diesmal mit über 10.000 TN. Auch wenn ich manches dort einseitig finde, beeindruckt mich die Leidenschaft für Gott und auch immer wieder das Zeugnis einiger Redner. Diesmal z.B. Walter Heidenreich. Er war in den 70ern Hippie und nahm Drogen, saß wiederholt im Knast. Bei einer Drogenparty hatte er Selbstmordgedanken, und dann betete er: „Gott, wenn es dich gibt, ich brauche dich jetzt.“  Das Gebet kam aus einem schreienden Herzen. Plötzlich machte er eine Geisterfahrung:  Innerer Frieden und die Gewissheit: er braucht keine Drogen mehr. Mit seiner Frau, die das gleiche erlebte, versuchte er nun, in seiner Wohnung Drogenabhängigen zu helfen. Schnell kamen sie an ihre Grenzen und verzweifelten. Sie beteten und beteten eine Woche lang, lasen in der Bibel: nix. Sie brauchten neue Kraft. Dann machten sie das genau richtige, wo die meisten Fehler machen, indem sie aufgeben und aufhören: sie beteten inständig weiter. Dann schlug der Geist ein wie ein Blitz: die Geisttaufe mit Feuer und Geist. Sie bekamen Kraft, ihre Gebete wurden wirkmächtiger, die ersten Heilungen und Befreiungen geschahen. Inzwischen leitet er einen internationalen Dienst, help – Hilfe genannt. Wenn man ihn mit seinen 67 Jahren sieht, staunt man, welche Freude und Kraft und Freiheit er mit Humor ausstrahlt. Wie viele andere sagt er: lerne durch zu beten, bis sich der Himmel öffnet.

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Weihnachten 2016

24.12.2016                          

Weihnachten 2016 – das 1. postfaktische Weihnachten. Weihnachten 2016 – Jesus hat 2,2 Milliarden follower. Sorgen wir dafür, dass es noch mehr werden. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Weihnachten 2016 – der Terror ist im Herzen Berlin`s angekommen.

Weihnachten 2016 –  5.000 Tote im Mittelmeer in diesem Jahr.  Ein neuer tragischer Rekord. Warum sieht hier kein Politiker die Obergrenze überschritten?

Weihnachten 2016 – Putin bezeichnet die Tragödie von Aleppo als die „größte humanitäre Rettungsaktion der Neuzeit“.

Weihnachten 2016 – unser 80-jähriger Papst Franziskus erweist sich als wirklicher Jünger Jesu. Gelingt ihm 500 Jahre nach Martin Luther die aktuell notwendige Reformation? Helfen wir ihm.

Weihnachten 2016 – der Cowntdown läuft: noch 27 Tage bis zur Amtseinführung von Trump. Herr erbarme dich.

Weihnachten 2016 – Hertha ist 3., Union träumt vom Aufstieg: ja, es gibt noch Zeichen und Wunder.

Weihnachten 2016 – Winnetou feiert ein Comeback, auf RTL.

Weihnachten 2016 – ist Jesus auch heute bei uns? Aber sicher, die Frage ist nur, ob wir bei Ihm sind?

Weihnachten 2016 – Jeus preist auch heute Menschen selig, die Frieden stiften und die und dürsten nach der Gerechtigkeit.

Weihnachten 2016 – Folgen wir Jesus nach, Halleluja

Text von Kalle in der Statio

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Jesus die Regie übergeben

20.11.2016                        Lk 23,35-43     

Auf der Tafel über dem Kreuz steht: INRI.  Bei einer Kirchenführung fragte mich jemand: ist das der Sponsor? Nein, es ist die lateinische Abkürzung für Jesus Christus König der Juden. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Rex heißt König. Das ist nicht nur ein häufiger Hundename, die feminine Form Regina kommt ja bei Frauen öfter vor, sondern findet sich auch in unserer Sprache: Regierung, Regiment, Regie, Regisseur usw.

Christkönig ist die Einladung, Jeus wirklich Regie in unserem Leben führen zu lassen.

Wer führt Regie in meinem Leben? Bei manchen merkt man schnell: der Partner oder die Partnerin. Bei einigen Erwachsenen staunt man, dass sie immer noch nicht eigenverantwortlich sind, sondern bei allem ihre Mutter oder ihren Vater fragen.  Doch auch wer meint, er führe selber Regie: wie oft lassen wir uns leiten von Lust und Laune, von vermeintlichen Sachzwängen, von…?

Ja, manchmal können wir auch staunen, wer sich hinter der Kamera verbirgt und ein böses Spiel mit uns treibt. Die biblischen Bilder vom Räuber, Durcheinanderwerfer, Zerstörer:  wenn ich diese Energie wahrnehme, bemühe ich mich, genau dieses Spiel nicht zu spielen. Das ist eine tägliche Gewissenserforschung: was raubt mir Energie, Zeit, Freude? Was bringt mich durcheinander? Was schadet mir? Aber auch ehrlich andersherum: wo raube ich anderen Zeit, Nerven usw?

Die Einladung unseres Glaubens ist: lass Jesus König sein in Deinem Leben! Das meint tatsächlich einen inneren Herrschaftswechsel: vom Ego zu Jesus! Es kann uns aber nichts Besseres passieren, anstatt ständig Selfies zu produzieren, den besten Regisseur hinter die Kamera meines Lebens zu lassen. Und dieser göttliche Regisseur hat ein Interesse: das Beste aus uns herauszuholen!!! Wir sollen keine Nebenrollen spielen, auch nicht nur Statisten sein oder ständig in der Maske uns aufhalten, sondern Gott möchte, dass wir im Film unseres Lebens Heilsgeschichte schreiben, mit und auch für andere. Im französischen heißt Schauspieler*in acteur, actrice: das zeigt, wir sollen schon sehr aktiv sein. Und die Bibel enthält viele Regieanweisungen , wie z.B.: vergeben, danken, beten, teilen, hören…Es ist die Kunst, mit dem Regisseur gut zu kooperieren. Sozusagen seine Gedanken aufzugreifen und mich in meine Rolle wie ein guter Schauspieler ganz  hineinzubegeben. Dabei spiele ich gerade nicht eine fremde Rolle, sondern es geht tatsächlich um meine persönliche Lebensrolle, meine Berufung, meinen Part. Das kann sehr entlastend sein, denn ich muss nicht das Leben eines anderen leben, was vielen immer wieder passiert.  Wer kennt das nicht, dass er oder sie sich gelegentlich im falschen Film wähnt.

Den Regisseur, die Regisseurin sieht man nicht im Film, es sei denn er, sie spielt mit, wie Woody Allen in einigen seiner Filme. So ist auch Gott im Lebensfilm unsichtbar, außer dass Er in Jesus mal direkt mitspielte. Überlassen wir Ihm jeden Tag neu die Regie. Und saugen wir Seinen Geist auf für die Akte unseres Lebens.

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Impulsgedanken

13.11.2016                        Mal 3,19-20b  / Ev Lk 21,5-19

Was für ein Text?! Jesus beschreibt drastisch realistisch, was es in der Welt tragicherweise auch gibt. Ja, und wir leben aktuell in einer gruseligen Weltsituation. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Manch einer erlebt vielleicht auch privat ein Erdbeben. Und unsere Kirchensituation ist in dieser Umbruchzeit ja auch ungewiss. Während wir bei Krisen schnell grübeln, zweifeln und klagen können, zeigt Jesus hier einen völlig anderen Weg. Die Katastrophensituation lässt Ihn nicht an Gott zweifeln, sondern eröffnet mit Gott sogar Möglichkeiten. Wir sollen uns nicht irreführen und erschrecken lassen! Wir können Zeugnis ablegen! Wir sollen nicht vor-sorgen! Er wird uns Worte und Weisheit eingeben! Wenn wir standhaft bleiben, werden wir das Leben gewinnen! Nur: wie kommen wir dahin zu dieser Haltung und diesem Verhalten? Das ist doch eine Überforderung. Wer zu dieser Frage in der Bibel sucht, findet immer folgenden Zweischritt: Loslassen und Umkehr (falsche Denkgewohnheit, unguter Lebensstil, Egozentrik) und sich Füllen und Verwandeln Lassen von Gottes Geist. Wenn Jesus in uns wächst, kommen wir prozesshaft zu einer Transformation. Er lebt in und durch uns. Seine Weisheit und Kraft in uns. Was für ein Weg…Jesus sagt es oft in den Evangelien: wer sein Leben an Ihn verliert, wird es gewinnen!!! 30fach, 60fach, 100fach…und das Ewige Leben!

Impulsfragen

1) Was hilft mir in einer Krise? Wie geht es mir mit den Hinweisen Jesu?

2) Jesus sieht den Vorteil im Nachteil: Ihr könnt Zeugnis ablegen, ich werde durch euch sprechen. Welche Erfahrungen kenne ich: Krise als Chance? Der Segen im Stachel?
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Umkehr und Erneuerung: die wahre Reformation

30.10.2016                        Weish 11,22-12,2 / Ev Lk 19,1-10
Oft sagen Christen, auch Ordensleute heute: wir wollen keinen bekehren. Das hört sich gut an, so tolerant und frei. Und in der Tat hat das Wort Bekehrung ein Geschmäckle. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Aber ich bin froh, dass Jesus heute sagt: Er sei gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Und ich finde es einfach beeindruckend, wie Er heute den Zöllner Zachäus verwandelt hat zu einem neuen Lebensstil: „Die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wo ich zu viel gefordert habe, gebe ich vierfach zurück.“

Wie hat Jesus Zachäus bekehrt? Er hat seine Sehnsucht gesehen, ist auf ihn eingegangen und hat sich bei ihm eingeladen: einen Hausbesuch gemacht. Das hat Zachäus überwältigt, denn er war als Zöllner, der mit den Besatzern, den Römern zusammen arbeitete, verhasst. Man kann die Empörung der Leute, dass Jesus mit ihm isst, verstehen.

Jesus will einen neuen Lebensstil. Deswegen ruft Er Menschen in seine Nachfolge: dass Sie von Ihm lernen. Sind wir bereit, dazu zu lernen, egal wie alt wir sind? Mit Jesus ist lebenslangen Lernen. Das ist die wahre Reformation: wieder in Form kommen: in die Jesus-Form.  Ecclesia semper reformanda – die Kirche ist immer zu reformieren, ist ein katholischer Grundsatz…er muss halt nur gelebt werden.

Im Zwölferkreis Jesu war auch Simon der Zelot: Zeloten waren Messerstecher: die wollten mit Gewalt die Römer vertreiben. Jesus hatte echt eine bunte Truppe, die gegensätzlichen Extreme. Deswegen, wenn Er von der Feindesliebe sprach, dann waren schon die 12 gemeint. Na und Judas: obwohl er die Heilungen, Wunder und Damönen-Befreiungen miterlebte, wurde zum Verräter und endete im Selbstmord. Jesus ist nach dem Zeugnis der Evangelien immer auch an Grenzen gestoßen, bei Verwandten, in seiner Heimat, bei den selbstgerechten religiösen Zeitgenossen, den Pharisäern.  Er hatte dort Erfolg, wo er Sehnsucht und Offenheit und Glauben begegnete.

Ja, wenn wir wirklich seine Jünger*innen sind, dann lassen wir uns von Ihm in die Welt senden, um alle (!) Menschen zu seinen Jüngern zu machen….Es in Seiner Kraft versuchen. Wir wissen, es gibt peinliche und äußerst abstruse Bekehrungsversuche. Aber es ist doch was, wenn ein Mensch, der einen Lebensstil führt, mit dem er sich und anderen schadet, wieder auf die richtige Bahn kommt.  Es hat doch was, wenn ein junger Mensch, der nur rumhängt, die Kurve bekommt und was Sinnvolles tut.

Jünger*in Jesus zu werden bedeutet: in Seinem Geist denken reden und handeln, bis hin zur Feindesliebe. Was kann unserer Welt in unserer wirklich turbulenten Weltsituation mit so vielen Hasstiraden Besseres passieren als wirkliche Kinder Gottes: die Frieden stiften, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Ich möchte heute wie Zachäus Jesus das Versprechen neu geben, mein „Vermögen“ für die Armen einzusetzen. Und staune, wie viele das schon tun. Das macht eine christliche Gemeinde aus: wenn sie nicht nur mit sich selber beschäftigt ist, sondern versucht zu retten, was verloren ist. Das ist mehr als die wirklich gute Suppe beim Café Platte heute Nachmittag, das sind Schritte in ein neues Leben.  [/dropdown_box]

Impulsgedanken

15.10.2016                        Ev Lk 18,1-8
Die letzte Frage Jesu fetzt: Ja, wir erleben schon, wie gering der Glauben oft ist. Und konkret:wie wenig oft gebetet wird. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

„Allezeit beten und darin nicht nachlassen. Tag und Nacht zu Gott schreien.“ Ich bin schon Christen begegnet, die zu Gott schreien. Verbunden sogar mit dem Tipp: „Bevor Du einen anderen anschreist, schrei erst mal `ne Stunde zu Gott.“ Beten führt uns in eine andere Dimension. Beten schafft neue Möglichkeiten.

Wenn ich Gott wirklich liebe (unser Hauptgebot: aus ganzem Herzen, mit all meinen Gedanken, mit ganzer Kraft), ist es doch klar, dass ich wirklich mit Ihm lebe, Tag und Nacht. Jesus selbst ist dafür das beste Beispiel: Das NT erzählt, wie Er morgens betet, manchmal die ganze Nacht, sich immer wieder zurückzieht. Nach Hebr 5,7 hat auch Jesus im Gebet laut geschrien.

Viele drehen sich beim Beten mehr um sich als um Gott. Wenn wir locker in der Bibel blättern und lesen, bekommen wir spannende Anregungen: vom Still werden vor Gott und Hinhören, vom Singen, Spielen, Jauchzen, Tanzen. Beten im Bett, Beten am Fenster, Beten in der Natur, Beten auf dem eigenen Zimmer, Beten mit anderen zusammen. Und es gibt immer wieder die Verheißung wie im heutigen Evangelium: wenn du dran bleibst, hat es Auswirkungen. Ja, der Glaube hilft, der Glaube kann Berge versetzen.

Immer wieder hören wir aus einigen Hauskirchen, wie dort Beten geübt und praktiziert wird. Ja, die Hauskirche ist auch eine Chance, im Beten zu experimentieren. Wir werden aber nur soweit in neue Dimensionen vorstoßen, wie die einzelnen selber trainieren. Jesus fordert uns heute klar auf, allezeit beten zu lernen, auch laut (!), wirklich beständig godline zu gehen. So schwierig das oft ist, ich erlebe es weniger als Last, sondern als die erfüllende Bereicherung. Und freue mich auf weitere Entdeckungen.

Impulsfragen
1) Beten und Glauben öffnet den Himmel: wie können wir es intensivieren und zu mehr Vollmacht kommen?
2) Was hilft mir, die Widerstände und Ablenkungen zu überwinden, um im Gebetsleben wirklich zu wachsen?
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Impulsgedanken

11.09.2016                        Ev Lk 15, 1- 10

Doch interessant, wer in die „Hauskirche“ zu Jesus kommt: Zöllner und Sünder. Die Vertreter der etablierten Religion können nur mosern. Und es gibt sogar was zu Essen…Das heißt: Jesus pflegt Gemeinschaft mit ihnen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Die Zöllner waren verhasst, weil sie mit den Besatzern, den Römern zusammenarbeiteten und den
Leuten Geld aus der Tasche zogen. Salopp gesagt: schlimmer als die AfD. Aber es gab durch solche Begegnungen regelrechte Bekehrungen, ja ein Zöllner wird einer der 12 Apostel. In Lk 19,1-10 lädt sich Jesus selbst beim Zöllner Zachäus ein und macht sein zu Hause zur „Hauskirche“: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden“. Zachäus will 4fach von seinem Geld zurückgeben. Sein neuer Glaube wird praktisch und konkret.
Wie leben wir „Hauskirche“? Suchen auch wir „verlorene Schafe und Drachmen“? Einfach weil sie wertvoll sind. Zur Menschheitsfamilie gehören, zur Gottesfamilie gehören. Laden auch wir Nachbar*innen und Freund*innen ein, um unsere Glaubens- und Lebensfreude zu teilen? Im Himmel ist Party über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Impulsfragen
1) Wo brauchen wir selber Umkehr? Umkehr zum Lebensstil Jesu? Umkehr zu anderen Menschen? Umkehr im Umgang mit Geld? Umkehr…?

2) Wo lassen wir uns unnötigerweise vom empörenden Gerede anderer blockieren, weitere Schritte in der Nachfolge Jesu zu versuchen? „Locker im Herrn, aber zielorientiert“.  [/dropdown_box]

„Party mit Jesus“

28.08.2016                        Ev Lk 14, 1.7-14                                

Von seinen Gegnern wurde Jesus „Fresser und Säufer“ genannt, das macht ihn doch irgendwie sympathisch. Er wird zum Essen eingeladen, die Atmosphäre ist kühl. Man beobachtet ihn genau. Auch Jesus schaut sich die Situation genau an, und durchbricht dann jede Etikette. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Er kritisiert laut, dass sich die Leute die Ehrenplätze aussuchen.  Krass, Jesus ist ein Provokateur. Wir haben ihn kirchlich-bürgerlich gezähmt, aber der Jesus der Evangelien ist eher ein „wilder“ Mann.

Na und dann gibt Er den absoluten Party-Tipp: Wenn Du ein Essen gibst, lade nicht Deine Freunde oder Verwandte oder reiche Nachbarn ein, sondern Arme, Krüppel, Lahme und Blinde. Menschen, die es Dir nicht vergelten können.

Wir kennen das Erlebnis bei Café Platte oder dem Nachtcafé bei uns, wenn wir Arme und Obdachlose einladen: sie sind total dankbar, es ist für sie wie ausgehen. Wir wissen aber auch, welche Berührungsängste es geben kann. Doch alle, die mithelfen, sagen nachher immer: sie sind total beschenkt. Durch das große Dankeschön der Gäste. Ja, da ist hier und jetzt schon etwas von der „Auferstehung der Gerechten“  (V 14) zu spüren. Na, und Jesus sagt uns ja, dass Er uns in den Obdachlosen und Fremden, Kranken und Gefangenen begegnet. Also so ein gemeinsames Essen mit ihnen ist tatsächlich eine Party mit Jesus. [/dropdown_box]

„Nur eines ist not-wendig“

17.07.2016                        Kol 1,24-28 / Lk 10,38-42                             

Viele ärgern sich über dieses Evangelium. Da nimmt Martha Jesus freundlich auf und mach sich viele Mühe und bekommt dann noch so eine Kritik. Nun, man kann jede Bibelstelle falsch verstehen, wenn man sie nur isoliert betrachtet. Nein: jede Bibelstelle ist wie ein Puzzleteil und erst im Gesamtbild erfassen wir das Ganze. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Jesus meint garantiert nicht, man soll sich nur Ihm zu Füßen sitzen und nichts tun, wenn Er letzten Sonntag dem Gesetzeslehrer den barmherzigen Samariter als Beispiel gezeigt hat mit den Worten: „Handle genauso!“

Doch was passiert im heutigen Evangelium? Maria beschwert sich bei Jesus über ihre Schwester. Anstatt Maria direkt anzusprechen, spricht sie über sie. Wir erleben täglich solches Verhalten. Und Jesus? Er lässt sich von Martha nicht instrumentalisieren. Er spricht sie direkt an: Du machst Dir viele Mühen und Sorgen. Und dann kommt der entscheidende Satz: „Nur eines ist not-wendig!“  Was ist damit gemeint? Ja, wirklich auf Jesus zu schauen, von Ihm zu lernen! Wir alle kennen das Hamsterrad unserer Mühen und Sorgen. Doch dahin sagt uns Jesus: „Schaue nicht nur auf die Probleme. Schaue auf mich! Suche zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit, dann wird Dir alles andere dazu gegeben.“ Wie oft ertappe ich mich, dass in all meinen Mühen und Sorgen ich mein Reich und meine Gerechtigkeit suche.

Jesus ist echt cool. Es lohnt sich, sich Ihm zu Füßen zu setzen und Ihn zu uns sprechen zu lassen, gerade auch in der schwierigen politischen Situation. Seine Worte aus den Evangelien können uns weiter bringen.

Er warnt vor den Mächtigen, die sich gerne Wohltäter nennen, in Wirklichkeit ihre Völker unterdrücken. Er warnt vor religiösen Leuten, die im Namen Gottes andere töten. Das 2. Gebot heißt: wir sollen den Namen Gottes nicht missbrauchen.  Er verheißt uns seine Gegenwart jeden Tag, durch den Geist, den Beistand und Tröster.

Vielleicht wenden wir einfach mal ein wichtiges Puzzleteil an, das die Tage auch in den Lesungen der Liturgie vorkam: Jesus lädt alle ein, die mühselig und beladen sind. Also gehen wir jetzt wirklich zu seinen Füßen. Und lassen wir uns von Ihm in unsere Situation sagen: Lerne von mir: ich bin gütig und von Herzen demütig. Sind wir bereit von Ihm wirklich zu lernen? Güte und Demut? Na und dann fordert Er uns auf: nimm mein Joch auf mich! Das ist der Punkt, an dem viele scheitern. Sie wollen Hilfe von Jesus, aber nicht Sein Joch auf sich nehmen.

Ein provokantes Bild, das Jesus benutzt: wer will sich schon unter-jochen lassen? Und verrückt: Jesus sagt: mein Joch drückt nicht, meine Last ist leicht. Wo doch so viele Menschen denken, das Joch Gottes sei schwer.  Was ist gemeint? Was ist das Joch Jesus? Von wem hat Jesus sich leiten, treiben, ziehen lassen? Na, vom Hl. Geist. Und der drückt tatsächlich nicht, der Geist ist leicht, halleluja.

In meinem Alltag versuch ich es immer wieder: mitten in allen Mühen zu Jesu Füßen kommen, Seine Worte aus der Bibel zu mir sprechen lassen. Sein Joch wie ein Kleidungsstück anziehen. Das hilft und verändert.

 

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Für wen halten mich die Leute eigentlich?

19.06.2016                      Sacharja 12,10–11; 13,1                             

Die Antwort auf diese Frage Jesu an uns ist relativ einfach: Schau hin! Was siehst Du?
Was siehst Du, wenn Du in das Wort Gottes schaust?
Was zeigt sich im Blick auf die Geschichte des Volkes Israel?
Was zeigt die aktuelle Geschichte?
Wie schaust Du auf die Fragen Deines Lebens?

Die ganze Predigt als .pdf

 

In tiefere Berührung kommen

12.06.2016                     Gal 2, 16.19-21 / Lk 7,36-8,3                              

Was würde eigentlich passieren, wenn Jesus heute in unsere Gemeinde kommen würde? Schon rein äußerlich, wie manche sich ihn vorstellen mit langen Haaren und Bart, und vermutlich vom Straßenstaub gekennzeichnet als Wanderprediger.  Na und wenn er wie gewohnt Kranke heilen und Dämonen austreiben möchte? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Können wir nicht den Pharisäer im Ev verstehen, dass er ablehnend reagierte, wie Jesus sich von einer stadtbekannten Sünderin berühren lässt? Wir alle kennen Menschen, denen schon ein Händedruck zu nah ist.

Welche Nähe lassen wir eigentlich bei Jesus zu? Welche Nähe drücken wir Ihm gegenüber aus? Viele große Gestalten unseres Glaubens sprechen von Vertrautheit mit Gott, Freundschaft, ja sogar Vereinigung und Intimität.   Paulus spricht in der Lesung von: „Christus lebt in mir.“ Krass finde ich, wie er in 2 Kor 13, 5 schreibt: „Fragt euch selbst, ob ihr im Glauben seid, prüft euch selbst! Erfahrt ihr nicht an euch selbst, dass Christus Jesus in euch ist? Sonst hättet ihr ja (als Gläubige) schon versagt.“

Schade, manche haben zu Jesus ein verkopftes Verhältnis, viele ein distanziertes. Manche fühlen sich nicht würdig. Nein: Jesus ist die Liebe, wir brauchen keine Angst vor Ihm haben. Er ist unser Freund, nicht unser Feind. Er freut sich, wenn wir Ihn immer neu in unser Herz, in unser Leben, in unser Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln einladen. Er verheißt, dass wir dann viel Frucht bringen. Konkret: wir brauchen nie mehr grübeln, wir können immer Zwiesprache im Herzen mit Ihm halten, den inneren Dialog pflegen. Ja, und Er sagt, wir berühren Ihn in einem Kranken, einem Obdachlosen, einem Fremden…also lassen wir uns auch von ihnen berühren. Jesus heute im Ev offenbart, dass Er überhaupt keine Berührungsängste hat. Und so schlecht wir uns auch fühlen mögen, wir dürfen zu Ihm kommen. Religiös gesetzliche Menschen wie der Pharisäer sind eher distanziert und verbreiten Kühle.  Und sie haben den Fehler, dass sie oft selbstgerecht sind…Selbstgerechte Menschen trifft man auch unter nicht religiösen Menschen ständig. Immer sind die anderen schuld, und sie wissen es immer besser. Die Sünderin erlebt Befreiung, weil sie Jesus vertraut.  Und Jesus will auch Dir sagen: „Dein Glaube hat Dir geholfen. Geh in Frieden!“

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Verwandlung

29.05.2016                     Lk 9,11b-17                     

Die Monstranz zeigt, worauf es ankommt. Nicht das vergoldete Äußere ist wichtig, sondern die Mitte. Leider schauen viele auf das Äußere, und bei vielen ist die Mitte leer. Das beklagen ja auch so viele: sie fühlen sich so leer. Diese Leere will gefüllt werden mit Jesus Christus. Dafür gilt es, Ihn immer wieder neu aufzunehmen. Das vollziehen wir z.B. mit jeder Kommunion. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Aus unserem Herzen kommt auch Böses, wie Jesus sagt (Mk 6,21f) z.B. schlechte Gedanken, Neid, Habgier, Hochmut und Unzucht.  D.h. wir brauchen ständig Läuterung, Wandlung. Das, was wir auf dem Altar feiern, soll in uns geschehen. Darum nehmen wir ja die Kommunion in uns auf.

Das heutige Evangelium vom Brotwunder zeigt uns den Weg: Jesus testet den Glauben seiner Jünger: Gebt Ihr ihnen zu essen.

Wenn wir nur auf die 5 Brote und 2 Fische schauen, dann geht es nicht. Wie oft ertappe ich mich, dass ich zu sehr auf die Defizite schaue, was fehlt. Schaue ich nur auf die Menschen, auf die Menge, kann ich Angst bekommen, Menschenfurcht, mich überfordert fühlen. Nein: bring die 5 Brote und 2 Fische zu Jesus. Bring das zu Jesus, was Du hast. Denke nicht, es ist zu wenig. Und was macht Jesus: Er blickt zum Himmel und segnete die 5 Brote und 2 Fische und bricht sie. Da geschieht Wandlung und Potenzierung.

Wir alle können eine Monstranz sein. Doch was strahlen wir oft aus? Wir bedürfen ständiger Erneuerung und  Füllung mit dem Geist Jesu. Und wenn wir nicht nur auf die Probleme starren, sondern unseren Blick zum Himmel weiten, zu den göttlichen Möglichkeiten, dann werden Überraschungen sich ereignen. Dann leben wir Fronleichnam, den lebendigen Leib des Herrn und werden göttliches Brot für andere. [/dropdown_box]

Pfingsten 2016: Der Heilige Geist bringt die Liebe Gottes

Sie müssen jetzt tapfer sein. Was wir heute feiern ist ein Traditionsbruch. Weiterlesen…

Christus in mir

08.05.2016                     Apg 7,55-60 / Joh 17,20-26                 

Wir feiern unsere kirchlichen Feste wie Himmelfahrt und Pfingsten ja nicht aus Erinnerungsgründen, sondern damit der Inhalt heute unter uns geschieht. Jesus will uns mit Feuer und Heiligem Geist taufen. Er will, dass Sein Geist in uns Raum bekommt, damit wir Christus in seiner Vollgestalt darstellen. Unsere Berufung: „ein 2. Christus zu werden“, sagt Vinzenz Pallotti. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Leider sind wir oft nur eine Karikatur oder ein Zerrbild. Darum gilt es, dem Geist mehr Raum zu geben.

Stephanus in der Lesung eist ein Beispiel: es heißt ausdrücklich: er war erfüllt mit dem heiligen Geist. Er betete so, dass er den Himmel offen sah. Und er betete, dass Gott seinen Mördern vergebe. Viele vermuten, dass dies Gebet die Bekehrung des Paulus freigesetzt hat.

Auch Jesus betet im Evangelium. Er betet um die Einheit seiner Jünger. Klar, Er weiß um ihre Streitigkeiten. Er zeigt den Weg: „ich in ihnen“! Und er benennt das Ziel: „damit die Welt zum Glauben kommt“!

Gebet ist ein Schlüssel. Gebet ist Dialog mit Gott, nicht einfach ein Besinnungstext, nicht einfach ein meditatives Kreisen um mich selber, sondern Hinwendung zu Gott und Hören auf Ihn! Die Bibel fordert uns auf, so oft wie es geht zu beten, ja ohne Unterlass. Also statt grübeln beten. Statt irgendein Kopfkino Träumen mit Gott. Durch den ganzen Tag kannst Du einzelne Bitten des Vater unser wiederholen: „Dein Reich komme“…zu Hause, in der Freizeit, bei der Arbeit. Du kannst täglich einen Psalm morgens beten und nimmst einen Vers mit in den Tag. Z.B. ein Wort, das oft vorkommt: „jauchzen“ oder „und dennoch“. Wichtig: nicht einfach darüber nur nachdenken, sondern es tun: wirklich „jauchzen“, tatsächlich „vergeben“, einfach zu „singen“.

So öffne ich mich immer neu dem Wehen des Geistes. Erneuerung und Verwandlung kann geschehen.

Christus in seiner Vollgestalt darstellen: das ist auch die Aufgabe der Kirche. Das Bild vom „Leib Christi“ kann auch für die größeren pastoralen Räume hilfreich sein: Christus ist das Haupt. Und die Glieder sind verschieden. Das ist auch gut so: eine Hand muss kein dritter Fuß sein, ein Auge ist kein Ohr. Aber wichtig. Sie wirken zusammen, nicht gegeneinander. Und die Hand wird trainiert, dass sie beweglich bleibt und noch vielseitiger wird. Das Ohr, damit es noch besser hören lernt, auch die Zwischentöne usw. Aber es geht um Christus für uns Menschen: seine Liebe, seine Barmherzigkeit, seine Gerechtigkeit, seine  Weisheit, seine Heilung usw…Ja, und Christus betet…[/dropdown_box]

Die Seinen hören auf seine Stimme

17.04.2016                     Apg 13,14.43b-52 / Joh 10,27-30          
An diesem Sonntag beten wir um geistliche Berufungen. Wir können in der Lesung staunen, wie die ersten Christ*innen ihr Leben in den Dienst für das Reich Gottes stellten. Ja, wir alle sind berufen, dort wo wir sind, wo wir wohnen, arbeiten, die Freizeit verbringen, Apostel – Boten Gottes zu sein. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Unsere aktuelle Ausstellung bei Kunst in der Kirche – zur Vernissage am Freitag waren 85 Personen – stellt mit Vinzenz Pallotti ja einen Heiligen dar, dem dies ganz wichtig war: das universale Apostolat!

In der Lesung staunen wir: die Jünger werden verfolgt und vertrieben, doch sie waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist. Hm – bei solchen Widerständen hätte ich doch eher gehadert oder gezweifelt. Die Apostelgeschichte beschreibt die Ausbreitung des Wortes in der Kraft des Hl. Geistes, mit Zeichen und Wundern – trotz Bedrängnissen und Verfolgungen. Es wird beschrieben, wie Überraschendes passiert, weil ein Philippus, ein Kornelius usw. sich vom Geist leiten ließen. Der Schlüssel: sie werden als betende Menschen beschrieben.

Im Evangelium sagt uns Jesus: „Meine Schafe hören auf meine Stimme.“. Wenn jemand sagt, er hört nie die Stimme Gottes, dann darf die Person sich auch selbstkritisch fragen: vielleicht bin ich noch nicht genügend sein? Gott spricht immer auch zu uns durch die Bibel – und viele Aussagen sind sonnenklar. Z.B. das wir Gott gehören! Das auch unser Leib Gott gehört. Wir hören so etwas nicht gern, weil wir selbstständig sein wollen. Nur: was kann unserem Körper besseres passieren, als wenn wir ihn Gott übergeben!   Gott ist Liebe, Gott ist Freiheit, Gott ist Weisheit, Gott ist Heilung!

Ja und Jesus spricht nicht nur vom Hören der Stimme, sondern vom Hören auf und vom Nachfolgen. Das ist das beste Lebenskonzept, ja auch zur Erneuerung unserer Gemeinden das beste Pastoralkonzept: „Hören, was Jesus sagt! Tun, was Jesus sagt!“ Das ist keine Theorie, sondern sehr konkret: Z.B.: Besucht Kranke, betet für Kranke und heilt sie! Oder: Nehmt Kinder auf, nehmt Fremde auf. Wer dies tut, nimmt mich auf! Was entgeht vielen Gemeinden,  weil sie nicht Jesus aufnehmen. Diese Woche besuchte eine Gruppe vom Bundeskongress der Caritas Pallotti-Mobil, es waren Diözesan-Caritas-Direktoren darunter. Und beim Mittagsgebet ließen wir uns ein Bibelwort von ihnen ziehen, und wir staunten: Spr 22,4: „Der Lohn von Demut und Gottesfurcht ist Reichturm, Ehre, Leben.“ Welch eine Ansage: wer von uns braucht nicht Reichtum, Ehre und Leben? Gott schenkt sie uns, wenn wir demütig sind und Ihn fürchten! Wie oft durften wir schon erleben, dass diese Verheißung stimmt. Wenn wir Gott in die Mitte stellen, nicht unsere Leistung oder wie toll wir sind, dann fügt Gott Wunderbares, auch finanziell!!!

Geistliche Berufungen: hören wir auf Seine Stimme? „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter.   Bittet den Herrn der Ernte um Arbeiter für seine Ernte!“ Wie oft tun wir dies? Vinzenz Pallotti hat dies jeden Tag gebetet, auch in dem Sinne, dass jede und jeder seine, ihre Berufung zum Apostel ergreift. Wenn wir einen Lebensstil entwickeln, wo wir trainieren, auf Gottes Stimme zu hören und ihr zu folgen, dann werden wir in eine wesentlich geistvollere Dimension des Lebens kommen – mit vielen neuen geistlichen Berufungen! [/dropdown_box]

Die Liebe als Erkennungszeichen

24.04.2016                     Apg 14,21b-27 / Joh 13,31-33a.34-35             

„Daran sollen all erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“Puh – da ist die Christenheit gespalten, und in vielen Gemeinden wird gestritten. Na, und privat und in der Verwandtschaft kann man ja auch oft einiges erleben…. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Die Evangelien berichten ja ganz offen, wie die Jünger sich streiten konnten, und die Apostelgeschichte zeigt, welche Konflikte und Auseinandersetzungen es auch in der frühen Kirche gab. Persönlich bin ich immer erstaunt, wie realistisch unsere Bibel ist: da heißt es heute: „durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“  Es gab auch massive Bedrängnisse von außen: Verfolgungen, Gefangennahmen, ja sogar Tötungen.  Das Überraschende aber ist, dass es immer wieder heißt in der Apostelgeschichte: sie waren freimütig, voller Freude, erfüllt vom Heiligen Geist und es geschahen durch sie Zeichen und Wunder. D. h. alles Menschliche, ja Tragische wurde durch eine andere Kraft durchbrochen: den heiligen Geist, das Pfingstereignis. Und diese Geisterfahrung war nicht einmalig, sondern geschah immer wieder.  Und auch der Schlüssel wird genannt, wie diese Geisterfahrung möglich wird: durch Gebet. Beten öffnet eine andere Dimension, die himmlische Dimension. Je weniger ich bete, desto weniger erlebe ich dies, je mehr ich bete, desto offener wird der Himmel. Kein Wunder, dass es immer wieder heißt: Betet ohne Unterlass!

Liebe, Nächstenliebe bis hin zur Feindesliebe: da sind wir menschlich überfordert. Die Kunst ist es, sich von Gott zuerst lieben zu lassen. Seine Liebe anzunehmen. Der Hl. Geist wird auch immer die Liebe Gottes genannt.  Also mich von Gott bestrahlen zu lassen. Also Gott gegenüber auf Empfang gehen, mich Ihm öffnen, Ihn einladen, Ihn in mir zulassen! Gott ist kein Dieb: Er wirkt nur dort stärker, wo Er gewollt und willkommen und eingeladen ist. Ich habe Ihm immer wieder die Tür zu öffnen (sie fällt nämlich im Alltag ganz schnell wieder zu), Gott ist kein Einbrecher.

Das Zulassen der Liebe Gottes führt mich auch zu einer gesunden Selbstliebe. Dass ich mich annehmen kann, mir wirklich vergeben kann. Über mich lachen kann. Je mehr das geschieht, desto mehr kann ich andere annehmen mit ihren Macken, leichter vergeben. Vor allem: ich brauche dann weniger  um die Liebe anderer zu betteln, weil ich ja eine Quelle in mir habe. Und je überfließender sie wird, desto mehr kann ich andere lieben. Dann wird Liebe weniger zu einem Gebot, einer Anstrengung, einem Krampf, sondern die Freude, die der Geist in mir entfacht, kann ich beschwingter weiter geben. „Die Liebe Christi drängt uns“ sagt einmal Paulus. Vinzenz Pallotti hat dies als seinen Leitspruch erwählt.

Und, dies zeigen Untersuchungen über wachsende Gemeinden: dort wo viel gelacht wird, dort, wo man sich gegenseitig beisteht, werden Christen interessant und attraktiv für ihr Umfeld. Dort, wo es langweilig ist, schlechte Stimmung herrscht, getratscht und viel gestritten wird, ziehen Menschen sich zurück. Daraus jetzt wieder eine moralische Forderung aufzustellen, führt schnell zu Krampf und Enttäuschung. Besser: zu Gott zuerst gehen, und sich von Seiner Liebe erquicken lassen….[/dropdown_box]

Impulsgedanken

10.04.2016                     Joh 21,1-19
Die Osterevangelien beschreiben sehr menschenfreundlich, wie die Jünger*innen sich schwertun mit dem Osterglauben und von Jesus schrittweise weitergeführt werden von Kleinglauben und Zweifel hin zur echten Jesus-Nachfolge. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

In diesem Text fallen sie zurück in ihr altes Leben und ihre alten Muster: sie gehen fischen…wo Jesus sie doch zu Menschenfischern machen wollte. Und sie erleben: trotz harter Anstrengung fangen sie nichts….
Ja, und wie bei ihrer Ersterfahrung mit Jesus sollen sie neu die Netze auswerfen – obwohl man bei Tageslicht eigentlich nicht fischen geht. 153 Fische steht für die damalige Zahl der bekannten Völker – ja Menschenfischer… Und dann provoziert Jesus den Petrus dreimal: „Liebst Du mich?“, und verbindet die Antwort mit einer Auftrag, mit Verantwortung: „Weide meine Schafe!“ Und fordert ihn zur ganzen Nachfolge auf, bis zur Hingabe seines Lebens für Jesus und den Osterglauben.
Wir können über die Verwandlung des Petrus nur staunen: vom Verleugner zum verantwortlichen Sprecher. Durch Petrus und auch die anderen Jünger geschehen in der Apostelgeschichte viele Zeichen und Wunder. Und Petrus wird tatsächlich zu einem Märtyrer, zu einem Lebens-Zeugen des Glaubens. Der Wendepunkt: Die Erfüllung mit dem Hl. Geist zu Pfingsten. Die Osterzeit mündet in das Pfingstereignis.

Impulsfragen
1) Wie offen erlebe ich mich und andere, zu einem österlich verwandelten neuen Menschen zu werden?
2) Welche Möglichkeiten und Verantwortungsaufgaben sehe ich konkret für meine Nachfolge Jesu? Wo und wie spüre ich, dass Er mich weiter führen will? Wie kann mir „der andere Beistand“, der Hl. Geist dabei helfen? [/dropdown_box]

Die Kraft des Kreuzes – unser Glaube soll sich auf den Erweis von Geist und Kraft gründen

26.03.2016                     Lk 24,1-12

Sympathisch, wie die Osterevangelien die Glaubensschwierigkeiten und die Zweifel der ersten Jünger*innen beschreibt. Heute halten sie das Gerede der Frauen für Geschwätz und Petrus war nur verwundert. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Worauf gründet unser Glaube? Paulus geht es wie uns: er kannte den irdischen Jesus nicht. Aber er spricht von der Kraft des Kreuzes. Für andere ist das Kreuz Torheit oder ein Ärgernis, aber für Gläubige Gottes Kraft und Weisheit (1 Kor 1+2). Paulus betont auch, dass es nicht um menschliche Weisheit geht (Philosophie), auch nicht um kluge Worte, sondern den Erweis von Geist und Kraft. Ist das nicht genau das, was uns oft fehlt? Ist es nicht genau das, was unseren Gemeinden oft fehlt, und wir uns nicht wundern müssen, wenn dann kaum jemand Neues kommt?

Paulus zeigt auch den Weg, wie wir dahin kommen können:  Er rühmt sich seiner Schwächen (wir rühmen uns meist unserer Stärken) und bejaht seine Ohnmacht und Angst, mit dem einen Ziel: dass die Kraft Gottes auf ihn herabkommt. Und dieses Übermaß der Kraft, was er dann erlebt, kommt nicht von ihm, sondern von Gott (2 Kor 12).

Wer von uns braucht nicht Auferstehungskraft? Wenn du dich selber für stark hälst, kann Gott Dir kaum helfen. Manche leben ja so, al ob Gott sie brauche…nein, wir brauchen Gott…und Gott möchte uns dann als verwandelte Personen senden.  Dieses Weg beschreiben die österlichen Texte: dass wir den alten Menschen ablegen, und Jesus Christus anziehen. In Ihm bekommen wir einen neuen Geist.  Und mit Seinem Geist eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

Gott beweisen mit dem Verstand – das ist schwierig. Aber sich der Erfahrung öffnen, dass ständiges Beten Veränderung bewirkt, kann man entdecken. Zunächst kommt neue Hoffnung ins Herz, dann innerer Friede, ja sogar Freude. Ja und wenn wir dran bleiben, immer mehr, dann wird es überfließend für andere. Nicht, dass es keine Probleme mehr gäbe, sondern dass wir hindurchkommen. Wie Paulus bekennt: „Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht“ (2Kor 8).

Glauben erfahren: dies haben die 12 jungen Leute der CAJ (Christliche Arbeiterjungend), die dieser Tage in unseren Gemeinderäumen lebten, erlebt, mit einem lebendigen Evangelium und Exerzitien auf der Straße. Oder wenn unser neuer Firmweg mit Pilgern oder gemeinsamen Tagen in einem Haus beginnt: Räume eröffnen für tiefere Erfahrungen.

Je mehr wir diese göttliche Kraft kennenlernen, suchen und zulassen, desto österlichere Menschen werden wir, und das strahlt aus – wie bei den ersten Christ*innen.

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„Es ist genug da, gebt Ihnen zu essen.“

24.03.2016                           Joh 13,1-15

Ein Zeugnis einer Missionarin in Mozambik hat mir das Geheimnis dieser heiligen Tage tiefer erschlossen. Sie arbeitet dort, um Kindern von der Straße ein zu Hause zu geben. Doch nach einigen Jahren war sie k.o. Sie betete zu Gott, dass sie gehen will.

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Immer zu wenig zu Essen, immer zu wenig Geld, soviel Gewalt, so viele Maschinengewehre. Sie kann und will nicht mehr. Da hatte sie das innere Erlebnis, dass Jesus ihr antwortet und als Gekreuzigter erscheint: „Es ist genug da. Darum bin ich doch für dich gestorben.“ Dann sah sie innerlich etwas Krasses: Wie Jesus immer neu aus seinem Körper Fleisch nahm, in seinen Händen wurde es zu Brot. Er gab es ihr mit den Worten: „Gebt dieses Brot an alle weiter, es ist genug da.“

Dies Erlebnis war für die Missionarin ein tiefer Wendepunkt, es revolutionierte ihren weiteren Dienst. Sie machte weiter und vertraute mit größerem Glauben Jesus, und erlebt mit Ihm Überraschendes, Wunderbares. Als ich dieses Zeugnis hörte, traf es mich ins Herz, dass Jesus für mich gestorben ist. Er hat es getan, damit immer genug da ist. Und ich bekam eine neue Sicht auf das Geheimnis der Eucharistie. Wollen wir dieses Geschenk, diese Liebe Jesu annehmen und weitergeben. Wollen wir uns von Jesus die Füße waschen lassen, uns nicht wehren wie Petrus, und auch anderen die Füße waschen, weniger den Kopf.  [/dropdown_box]

Impulsgedanken

13.03.2016                            Joh 8,1-11

Dieses Ev passt wunderbar in das Jahr der Barmherzigkeit. Es offenbart, wie schräg es ist, wenn Männer einseitig eine Frau verurteilen. Es zeigt, welchen Herausforderungen Jesus ständig begegnet, weil man Ihn auf die Probe stellt mit dem Ziel Ihn zu verklagen.

 [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Beeindruckend, wie Er sich und die Ehebrecherin aus dieser Falle befreit. Und welche Dankbarkeit, ja Erlösung muss diese Frau für Jesus empfunden haben. Wir können uns als Menschen wiederfinden, immer auch in den Pharisäern, die andere moralisieren und verurteilen. Mit unseren Fehlern auch bei allen: „Wer ohne Sünde ist, werfe den 1. Stein.“ Wir wissen um die Schwierigkeit: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Echte Umkehr ist gar nicht so leicht.
Doch als Nachfolger*innen Jesu (unsere Hauptberufung als Christ*innen) sind wir auch gefordert, wie wir anderen, ohne sie zu verurteilen, zu einem besseren Lebensstil verhelfen können. Als Nachfolger*innen Jesu sind wir berufen, in unseren Lebensbereichen auch zu „lehren“ – auch wenn da Widerstände zu erwarten sind. Nicht nur in Jak 5,20, sondern an mehreren Stellen der Bibel steht folgender Gedanke mit dieser Aufforderung: „Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.“ Damit tue ich mir persönlich voll schwer, aber drücke mich auch vor der Verantwortung und Hilfsmöglichkeit anderen gegenüber. Jesus ruft uns immer wieder zur Umkehr auf, zu einem aus Seinem Geist erneuerten Leben. Dazu gehört aber auch, dass wir umkehren zu unserem Nächsten wie wir ihn oder sie zu einem befreiten Leben unterstützen können.

Impulsfragen
1) Zur Umkehr in die Nachfolge Jesu gehört, sich vom Balken bei sich und dann den Nächsten vom Splitter zu befreien – wie stellich mich dieser Herausforderung?

2) Barmherzigkeit leben als Mitleid mit und für – ohne „gleichgültige“ Toleranz? [/dropdown_box]

Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen

28.02.2016                            1 Kor 10,1-6.10-12 / Lk 13,1-9         

Als wir im Pfarrgemeinderat letzten Dienstag dieses Ev teilten, meinten mehrere: O, Jesus ist hier aber voll hart. Ja, Bibelstellen können uns sogar runterziehen, wenn wir nicht –wie in der Musik- die Vor-Zeichen beachten: Gott ist die Liebe, und Gott ist barmherzig. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Jesu 1. Predigt ist eine Umkehr-Predigt: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Ja, und man spürt heute: Er ist enttäuscht, wie wenig dies geschieht. Da erzählen ihm gläubige Zeitgenossen, wie Menschen beim Opfern (also einer religiösen Handlung) von Pilatus umgebracht werden. Vielleicht wollten sie von Jesus hören: Das waren Sünder und die Strafe Gottes. Doch Jesus dreht den Spieß um und überspitzt ihn: Ihr werdet alle umkommen, wenn Ihr Euch nicht bekehrt.  Persönlich deute ich dies so, dass Jesus pädagogisch seine Gesprächspartner wach rütteln und zur Umkehr bewegen will. Wie Er an anderer Stelle betont: Im Himmel ist mehr Freude über einen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die meinen, keiner Umkehr zu bedürfen.

Fragen wir uns selber: Sind wir bekehrt? Wie selbstgerecht können wir sein? Ich kann nur ehrlich zugeben: ich bedarf der ständigen Umkehr in meinem Herzen und in meinen Gedanken zu Gott. Oder wie kürzlich jemand erzählte: Ich muss alle 10 Minuten im Kopf meinen Schalter zu Gott umdrehen, um mein Kopfkino zu verbessern.

Dass Jesus sich sehnt, dass wir wirklich umkehren und Früchte bringen, zeigt ja der Ausgang des Evangeliums mit dem Feigenbaum: er bekommt nochmal eine Chance.

Ja, Gott will, dass wir Früchte bringen. Ist das nicht großartig: Gott will, dass unser Leben Sinn macht und gute Auswirkungen hat.

Die Lesung gibt dazu konkrete Hinweise: Israel macht in der Wüste 2 große Fehler: sie folgen ihrer Gier und sie murren. Welche Eltern kennen es nicht, wie verletzend und enttäuschend es ist, wenn die eigenen Kinder ihre eigenen falschen Wege gehen und dabei unzufrieden sind und meckern. Die Befriedigung der Gier macht  eben doch nicht glücklich. Umkehr heißt im Glauben: zu Gott hin, Ihn neu ins Herz einladen. Dann füllt Er meine innere Leere. Dann brauche ich nicht der Gier zu folgen. Dann zieht innerer Frieden und Freude ins Herz…also kein Grund zum Murren…mürrisch sein.

Die Fastenzeit ist ein Trainingsprogramm beständiger Umkehr und Erneuerung. E s ist nicht einfach eine Buß- oder Verzichtsübung, sondern es vertieft die Gottesbeziehung und bringt gute Früchte hervor, die auch andere genießen können.  So wie wir Aschermittwoch als Fastenopfer vorgeschlagen haben: „Bringe Gott als Opfer Dein Lob!“  Egal wie die Umstände: nicht meckern, nicht zweifeln, sondern Gott loben und danken…das verbessert die Atmosphäre, vor allem, wenn ich dann auch andere mehr lobe als kritisiere.

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Impulsgedanken „Menschenfischer“

07.02.2016                             1 Kor 15,1-11 / Lk 5,1-11

Der heutige Predigtsplitter ist den Impulsen unserer Hauskirchen entnommen.
„Menschenfischer“ – wir tun uns verständlicherweise schwer mit dem Wort.Natürlich ist es ein Wortspiel: vom Fischer zum Menschenfischer. Es geht inunserem Glauben immer um Menschen, nicht einfach um Prinzipien.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Es sollte in der Kirche um die „lebendigen Steine“ vor allem gehen. Interessant ist, wie Jesus den Petrus gewinnt: Er bittet ihn um Hilfe! Das macht Jesus oft so: Die Frau am Jakobsbrunnen bittet Er um einen Schluck Wasser. Dann begegnet Jesus dem Petrus auf seiner Ebene und hilft ihm, viele Fische zu fangen. Das erschüttert Petrus. Er bemerkt, dass Jesus „mehr“ ist. Er will, dass Jesus weg geht, weil er sich nicht würdig fühlt. Doch Petrus gibt ihm eine ganz neue Lebensaufgabe.
In unseren Gemeinderäumen treffen sich aktuell wöchentlich 6 Selbsthilfegruppen nach dem 12-Schritte-Programm. Die Mitglieder haben ein Problem, wo sie Hilfe suchen: von anderen, aber auch von der „höheren Macht“, wie sie Gott gerne nennen. Sie gehen einen Weg des „spirituellen Erwachens“, mit der Bereitschaft, ihre Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
Und im 12. Schritt geben sie Zeugnis, sie geben ihre Botschaft, ihre Erfahrung an andere Betroffene weiter. So werden sie im besten Sinne „Menschenfischer“. Aus ihrem Problem wir eine Berufung, aus ihrer Schwäche eine Stärke.

Impulsfragen
1) Unser Glaube ist ein Weg, ein Prozess mit vielen Schritten: Woran liegt es,wenn ich stagniere? Was hilft mir, weiter zu wachsen?

2) Wie begegne ich anderen Menschen mit ihren Themen? Was kann ich von Jesu Verhalten da entdecken und lernen? Führe ich Menschen wirklich weiter?[/dropdown_box]

Mit und aus dem „Wort“ leben

31.01.16                                   Jer 1,4-5.17-19 / Lk 4,21-30                                                                      

Der letzte Sonntag im Januar heißt immer Bibelsonntag. Früher war es Katholiken untersagt, in der Bibel zu lesen, aus Angst vor Missbrauch. Nun, wie Heilige Bücher instrumentalisiert werden können, erleben wir.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Und Bibellesen alleine nützt wenig. Jesus sagt mal zu den Schriftgelehrten: „Ihr lest zwar in den Schriften, aber Ihr habt die Liebe Gottes nicht in euch.“ Auch Theologen können vielleicht Texte super analysieren, d.h. aber noch lange nicht, dass sie die Frohe Botschaft auch leben. Manchmal kommen einige Bibelexegeten mir vor wie Leute, die ein Essen beschreiben, in allen Einzelteilen, wieviel hiervon, wieviel davon, nur Essen tun sie es nicht und wissen gar nicht wie es schmeckt.

Es wie einen Fisch essen, sich nicht an den Greten verschlucken. Und immer beachten, was die Hauptkoordinaten sind: Gottes- und Nächstenliebe! Dem ist alles unterzuordnen!

Unsere Bibel ist ein Lebe-Buch. Konkret ist es sinnvoll, täglich 10 Verse fortlaufend in den Evangelien zu lesen und einen Psalm zu beten. Und dann ein Wort auswendig lernen und in den Alltag mitnehmen. Konkret auch heute aus den Texten: sie zeigen, unsere Welt ist voller Spannung und Konflikte. Wie oft ertappe ich mich in meiner Sehnsucht nach Harmonie und der Komfort-Zone, aber die Wirklichkeit ist anders. Das Leben ist oft Kampf, und oft stehe ich mir selber im Weg. Gerade auch für Gottesfreunde kann es schwer werden. Der Prophet Jeremia bekommt eine phantastische Zusage in seiner Bedrängnis, dass er eine eiserne Säule sein soll gegen alle (!) – Könige, Beamte, Priester, Volk: „Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten.“ So einen Vers sage ich mir gern in einer Konfliktsituation, um nicht aufzugeben oder zu verzweifeln. Ich wiederhole ihn, bis auch mein Unterbewusstes ihn glaubt und er „wirkt“.

Jesus soll gesteinigt werden (ganz aktuell: weil Er zeigt, wie fremdenfreundlich Gott ist!), aber Er geht mitten hindurch.

Es heißt, in einer säkularen Stadt wie Berlin sind wir für viele die einzige Bibel, die andere lesen. Welche Übersetzung finden sie mit uns? Dass wir fremdenfrendlich und betend sind, voller Freude und Dankbarkeit? Der heutige Tagesheilige Don Bosco war eine phantastische Übersetzung: ein lebensfroher Mann voller Träume und Visionen und Tatendrang, gerade auch in der sozialen Frage seiner Zeit in Turin. Er war übrigens Mitglied der Pallottinischen Unio, und hatte mit 9 Jahren einen wegweisenden Traum: Er sah Jungen Fluchen und Zanken, ging schreiend mittenrein und versuchte mit Gewalt für Ordnung zu sorgen mit dem Ergebnis, dass er verprügelt wurde. Dann hörte er eine Stimme, die ihm klar machte: Nicht mit Schlägen, mit Liebe und Geduld mach sie zu Deinen Freunden! Über Don Bosco haben viele Frauen und Männer ihre geistliche Berufung entdeckt, nicht nur als Salesianer. Und welche Kämpfe er hatte, vor allem mit der eigenen Kirche.

Eine interessante, gewiss auch befremdliche Übersetzung heute ist Heidi Baker, auch wenn sie in vielem wirklich nicht „unser“ Stil ist.(z.B. Wie Liebe aussieht: https://www.youtube.com/watch?v=uqA0MTaz_J4). Mit 16 Jahren schenkte sie Jesus ihr Leben. Ihr wurde gesagt, dass sie nun die Bibel studieren muss, um Gott näher kennen zu lernen. Für sie als Legasthenikerin eine Herausforderung. Doch sie stolperte über den Vers „Alles kann, wer glaubt“, und glaubte es!! Als Missionarin ging sie nach Mozambique und nahm verwahrloste Kinder auf. Nach einigen Jahren bekam sie voll die Krise: nie genug Essen, nie genug Geld, ständig Maschinengewehre. Sie schrie zu Gott, dass sie aufgeben will. Dann die Antwort des Gekreuzigten: „Es ist genug da. Dafür bin ich doch für dich gestorben.“ Das veränderte ihr Leben, sie glaubte an das „mehr“, das von Gott kommt, und erlebte die ersten Heilungen. Jetzt bekennt sie mit Johannes dem Täufer, dass sie in diesem Prozess noch voll steckt: „Jesus muss wachsen, aber mein Ego geringer werden“ (vgl., Joh 3,30).

In der Apostelgeschichte wird die Ausbreitung des Glaubens oft so beschrieben: Das „Wort“ wirkte in den Gläubigen und es breitete sich aus. Können wir das von uns und Nord-Neukölln sagen? Es gilt, das Wort zu trinken, wie es auf französisch so schön heißt: boire le mot, ja es wiederzukauen, wie die Wüstenmütter und –väter sagen. Das Wort anzuwenden und zu leben, das, was wir klar verstehen. Das verändert uns und unsere Umwelt. In diesem Wort ist Geist und Leben, in ihm ist das Licht der Menschen. Und Jesus ist das menschgewordene Wort! Wir sind mehr als eine Buchreligion: wir glauben und leben mit dem Du Gottes.[/dropdown_box]

Impulsgedanken

17.1. 2016                                1 Kor 12,4-11 Joh 2,1-11

Der heutige Predigtsplitter ist dem Impuls unserer Hauskirchen entnommen:

Mit dem letzten Satz finden wir den Zielsatz: Jesus will seine Herrlichkeit offenbaren, damit seine Jünger an Ihn glauben. Darum dürfen wir vertrauen, dass Er auch heute unter uns Zeichen wirken will, damit wir stärker glauben lernen. Wie kommen wir zu solchen Zeichen? Nun, mit einem Problem (hier kein Wein mehr) wie Maria zu Jesus kommen und sich nicht gleich abwimmeln lassen. Sondern: Was Er uns sagt, das tun!!! Auch wenn es bekloppt erscheint, wie 6 Wasserkrüge mit Wasser zu füllen und zum Kosten dem Verantwortlichen zu bringen…dazu gehört Glaubensmut, Glaubensrisiko. Ja, und wie wissen wir heute, was Er uns sagt? Nun, die ganze Bibel ist voller Verheißungen und auch klarer Handlungsanweisungen. Es gilt, sie einfach auf unsere Themen und Probleme anzuwenden und auszuprobieren. Gefragt ist also nicht ein theoretisches Diskutieren, sondern ein praktisches Experimentieren. Vorschlag: einfach mal aus dem Antwortpsalm von diesem Sonntag Ps 96, 2 bis zum nächsten Treffen testen: „Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag“. Also Gott singend und lobend durch den Tag zu gehen (auch wenn es einem gar nicht danach ist) und sein Heil proklamieren…also nicht unsere Ängste und Sorgen und Befürchtungen verkünden, sondern Gottes Heil, Gottes Möglichkeiten, Gottes Segen. Bin sicher, dass viele beim nächsten Treffen Überraschendes zu erzählen haben…

Impulsfragen 1)
Was hindert mich daran, mit einem konkreten Problem zu Jesus zu gehen? 2) „Was Er euch sagt, das tut!“
Wo habe ich schon Zeichen erlebt, weil ich einfach mal ein konkretes Wort aus der Bibel zu leben versuche?

Die Hl. 3 Könige locken uns aus der Mittelmäßigkeit in das Abenteuer Gottes

06.01.16                                   Eph 3,2-3a.5-6 / Mt 2,1-12                                                          

Welch eine symbolträchtige Geschichte: die 3 Magier, wie es im griechischen Urtext heißt, stehen für die 3 damals bekannten Kontinente Asien, Afrika und Europa. Ein Magier kann verzaubern, verwandeln. Kein Wunder, dass daraus Könige wurden, denn mit Machtsymbolen kennt sich die Kirche leider oft besser aus als mit Verwandlungskünsten. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Dafür brauchen wir heute Verwandler: Menschen, die Negatives in Positives drehen können. Und in der Kirche ist der Altar der Ort der Wandlung: wo Menschliches mit Göttlichem in Berührung kommt.

Die 3 Weisen fragen auch uns: bist Du bereit, aufzubrechen, aus Gewohntem auszusteigen, dem neuen Licht zu folgen? Es ist die Tragik vieler Menschen, dass sie in ihrer Entwicklung stehen bleiben, sich einrichten. Schon der 75-Jährige Abraham in der Bibel ist ein Vorbild, zu verlassen, auch die Verwandtschaft, um in ein Land zu kommen, das er noch nicht kennt. Wir wollen immer so gern schon wissen, haben Angst, in die Ungewissheit hinein zu vertrauen. Abraham schaut auch in den Himmel, in die Sterne.

Jesus spricht oft vom Verlassen und verheißt: wer um meinetwillen verlässt, wird hier schon hundertfach gewinnen. Die Sterne über unserer Krippe stehen für diese Verheißungen Gottes, Tausende in der Bibel. Eine soll uns 2016 näher begleiten: „Hört, und ihr werdet leben.“ Die 3 Weisen haben gehört, auch auf die Stimme im Traum, sonst wäre die Jesus-Geschichte vielleicht schon als Kind beendet gewesen. Sie haben Gott mehr gehorcht als den Menschen, auch mehr als der politischen Autorität, die wie so oft ihre Macht missbrauchte. Die Geschichten der Bibel beschreiben als Spiegel sehr realistisch unsere Lebenszustände. Die Schriftgelehrten kannten die Verheißung, sie wussten, wo der Messias geboren wird. Aber sie haben Kopfwissen, und brechen nicht selber auf. So kommt es nicht zur echten Begegnung mit Jesus…

Folgen wir wirklich dem Licht Gottes zu neuen Ufern? Wie oft folgen wir Irrlichtern, gehen Umwege, landen in Sackgassen. Jesus sagt: „Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.“. Was kann uns Besseres passieren, als das Licht des Lebens zu haben. Also werden wir Jesus-Nachfolger, so wie Vinzenz Pallotti es ausdrückt: „Jesu Leben sei mein Leben!“

Ja, und schenken wir wie die Weisen Jesus unser Gold: das, was uns goldwert ist. Zeit, unser Herz, unseren Eigenwillen. Wer sein Leben an mich verliert, wird gewinnen, sagt das Licht der Welt. Schenken wir Ihm unseren Weihrauch: d.h. unsere Verehrung, unseren Lobpreis, unseren Dank. Paulus drückt es mal so aus: „wir sind Christi Wohlgeruch für Gott…Lebensduft, der Leben verheißt“ (2 Kor 2,15). Na, wenn wir ehrlich sind, müssen wir wohl unser Deo (deus-Gott, kleiner scherz) wechseln. Ja, darum bringen wir auch unsere Myrrhe: dieses Baumharz, das als Heilungsmittel auch benutzt wird. Ganz frei übersetzt. Bringen wir Jesus all das, was uns mürrisch sein lässt. Damit Er es wandeln kann.

Die 3 Weisen stehen für alle Völker, die das Licht des Lebens suchen. Diese Sehnsucht verbindet uns Menschen. Ja, und Jesus ist dieses Licht. Wir sollen allen Völkern Jesus bringen – da zucken wir immer zusammen. Doch was kann uns Menschen und Völkern Besseres passieren als dieser Geist Jesu? Er ist gewaltfrei, barmherzig, gerecht. Er ist die Liebe. In Ihm ist Freiheit, in Ihm ist Vergebung, in Ihm ist Heilung, in Ihm ist Ewiges Leben…Was braucht die Welt heute dringender als diese Verwandlung?! Lasst uns gemeinsam diesem Licht folgen! [/dropdown_box]

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind immer persönlich

03.01.16                                   Eph 1,3-6.15-18 / Joh 1,1-5.9-14                                                      

Und? Was haben sie von Gott zu Weihnachten bekommen? Na – und was haben Sie Jesus geschenkt?

In der Lesung stehen tolle Geschenke: „mit allem Segen seines Geistes“, „Gnade – er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn“, „Geist der Weisheit und Offenbarung“, „welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt“. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Geschenke gilt es anzunehmen, auszupacken und mit ihnen zu leben….So wie es im Ev heißt: „Alle, die Ihn aufnehmen, gibt er Vollmacht…“

Oft ist uns überhaupt nicht bewusst, was uns alles in Jesus Christus geschenkt ist: nämlich alles!

Letzte Nacht haben 16 Litauer bei uns übernachtet, die auf dem Weg zur mehr-Konferenz vom Gebetshaus Augsburg sind. Über 6000 nehmen daran teil, man kann sie auf dem livestream verfolgen. Das Gebetshaus Augsburg fing damit an, dass ein Ehepaar und ein Freund begannen, im Wohnzimmer rund um die Uhr zu beten. Sie haben sich geöffnet, das Geschenk des Gebetes zu leben. Und das hat Auswirkungen, bis nach Litauen.

Ja, das ist das schönste Geschenk, was wir Gott machen können: Ihm Zeit zu geben, unser Ohr, unsere offenen Hände und vor allem unser Herz!

Mich persönlich fesseln ja immer autobiographische Zeugnisse von Menschen, z.B. auch von Wissenschaftlern. Wie sie oft Jahre hinter einer Entdeckung her sind, mit ganz vielen Misserfolgen, aber sie lassen sich nicht entmutigen, sondern jagen Tag und Nacht dem hinterher. So brauchen wir für neue Durchbrüche im Glauben, für „mehr“ wirklich Intensität und Ausdauer.

Die Tage las ich eine Beschreibung von dem mit 70 Jahren verstorbenen Sänger Lemmy von Motörhead. Bei allem Sympathischen dieses Pastorensohnes, es ist traurig, wie er die letzten Jahre seelisch und körperlich gezeichnet war durch Alkohol- und Drogenkonsum. Er konnte aus Langeweile stundenlang vor einem Spielautomat sitzen und ihn einfach nur anstarren. Ja – was füllt einen Menschen innerlisch aus? Was gibt Sinn und Erfüllung? Alk jedenfalls nicht, anscheinend auch nicht Sex. Lemmy sagt von sich, er hat mit über 1000 Frauen geschlafen, und wenn einmal ein Mann darunter war, warum nicht? Aber binden wollte und/oder konnte er sich nicht. Das erlebe ich auch oft mit Menschen Gott gegenüber: sie wollen sich nicht binden, um unabhängig und autonom zu bleiben. Nur, dann bleibt die innere Leere, die nur Gott ausfüllen kann. Und es gibt keine größere Freiheit, als die Möglichkeiten, die sich mit Gott eröffnen. Ich jedenfalls will mich gerne immer neu mit „der Liebe“ verbinden. Denn das ist die Tragik der Ur-Sünde, in die wir Menschen immer wieder verfallen: Wir wollen Independance – Unabhängigkeit, und fallen genau so aus Gottes Providence, Gottes Vorsorge für uns.   –   Steigen wir zum Schluss in ein wunderbaren Weihnachtsgeschenk ein, das uns am Weihnachtstag in der Lesung Tit 3,,5 geschenkt ist. Da ist vom „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Hl. Geist“ die Rede. Baden – so reinigend um erfrischend, und wir brauchen es immer wieder: Gott Du darfst uns reinigen und erfrischen, erneuern im Heiligen Geist. Unseren Körper, unsere Seele, unseren Geist – jetzt, und jeden Tag neu. Verweilen wir einfach noch in diesem wunderschönen Bild…Das Ev preist heute die, die aus Gott geboren sind.[/dropdown_box]

Mit Gottes Verheißungen ins Neue Jahr

31.12.15                                   Num 6,22-27 / Lk 2,16-21                                                 

Für das Neue Jahr nehmen sich viele etwas vor: abnehmen, mehr Sport, mehr Zeit für die Freunde usw. Doch vielleicht stimmt das alte Sprichwort: „Der Weg zur Hölle ist mit 1000 Vorsätzen gepflastert.“  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Laut einer Umfrage nimmt sich ein Drittel gar nichts vor, und manche haben die Haltung: einfach kommen lassen, und dann annehmen, was kommt. Beide Haltungen haben ihre Tücken: die Vorsätze basieren auf Willensanstrengung und Leistung und sind somit der Versuch von Selber Sorgen und damit Selbsterlösung. Das passive Kommen Lassen und dann Annehmen verkennt meine proaktive Verantwortung, und manches was kommt, kommt ja gar nicht von Gott, sondern sind Versuchungen und negative Bedrängnisse.

Interessant ist, dass die Bibel ein völlig anderes Konzept   verfolgt: die Verheißungen leben! Es gibt Tausende davon, und wenn wir täglich eine leben wollten, bräuchten wir Jahre. Verheißungen sind immer dialogisch und partnerschaftlich aufgebaut: etwas, was mein Part ist, etwas, was Gott dann ermöglicht. Dies zu unterscheiden ist äußerst wichtig: ich muss und kann nicht tun, was Gott nur tun kann und will – das ist auch sehr entlastend. Inneren Frieden z.B. kann ich nicht machen, nicht erzwingen, sondern mir nur schenken lassen. Und es gibt etwas, das wird Gott nie für mich tun, weil ich es schlicht selber machen muss: z.B. geben, beten, jauchzen, vergeben, meine Hände und meinen Kopf benutzen usw. .

In St. Christophorus bemühen wir uns immer wieder um die Verheißung: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazu gegeben.“ Wir haben schon starke Erlebnisse damit gehabt, bis hin zu personellen und auch finanziellen Segnungen. Doch wie oft ertappe ich mich, dass ich doch mein Reich suche und meine Gerechtigkeit…

Im Gebet ist mir für 2016 eine direkte Verheißung für 2016 gekommen: „Hört, und Ihr werdet leben!“ (Dtn 4,1). Auf Gott hören: d.h. nicht einfach machen, was ich will oder was mir in den Sinn kommt, sondern vorher Gott fragen. Hören – das bedeutet, wirklich in der Bibel zu lesen und das zu leben versuche, was ich verstehe. Hören – das beinhaltet, auf die innere Stimme zu lauschen, auf meine Seele und meinen Körper zu achten, aber mit der Offenheit: „Gott, was meinst Du dazu?“ Hören heißt auch anderen zu zuhören. Oft spricht Gott durch sie, aber wie für alles braucht es die Unterscheidung der Geister: ich muss nicht blind die Erwartungen anderer erfüllen, sondern tiefer fragen: Gott, was willst du? Wir sind berufen, mehr Gott als Menschen gefallen zu wollen, mehr Gott als Menschen zu gehorchen. Das ist auch sehr befreiend: Denn Gottesfurcht sticht Menschenfurcht, um in der Skatsprache zu sprechen. Na und „leben“ – in Gott ist Leben in Fülle…also für und in jedem (!) Aspekt des Lebens…Halleluja.

So wollen wir zum Schluss Gottes Wort praktizieren und uns gegenseitig den biblischen Segen aus der Lesung zusprechen. Wir legen unserem Banknachbar wechselseitig die Hand auf die Schulter und beten für sie oder ihn: „Ich bin da* segne und behüte dich. Ich bin da lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Ich bin da richte sein Angesicht auf dich und schenke dir Sein Heil“, Amen.

*Hinter „der Herr“ steht in der hebräischen Bibel im Urtext fast immer der Gottesname Jahwe – Ich bin da, ich bin für Euch da. Um den Gottesnamen nicht zu missbrauchen, wurde er durch Adonai – Herr ersetzt.[/dropdown_box]

Die neue Familie Jesu

27.12.15                                   Sir 3,2-6.12-14 / Lk 2,41-52                                            

Wenn wir heute eine Figur noch in die Krippe stellen wollen, könnten wir Harald Schmidt nehmen, der seine neue Rolle im Tatort so definiert: Gab es noch nie im Tatort – heterosexueller Mann, treuer Familienvater und katholisch. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Nun, Familie ist bei Jesus immer auch relativ zu betrachten. Nicht nur heute im Ev, wo er betont, dass Er in dem sein muss, was seines Vaters ist. Er spricht davon, dass wer Vater, Mutter und Kinder (an einer Stelle auch Partner)um Seinetwillen verlässt, das 100-Fache schon hier bekommt. Er beansprucht, wer Eltern oder Kinder mehr liebt als Ihn, Seiner nicht würdig ist. Und Er stellt klar: „Bruder Schwester und Mutter ist für Ihn, wer den Willen des himmlischen Vaters erfüllt.“ Die neue Familie Jesu ist eindeutig gottzentriert, nicht menschen- oder beziehungsfixiert.

Darin liegt für uns alle die Chance der Heilung: Denn die Grundlage aller Heilung, auch der Heilungen unserer Beziehungen, liegt in der Heilung der Ur-Beziehung zu Gott. Ein geistlicher Leiter bekannte einmal in einem öffentlichen Zeugnis: Bevor ich Jesus näher kannte, suchte ich mein Glück in Beziehungen. Doch ich merkte, mit jeder neuen verlor ich immer mehr mich selber. ..bis ich endlich Jesus tiefer fand und Ihn in mein Herz ließ.

Die Weisheiten unserer Bibel sind nicht einfach Moral, sondern Weisungen zum erfüllten Leben. Wenn ich sie missachte, begebe ich mich aus dem Schutz Gottes. Nehmen wir heute die Worte der Lesungen: sie sind voller Verheißungen, nicht einfach Gebote. Und sie sind aktuell: wenn der Verstand deines Vaters abnimmt, beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft! Achte das Recht deiner Mutter! Dies in einer Zeit gesprochen, wo Frauenrechte noch gar kein großes Thema waren – leider in einigen Kulturen und Religionen heute immer noch nicht, wie auch wir Katholiken wissen…

„Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lang leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem Herrn.“ Diese Verheißungen verdienen, wirklich entdeckt und angewandt zu werden. Die Ehre der Mutter wird mit der Ehre Gottes gleichgesetzt! Welch eine Anerkennung! Ja, ein Lebensverlängerungsprogramm ist nicht nur das Fitnisstudio und gesunde Ernährung, sondern die Achtung des Vaters! Ja, und wenn deine Gebete nicht erhört werden und du Stress mit deinen Kindern hast, dann schau auch mal, wie du es mit deinem Vater hälst. Sogar die Verzeihung der Sünden ist da im Angebot. Und wenn Du Mangel erleidest, schau doch mal, wie du mit deiner Mutter umgehst.

Interessant die Wortwahl: achten, ehren. D. h. nicht, einfach alles tun, was die Eltern sagen. Im Gegenteil: dem erwachsenen Menschen rät die Bibel schon auf der ersten Seite, Vater und Mutter zu verlassen, um frei zu sein für eine neue Bindung.

Wir Menschen sind Beziehungswesen. Wir werden über das Du bekanntlich zum Ich. Die Bibel fordert uns auf, die Ur-Beziehung zu vertiefen. Das Du-Gottes, das wir „die“ Liebe nennen. Das führt uns auch in eine größere Gemeinschaft mit den Mit-menschen, in die Familie Gottes. Hier hat der Wille Gottes Priorität: und dieser Wille will das Heil aller Menschen.[/dropdown_box]

2. Weihnachtsfeiertag – Stephanus lebt das Christus-Geheimnis und ist so Vorbild für uns

26.12.15                                   Apg 6,8-10; 7, 54-60 / Mt 10, 17-22                                   

Wenn wir auf die Krippe hier schauen, könnte man fast denken, da fehlt jemand: Helene Fischer….kleiner Scherz …aber heute kommt wirklich eine neue Figur: der Hl. Stephanus. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Viele zweifeln ja an Gott und dem Weihnachtsgeschehen, wenn sie Problemen begegnen oder die Krise der Welt sehen. Dabei wurde uns nie eine heile Welt versprochen, wie die heutigen Texte zum 1. christlichen Märtyrer zeigen. Gewalt und Hass werden vorausgesagt, aber auch der Weg gezeigt, wie wir durchkommen.

Stephanus wurde Diakon, weil es Konflikte in der Urgemeinde gab (Konflikte gehören zum Leben, die Frage ist, wie wir konstruktiv damit umgehen) über die Essensverteilung. Wir können staunen, wie kreativ sie einfach ein neues Amt schufen. Solche Lösungskreativität wünsche ich auch unserer Kirche und Welt heute. Witzig ist ja, dass Katholiken oft fragen, was darf jemand, was darf er nicht. Vielleicht sollten wir nach dem Bericht der Apostelgeschichte lieber fragen: ist jemand voll des Hl. Geistes? Kann er oder sie Zeichen und Wunder wirken? Wenn nein, warum eigentlich nicht?

Jesus ist gekommen, um uns mit Feuer und Heiligem Geist zu taufen. Und als genau so ein Mensch wird Stephanus beschrieben. Interessant, was er dem religiösen Establishment vorwirft: „Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Hl. Geist widersetzt…“ (Apg 7,51). Wir dürfen uns fragen, ob es das bei uns auch gibt? Wir können den Hl. Geist blockieren, wenn wir göttliche Heilung z.B. lächerlich finden oder für uns nicht wichtig. „So wir Ihr glaubt, wird es geschehen“, sagt Jesus. Wenn du es nicht glaubst, wird es auch nicht geschehen.

Als wir 2011 die größte christliche Gemeinde der Welt besuchten, staunten wir nicht schlecht, dass sie ständig von Zeichen und Wundern redeten – und wir wurden Zeugen davon. Der Gründer sagt, dass jedes Gemeindemitglied 2 Stunden täglich beten solle, sonst kämen wir nicht in die Dimension von Zeichen und Wundern. Und 5 Kapitel aus der Heiligen Schrift täglich betend lesen. Von sich sagt er, dass er 3-5 Stunden täglich betet. Oft sagen ihm andere Pastoren, dazu haben sie keine Zeit, sie hätten zuviel zu tun. Er lacht dann immer und meint: Nun, ich vermute, dass ich eine größere Verantwortung für viel Menschen habe als ihr. Aber ich kann dies alles nur leisten, wenn ich soviel bete. Bete ich weniger, habe ich weniger Träume und Visionen. Ich falle aus der Glaubenslogik zurück in die nur natürliche Logik und komme ins Zweifeln. Bete ich, bekomme ich Kraft, Hoffnung und falle bessere Entscheidungen.

Schwierigkeiten begegnen wir allen. Jesus sagt im Ev heute: Das gibt Dir 2 Chancen: 1) Du kannst Zeugnis abgeben…ehrlich gesagt, geben wir oft ein schlechtes Zeugnis ab, wenn wir in Schwierigkeiten verzweifeln, aufgeben, rumschimpfen, Schuldzuweisungen machen. Stephanus gibt ein super Zeugnis ab: Er sieht den Himmel offen und vergibt: D.h. er stirbt versöhnt in der Gewissheit des Lebens über den Tod hinaus. 2) Und der Hl. Geist kann durch uns reden, wird präsent, erfahrbar. Dies geschieht aber nur, wenn wir uns keine Sorgen machen, sondern Ihm vertrauen. Wenn wir nur selber sorgen, wollen wir das Problem alleine lösen und geben dem Hl. Geist keinen Raum. Stephanus antwortete auf die Anfeindungen so, dass sie dem Geist und der Weisheit, mit der er sprach, nicht widerstehen konnten. Der geisterfüllte Stephanus ist ein Beispiel, wie wir in der Kraft Gottes Zeichen und Wunder wirken können und trotz gruseliger Umstände versöhnt den offenen Himmel erleben können. Der Weg dorthin geht über das möglichst immerwährende Gebet: immer wieder, auch spielerisch und locker, den Schalter umdrehen mitten im Alltag, damit Gottes Gnade fließen kann. Immer wieder Worte der Bibel denken und prokamieren und vor allem anwenden. Z.B. immer wieder auch singend mit Lob- und Dankliedern durch den Tag gehen. Das verändert nicht nur Gefühle, es ermöglicht Gottes Fügungen. Wie eine verliebte Person einfach ständig den Namen Jesus im Herzen und auf den Lippen bewegen. Dann öffnen sich die himmlischen Schleusen. Gott sucht nach Menschen, durch die Er wirken kann.[/dropdown_box]

Heilige Nacht 2015       Statio

24.12.15                                                                       

Weihnachten 2015 – ein Wetter wie zu Ostern.

Weihnachten 2015 – in Bethlehem war auch heute wieder Gewalt.

Weihnachten 2015 – das Lageso hat einige Tage zu – ist das vielleicht eine Lösung?

[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Weihnachten 2015 – Papst Franziskus mischt weiter Kirche und Welt auf.

Weihnachten 2015 – Mutti Angie ist auch Mutti der Flüchtlinge.

Weihnachten 2015 – der neue Star Wars Film ist da – die Parallelen sind offensichtlich: Es geht um die Geschichte „Gut gegen Böse“. Es geht um den Kampf des Lichts gegen die Finsternis. Und die Geschichte geht von einem Kind aus, dass lernen muss, sich in der Welt zu behaupten, um dem Bösen zu widerstehen und schließlich, um die Menschen zu erlösen.

Also kommen Sie weiter in die Kirche, dann sparen Sie sich die Kinokarte.

Weihnachten 2015 – Berlins neuer Bürgermeister Müller ist 1 Jahr im Amt, unser neuer Bischof Heiner Koch 4 Monate. Beide haben große Baustellen: vom Flughafen Schönefeld bis zur Hedwigskathedrale.

Weihnachten 2015 – Hertha ist Bundesliga-Dritter. Ein Wunder?

Weihnachten 2015 – Der DFB ist in der Krise: er hat 6,7 Millionen € zuviel.

Weihnachten 2015 – wieder sind mindestens 18 Menschen in der Ägäis ertrunken, darunter mehrere Kinder.

Weihnachten 2015 – Deutschland exportiert weiter seine Werte: VW, Deutsche Bank und ganz viele Waffen – da sind wir mit an der Weltspitze.

Weihnachten 2015 – von 60 Millionen Flüchtlingen weltweit kamen 1 Millionen nach Deutschland, d.h. die Fluchtursachen scheinen größer zu sein.

Weihnachten 2015 – beeindruckendes ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge in unserem Land – wir können staunen und dankbar sein.

Flüchtling – für viele das Unwort des Jahres, weil die Endung –ling so verkleinernd klingt. Experten raten, wir sollen auch nicht mehr Frühling oder Liebling sagen.

Weihnachten 2015 – wir haben einen neuen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand: so zahlreiche Kandidat*innen gab es lange nicht, Halleluja

Weihnachten 2015 – der Klimawandel ist auch in St. Christophorus angekommen. Noch nie gab es Weihnachten soviele Palmenbäume in der Kirche.

Weihnachten 2015 – wir feiern Jesus, das menschliche Gesicht Gottes – mitten unter uns, mitten in uns. Hosianna. [/dropdown_box]

Heilige Nacht 2015       Die Fleischwerdung Gottes heute durch uns

24.12.15                                   Jes 9,1-6 / Lk 2,1-14                                      

Wir alle leben in vielen Bedrängnissen. Doch kein Grund an Gott zu zweifeln, denn Herbergssuche, Flucht nach Ägypten, Kindermord : Maria und Joseph sind treu ihren Weg mit Gott weiter gegangen, und das „Wunder Jesus“ konnte geschehen.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir Menschen haben ein tieferes Problem: die innere Leere, die es in uns gibt. Wie füllen wir sie aus? Mit noch mehr Arbeit, mit Essen und Trinken (Ihr Gott ist der Bauch, kritisiert einmal Paulus), mit immer mehr Geld (Mammon), mit Flucht in die digitale Welt? Der Witz: all das funktioniert nicht, die Leere kommt wieder, wie der Kater nach dem Rausch, wie der totale Druck nach der Droge. Im Film „Love“ versuchen 2 Menschen ihre Leere auszufüllen, indem sie immer ständig miteinander zusammen sind und möglichst viel Sex miteinander haben…nur, es hilft nicht. Auch ein gemeinsames Kind, so schön es ist, hilft bekanntlich längerfristig auch nicht. Die innere Leere kann nur durch Gott ausgefüllt werden. Das ist die tiefere Botschaft von Weihnachten. „Allen, die Ihn aufnehmen, gibt Er Vollmacht, Kinder Gottes zu werden….die aus Gott geboren sind“ (Joh 1).

Das ist die frohe Botschaft: „Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen….So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt (Eph 3.17.19) betet Paulus.

Unser Problem, dass wir auf diesem Weg mit der Füllung Gottes irgendwo stecken geblieben sind. Es geht darum, dass Jesus in uns nicht nur Kind ist, sondern wirklich zur Fülle in unserem Denken, Reden und Handeln wachsen darf. Bei manchen ist es in der Trotzphase hängen geblieben, andere befinden sich gerade in der Pubertät, bei manchen ist Funkstille, andere gehen gerade getrennte Wege mit Ihm, ja und viele halten Ihn bewußt klein und von vielen Bereichen ihres Lebens fern. Dabei kann uns nichts Besseres passieren, als wirklich zuzulassen und zu wollen, dass Er in uns mehr und mehr verwandeln und erfüllen darf. Denn in Ihm ist Freiheit, in Ihm ist Friede und vollkommene Freude, in Ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis. Er ist die Liebe und unendliche Barmherzigkeit, in Ihm ist Vergebung und Heilung und ewiges Leben.

Was tun? Nun, wer diese sprudelnde Quelle, ja Ströme lebendigen Wassers , von der Jesus spricht (Joh 4,14 und 7,37f), in sich nicht kennt, lade Ihn mit einem Gebet in sein Herz: „Komm, Jesus, wohne in mir, Du bist in mir willkommen, ich brauche Dich, ich will Dich.“ Ehrlich gesagt, ich bete täglich so, um meinen inneren Aku aufzutanken.

Bekanntlich können wir nur das weitergeben, was in uns ist: wenn Langeweile und Leere in uns sind, strahlen wir das aus, wenn Frust, Ärger, Wut in uns sind, geben wir das weiter. Doch je gottvoller wir werden, so mehr sprudelt der Mund davon. Jesus ist gekommen um Feuer auf die Erde zu bringen, und Er will uns mit Feuer und Heiligem Geist taufen. Am Besten beten wir jetzt: „Komm, göttliches Feuer. Jesus, Du darfst mich jetzt mit Feuer und Heiligem Geist taufen. „ Wenn ich das ehrlich tue, gebe ich die Kontrolle auf und übergebe die Kontrolle an Jesus in einem großen Vertrauen. Denn wenn ich dieses Feuer kontrollieren will, halte ich es klein, wenn ich mich wirklich in Gott fallen lasse, immer wieder, dann erfasst es mich ganz und verwandelt mich. In diesem Feuer des Heiligen Geistes werden die Charismen sprühen: ein Glaube, der Berge versetzen kann, die Kraft zu Zeichen, Wundern und Heilungen. Übernatürliche Weisheit und Erkenntnis. Und diese Gnadengeschenke werden geben, damit sie anderen nutzen, damit Reich Gottes Wirklichkeit wird.[/dropdown_box]

4. Advent – Wie das Wort Gottes heute Fleisch werden kann

20.12.15                                   Hebr 10,5-10 / Lk 1, 39-45                                    

Advent – Die Ankunft Gottes in unser Leben. Weihnachten – die Inkarnation des Wortes Gottes. Wie können wir das heute erleben – inmitten aller Bedrängnisse dieses Lebens? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Unsere Bibeltexte haben 2 Schlüssel: den Willen Gottes leben und Verheißungen glauben und anwenden.

In der Lesung wird uns Jesus beschrieben, wie Er mit Freuden kommt, den Willen Gottes zu tun. Immer wieder im NT betont Er, wie wichtig der Wille Gottes ist und sagt von sich: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.“ Können wir von uns sagen, wir sind Willen-Gottes orientierte Personen? Der Wille Gottes ist nicht nebulös, sondern in vielen Bibelstellen klar ausgedrückt wie: „Vergebt, betet allezeit, freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Wer einen Fremden aufnimmt, nimmt mich auf. Selig, die keine Gewalt anwenden“ usw….Über diese Bibelstellen sollte weniger diskutiert werden, sie sollten gelebt werden.

Doch im 2. Schlüsselwort begegnet uns, dass es in der Bibel meist weniger um Gebote oder Imperative geht, sondern um Verheißungen, etwas Wunderbares: „Selig, die du geglaubt hast, das sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“, sagt Elisabeth zu Maria. In unserer Bibel gibt es Tausende von Verheißungen. Sie haben meist 2 Teile: ein Part, den ich tun muss, und ein Teil, den Gott dann fügt und schenkt, und den ich nicht machen kann und somit auch nicht machen muss. In unserer Verheißung: Maria glaubt, das ist ihr Part. Dann fügt Gott die Erfüllung (hier die Schwangerschaft mit Jesus), und als Begleiterscheinung wird sie selig, glücklich.

Wir haben gute Erfahrungen in St. Christophorus mit: „Suchet zuerst das Reich Gottes (das ist unsere Aufgabe), dann wird Euch alles andere dazu gegeben.“ Das fügt dann Gott.

Auf unserer Studienreise nach Korea konnten wir staunen, wie die Gemeinde Arme motiviert, den Zehnten zu geben. „Wer gibt, empfängt.“ Normal ist der Reflex, das Wenige zusammen zu halten. Doch die Gemeinde erlebt mit vielen Armen, wie sie durch dieses Geben in den Segen Gottes kamen.

Es liegt in unserer Verantwortung, ob wir im Zweifeln oder der rein menschlichen Logik bleiben, oder ob wir uns auf die übernatürliche Logik der Verheißungen einlassen. Die Bibel fordert uns sogar auf, Ihn, Gott zu testen!

Beim „heiß beten“ entdeckten wir Freitag für uns die Verheißung: „Suche Ihn zu erkennen auf all Deinen Wegen, dann ebnet Er selbst Deine Pfade.“ Also unser Part: Gott zu suchen auf allen unseren Wegen: also auf dem Weg zur Arbeit, zum Fernseher, zur Kirche, zum Café, ins Bett usw. Und eine starke Verheißung, dass dann Gott unsere Wege ebnet!!! Wenn ich also im Alltag erlebe: überall Hindernisse, ich weiß nicht weiter – umschalten: Ihn zu erkennen suchen in dieser Situation. Das setzt die Verheißung frei, dass Gott wirken kann.

Wenn wir adventliche Menschen im Alltag immer mehr werden wollen, gilt es, den Willen Gottes zu tun! Das setzt wunderbare Segnungen Gottes frei. Wenn wir diese im Leben vermissen, sollten wir adventlich umkehren und uns fragen: wie kann ich besser den Willen Gottes erfüllen?!

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3. Advent Gaudete – Freuet euch

13.12.15                                   Phil 4,4-7          Lk 3,10-18                              

Der heutige Predigtsplitter ist dem Impuls unserer Hauskirchen entnommen:

Die Frage “Was sollen wir tun?“ bewegt uns oft. Die Antwort ist nicht immer leicht, doch wir können staunen, welch konkrete Antworten Johannes gibt. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“] Und sie sind aktuell bis heute: teilen, nicht betrügen, keine Gewalt. Ja, die Bibel ist nicht einfach ein Buch für den Kopf, auch nicht nur für das Herz, sondern sie enthält viele Handlungsanweisungen. Die Wahrheit und die Weisheit der Bibel erweisen sich in der gelebten Praxis. Ja, und wir dürfen uns selbstkritisch fragen: sind wir mit Feuer und Heiligem Geist getauft? Leben wir diese Taufe? Was in unserem Leben ist Spreu, was Weizen?
Der Weg zum Weizen, Frucht bringen ist klar: Lebe die klaren Worte der Bibel und lass Dich von Jesus taufen – tauche in Jesus ein: „Es trinke, wer an mich glaubt, aus seinem, ihrem Innern werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Joh 7,37f). „Feuer auf die Erde zu bringen bin ich gekommen. Was will ich anderes als dass es brenne“ (Lk 12,49).

Impulsfragen

1) Wo haben wir schon gute Erfahrungen gemacht, wenn wir Worte der Bibel gelebt haben? Wo erleben wir Schwierigkeiten, Worte der Bibel -sie enthält immerhin Tausende von Verheißungenauszuprobieren oder zu testen?

2) Mit Heiligem Geist und mit Feuer getauft sein – mit Feuerwasser sozusagen- wo kennen wir Erlebnisse, wo wir im Glauben wirklich on fire sind? Wie können wir zu diesem level von „nur mit Wasser“ zu „Heiligem Geist und mit Feuer“ kommen?

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Kopf hoch mitten im Chaos

15.11.15                        Hebr. 10,11—14.18 / Mk 13, 24-32                                 

Der heutige Predigtsplitter ist dem Impuls unserer Hauskirchen entnommen:

Am Ende des Kirchenjahres und zu Beginn des neuen, also am Anfang des Advents, begegnen uns in den Evangelien sogenannte „apokalyptische Texte“.
Apokalypse bedeutet Offenbarung, und diese Texte beziehen sich meist auf die Endzeit.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Natürlich sind sie schwer verstehbar und wurden und werden darum leicht fehl gedeutet.Darum betont Jesus auch, dass es falsche Messiasse geben wird, falsche Propheten, und niemand kennt die Stunde. Zentral heute: „Himmel und Erde werden vergehen“ – ja, alles ist vergänglich, „aber meine Worte werden nicht vergehen“ – Gottes Wort ist ewig. Das „Wort“ hat eine riesige Bedeutung: durch das Wort Gottes ist alles geworden, und die Ausbreitung des christlichen Lebens wird im NT oft umschrieben: das Wort wirkte und breitete sich aus. Jesus ist das menschgewordene Wort Gottes.
Ganz praktisch: wenn ich eine Bedrängnis habe, suche ich mir oft im Reichtum der Bibel eine passende Verheißung (es gibt Tausende) und wiederhole die immer wieder und bete dann wie Maria: „Mir geschehe nach deinem Wort“, und kann dann oft staunen über die Wirkkraft des Wortes.
Die apokalyptischen Texte beschreiben Schreckliches, heute: große Not und die Erschütterung des Kosmos. Mit helfen diese Bilder oft, Schreckliches heute auch anders einordnen zu können: Katastrophen widersprechen nicht dem biblischen Gott, Er beschreibt sie ja. Ständig fangen wir Menschen ja an zu zweifeln bei Leiderfahrungen.
Und die Texte geben konkrete Handlungsanweisungen: heute: „lernt, erkennt“. Im V 33 unmittelbar nach unserem Text: „Seht euch also vor und bleibt wach!“. Mein Lieblingsvers, mitten im apokalyptischen Chaos: „Wenn Ihr all das seht, dann richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn eure Erlösung ist nahe.“ Welch ein Anti-Depressivum!

Impulsfragen

1) Wie können wir den biblischen Schatz des Wortes Gottes als Offenbarung, Erkenntnisquelle und Wirkkraft stärker heben ?
2) Wir leben in einer dramatischen Weltsituation: Wo spüren wir die Anfechtungen des Glaubens? Wo kann er uns zu einem Glauben in Aktion motivieren? [/dropdown_box]

Jesus ist da zu retten, nicht zu richten… und wir?

08.11.15                        1 Kön 17, 10-16 / Mk 12, 38-44                      

Immer wieder können wir staunen, welch guter Beobachter Jesus ist. Er durchschaut auch die Scheinheiligkeit und Heuchelei des religiösen Establishments und zeigt einen Blick gerade für die, die andere gerne übersehen, hier die Witwe. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Für unsere Weiterentwicklung ist es unabdingbar, Jesus immer wieder zu fragen: „Wie siehst Du mich? Hast Du Freude an mir? Hast Du Verbesserungsvorschläge?“ Wenn wir Ihn das 1x im Monat fragen, erahnen wir vielleicht halbjährlich einen Hinweis….wenn wir Ihn wöchentlich fragen, vielleicht monatlich. Doch wenn wir Ihn ständig fragen, werden wir sehr sensibel für Ihn und lernen immer mehr, uns von Ihm leiten und korrigieren zu lassen. Das kann uns immer mehr in einen übernatürlichen Lebensstil führen, so wie die Witwe in der Lesung. Sie ließ sich trotz ihrer Not auf den verrückten Hinweis des Elia ein, zuerst ihm etwas zu geben, und erlebte die himmlische Logik: Wer gibt, empfängt! Schade, wie viele in der Kirche nach der weltlichen Logik leben und sich wundern, wie wenig sie erreichen. .

Jesus heißt im NT der Menschensohn, der Gottessohn, der gute Hirte, der Bräutigam, aber auch der Weltenrichter. Den Scheinheiligen sagt Er im Ev heute ein hartes Urteil voraus. Spannend ist es und hilfreich, sich die Kriterien des Gerichts anzuschauen, einige Beispiele. Vor dem Gericht soll –schon hier auf der Erde- kein Ansehen der Person gelten, sondern jeder ist gleich, denn das Gericht hat mit Gott zu tun. Nun wir wissen, selbst heute haben Reiche mehr Chancen vor Gericht, allein weil sie sich einen besseren Anwalt leisten können. Dann wird viel Wert auf das soziale Verhalten gelegt: Ich war fremd, und Ihr habt mich aufgenommen oder nicht aufgenommen. Ich war krank, und Ihr habt mich besucht oder nicht besucht.

Auch der Glaube spielt eine entscheidende Rolle: Wie du geglaubt hast, wird es dir geschehen. D.h. wer glaubt, nach dem Tod ist Schluss…hm…kann sein, dass das Bild in der Bibel vom 2. Tod für die Person eintrifft, wäre traurig. Gott will das Heil aller, aber Er zwingt sich nicht auf. Es heißt auch, nach dem Maß mit dem Du misst, wird Dir gemessen…ja Jesus und das NT betonen oft, wir sollen nicht urteilen und richten. Das machen wir ständig, haben sogar Vorurteile. Jesus will uns dazu bringen, das Gericht Gott zu überlassen. Es wird –tröstlich- auch gesagt, Barmherzigkeit triumphiert über dem Gericht, aber jedem wird nach seinen Taten vergolten. D.h. wir tragen eine große Verantwortung, mit langfristigen (ewigen) Konsequenzen.

Im Grunde gibt es nichts Besseres, als einzugestehen, dass wir uns den Himmel nicht verdienen können (auch nicht brauchen – das entspannt), sondern Gottes Geist ständig anrufen, in uns das zu bewirken, was Gott gefällt. Diese ständige Empfangshaltung kann uns erneuern und verändern. Und je mehr wir Gott lieben und vertrauen, desto mehr werden wir von Seiner Liebe überströmt. Das fließt massiv auf andere über. Deswegen sind ja Heilige Persönlichkeiten, die im Glauben starke Transformationen erlebten und Überraschendes in ihrem Umfeld bewirken konnten. Kein Wunder, dass die Kirche überzeugt ist, sie, die Heiligen, sind im Himmel, schon jetzt.

Wenn Jesus sagt, Er sei nicht gekommen um zu richten, sondern um zu retten, dann muss dies auch immer mehr unsere Haltung als Christen werden: nicht andere verurteilen, sondern ihnen helfen, das Heil für ihr Leben zu finden. Dann verliert die Kirche auch ihren unangenehmen Moralingeruch und wird immer mehr zu einem Ort aufblühenden himmlischen Lebens. [/dropdown_box]

Verkündet sein Heil von Tag zu Tag

25.10.15                        Jer 31, 7-9 / Mk 10, 46-52               

„Verkündet sein Heil von Tag zu Tag“, dieses Psalmwort steht diesmal über den Weltmissionssonntag. Haben Sie gestern sein Heil verkündet? Zumindest vorgestern? Hm…Sind Sie bereit, es heute und morgen zu versuchen? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir feierten 850 Jahre Brandenburger Dom, doch die Christianisierung geschah nach der militärischen Eroberung im ottonischen Reich. Hm. Und die Zwangstaufen der Sachsen unter Karl dem Großen scheinen bis heute nicht richtig zu wirken, in Sachsen ist christlich gesehen noch viel Luft nach oben.

Der Auftrag Jesu ist, zu allen Völkern zu gehen und sie zu seinen Jüngern zu machen. Aktuell kommen Menschen aus vielen Völkern zu uns, und viele haben Angst vor Überfremdung und gar Islamisierung. Das zeigt, wie unsicher wir in unserem Glauben sind. Gewiss ist das Flüchtlingsdrama eine schwierige Herausforderung, die schnell zur Überforderung werden kann, aber wir hörten schon in der Lesung, dass Massenmigrationen zur menschlichen Geschichte, oft Leidensgeschichte gehören. „Weinend kommen sie, und tröstend geleite ich sie“. „Von den Enden der Erde, darunter Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen“.

Ja, wie sollen wir uns da als Jünger*innen Jesu erweisen? Eigentlich klar: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.“ Der Kern unseres Glaubens ist gelebte Gottes- und Nächstenliebe, bis hin zur Feindesliebe. Darum, wenn wir andere zu Jünger*innen Jesus machen, dann geht es nicht um Machtspiele und religiösen Imperialismus, sondern um Bekehrung zur praktizierten Gottes- und Nächstenliebe. Diese Umkehr brauche ich selbst täglich. Und wenn wir in die Wirklichkeit schauen: viele sind von Hass geleitet. Nicht nur der IS-Kämpfer, sondern auch Brandstifter an Flüchtlingsunterkünften und alle Hassprediger, auf der Straße und leider auch manchmal unter Christen.

Wir brauchen wirklich eine Weltmission!

Wie missioniert man im Sinne Jesu? Nach Paulus nicht durch Überreden, auch nicht durch menschliche Weisheit, sondern den Erweis von Geist und Kraft. 2/3 des öffentlichen Wirkens Jesu bestand aus Heilungen und Dämonenaustreibungen. Sind wir ehrlich: Heilung und die Befreiung von Negativem braucht jede und jeder immer wieder. Sein Heil von Tag zu Tag…

Wie man einen Menschen für Jesus gewinnt, demonstriert heute Jesus. Der blinde Bettler Bartimäus schreit um Hilfe, doch viele reagieren ärgerlich und wollen ihn mundtot machen. Höre ich die Schreie der Menschen auf meinen Lebensweg? Lass ich sie an mich ran? Frage ich, was ich ihnen Gutes tun kann?

Die Antwort Jesu ist verblüffend: „Geh! Dein Glaube hat Dir geholfen.“ D.h. Jesus macht eigentlich gar nicht viel. Er bringt den Bettler nicht zum Glauben, sondern bestärkt seinen Glauben! Jesus erkennt: wer so nach mir schreit, der erwartet etwas von mir. Wann haben wir das letzte mal nach Jesus geschrien? Wir müssen nicht unbedingt schreien, aber intensiv beten, vielleicht tatsächlich auf die Knie gehen. Interessant übrigens: der Bettler geht nicht, sondern folgt Jesus nach! Der Kern der Heilung und auch Missionierung im Glauben ist die Heilung unserer Beziehung zu Jesus Christus und zu Gott! D.h.: wenn Sie heute mit einer Not zu Jesus kommen, mit dem erwartenden Glauben, Er kann mir helfen, und dann wirklich in der Gemeinschaft mit Jesus bleiben, Ihm nachfolgen: Sie können sicher sein, dass der Glaube hilft, dass sich etwas verändert. Vielleicht nicht das ganze Problem, aber es wird eine Besserung eintreten: neue Hoffnung, neue Gelassenheit, eine andere Einstellung zu dem Problem. Und wenn Sie in Jesus bleiben, d.h. godline sind, ständig in Gebetshaltung, wir dürfen staunen, wie sich da viele Dinge verändern, bis hin zur besseren Laune. Immer wieder höre ich Zeugnisse von Leuten, die sich darum tatsächlich bemühen, und wirkliche Verbesserungen erleben.

Wenn ich um die Lösung in einem Problem mit Gott ringe, dann helfen 2 Sachen: wie beim Lösen eines Knoten: fang mit der leichtesten Stelle an und verkrampfe dich nicht in der schwierigsten. Wie früher bei einer Mathearbeit: verliere deine Zeit nicht mit der schwierigsten Aufgabe, sondern lös erstmal die einfacheren. Ja, und gib Gott die Chance, Dir etwas zu dem Problem sagen zu dürfen, einen Rat, einen Hinweis. Das verändert manchmal völlig die Perspektive. Wir können und müssen es trainieren, Impulse, Bilder, Worte von Gott zu empfangen. Ihre Echtheit zeigt sich in ihrer positiven Wirkkraft.

Na, und wer Heil von Gott empfängt, der erzählt das weiter, gibt Zeugnis. Je mehr wir empfangen, desto überquillender werden wir. Dann passiert es wie in der Lesung: „Jubelt voll Freude, jauchzt, verkündet, lobsingt“…wobei: das sind Imperative! Ja, wir Menschen tun uns schwer, wirklich unseren Glauben froh auszudrücken. Doch wenn wir es tun, strahlt es aus. Dann verkünden wir sein Heil von Tag zu Tag, durch Wort und Tat! [/dropdown_box]

Wie können wir Versuchungen überwinden?

18.10.15                        Hebr 4,14-16 / Mk 10, 35-45         

In der Lesung heißt es, dass Jesus in allem versucht wurde….so dass Er mitfühlen kann mit unserer Schwäche.
Die Bibel kennt 3 Grund-Versuchungen, denen wir jeden Tag begegnen: gelten wollen, genießen wollen, haben wollen; auch genannt : Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir alle sind darin gefangen. Gefährlich wird es, wenn es zur Sucht wird: zur Geltungssucht, Genusssucht und Habsucht. Diese Versuchungen sind ur-menschlich, und die Weisheit der Bibel geht darauf ein, indem sie uns einlädt: such Deine Ehre bei Gott, weniger bei den Menschen! Habe Deine Lust an Gott, dann gibt Er Dir was Dein Herz begehrt. Verzichte um Jesu willen, dann wirst Du hundertfach gewinnen! Kurz: lebe mit Gott, dann gewinnst Du!!!

Die beiden Jünger Johannes und Jakobus waren der Versuchung erlegen: sie wollten Ehrenplätze neben Jesus. Die anderen Jünger streiten: wer ist der Größte? Wir kennen diese Machtspiele aus den Schulklassen bis hin zum Arbeitsplatz und der Gesellschaft. Und auch der Vatikan ist nicht frei vom Spiel der Eitelkeiten, wie Papst Franziskus immer wieder betont.

Jesus spricht offen den Machtmissbrauch der Mächtigen an. Wenn wir auf die Welt schauen, sehen wir dies bestätigt. Auch unsere im Grunde so gute Demokratie müssen wir kritisch hinterfragen: in Wirklichkeit regiert Geld die Welt, auch den König Fußball. Und Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure weltweit. Wer so viel Waffen säht, muss sich nicht wundern, wenn Flüchtlinge kommen. Der chaldäische Bischof Audo von Syrien sagt, dass es keine militärische Lösung geben kann. Man muss die Waffenlieferungen stoppen. Nur wie? Es gibt keine einfachen Lösungen. Alles ein Minenfeld voller Versuchungen: zur Gewalt, zur Resignation, zum Desinteresse und und und…Ja, und nach der Bibel steht hinter den Versuchungen auch ein Versucher: ein Räuber, Durcheinanderwerfer und Zerstörer…und die Bibel nennt ihn den Fürst dieser Welt. Jesus fordert von uns eine klare Entscheidung: wir können nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Bei uns Jesus-Nachfolgern soll der Erste der Diener aller sein. Jesus stellt die gängige Ordnung auf den Kopf. Vermutlich auch das Patriarchat, wenn Er betont, wir sollen uns nicht Vater (also auch nicht Pater) nennen lassen. In seinen Aufzählungen über die neue Familie Jesu, wer für Ihn Schwester, Bruder, Mutter ist, lässt Er immer den Vater aus. Mir haben Atheisten schon oft gesagt, sie seien Atheisten geworden, weil zu Hause ihr Vater Gott spielte…Doch es gab und gibt immer auch „andere“ Väter.

Ja und wirklich ganz anders Jesus: Aus Solidarität mit uns nennt Er sich meist Menschensohn, nicht Gottessohn. Er lässt sich nicht bedienen, sondern dient. Er hat Mitleid mit unseren Schwächen. Und dann kommt in der Lesung der originelle Weg, wie wir Versuchungen überwinden können: „Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit“. Voll Zuversicht – also nicht angstvoll. Es gibt so viele Menschen, die Gott nicht als Freund sehen, sondern als Feind, gruselig. Erbarmen: ja bei Gott können wir Vergebung empfangen, so dass wir nicht mit Schuldgefühlen leben müssen. Tragisch, wie viele Menschen ihren ganzen Müll immer weiter mit schleppen und sich dann wundern, dass es so stinkt. Gnade: d.h. aus der Kraft Gottes leben. Also nicht aus Leistung, sondern aus Gott. Wir müssen sozusagen nur den Hahn aufdrehen, dass sie fließen kann. Wer diese Kunst entdeckt, wird freier von Zwängen, von Krampf und Verbissenheit.

Ja und Hilfe zur rechten Zeit: wir wollen gern die Hilfe schon vorher. Nein, Glaube zeigt sich im Vertrauen, dass es zur rechten Zeit kommt. Jesus lehnt Vor- Sorgen ab, sondern es wird den Glaubenden in dem Moment gegeben, wo sie es brauchen. Das Manna in der Wüste gab es nur für den Tag. Als die Israeliten horten und vorsorgen wollten, sagte Gott: Nein, lebt im Vertrauen auf mich, lebt mit mir, lebt für mich.

Wir sind alle Tag und Nacht vielfältigen Versuchungen ausgesetzt. Doch es gibt einen Lösungsweg: ständig zum Thron der Gnade gehen… aus Gnade leben lernen.

PS: auf eine Versuchung habe ich eine gute Lösung gefunden. Auf die Versuchung des Haben Wollens, des Recht haben Wollens, des immer das letzte Wort haben wollen: ich sage einfach: Halleluja![/dropdown_box]

11.10.2015

(Weisheit 7,7-11 / Ev: Mk 10, 17-30)

Heute ist der Predigtsplitter aus unserem Impuls für unsere Hauskirchen genommen.
Dieses Evangelium halte ich für uns, die wir alle ja mit Jesus irgendwie unterwegs sind, für sehr bedeutsam. Es ist die Frage, auf welchem Niveau wir als Christen leben wollen, und ob wir wirklich bereit sind, im Glauben zu wachsen.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]
Wie der junge Mann machen wir immer wieder eine Kniebeuge vor Jesus, kennen zumindest die Gebote und haben Fragen an Jesus. Tja, und wenn Jesus uns eine Einladung gibt, wirklich ganz mit Ihm zu leben?! Ich kenne viele Christ*innen, die in ihrem Glauben unglücklich sind, weil sie auf einen Ruf
nicht eingegangen sind, bzw. nicht eingehen. Stark die Formulierung: „Weil er ihn liebte“. Das übersehen die meisten: weil sie nur auf den Preis schauen, nicht auf den Inhalt.
Mit Reich Gottes ist nicht nur der Himmel nach dem Tod gemeint, sondern Reich Gottes schon hier und jetzt: wo Göttliches geschieht. Aber es passiert für uns nicht, wenn wir viel „besitzen“. Das ist nicht nur materiell gemeint, sondern grundsätzlich: wofür lebe ich, worauf setze ich mein Vertrauen? Wer vor allem auf eigene Kraft und Leistung vertraut, wird nur natürliche Ergebnisse erleben. Wer sich auf Gott ganz einlässt, wird Über-Natürliches erleben. „Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für
Gott; denn für Gott ist alles möglich.“
Ja, es ist paradox: wo ein Mensch heute um Jesu willen verlässt…die Person wird hier schon das 100-fache empfangen. Stark! Und ganz realistisch: „wenn auch unter Verfolgungen“, denn wir sind hier noch nicht im Himmel.
Ganz ehrlich: wie vielen Menschen begegnen wir, die so sehr „gefangen“ sind in ihren natürlichen Beziehungen, dass sie gar nicht offen sind für die übernatürlichen Dimensionen. Dabei ist die Verheißung phantastisch!!!

Impulsfragen

1)Wenn ich den Eindruck habe, Jesus schaut mich liebend an – welche Einladung spricht Er an mich aus: Was soll ich lassen, um mit Ihm zu gewinnen?

2)Wo habe ich schon erlebt, dass ich mit Jesus 100-fach empfangen kann?[/dropdown_box]

Göttliche Gedanken denken lernen, göttliche Wege suchen  

13.09.15                        (Jak 2,14-18 / Ev Mk 8,27-35   )     

Ein Glaube ohne Werke ist tot, schreibt Jakobus. Ich kann nicht zu einem Armen sagen „geh in Frieden“, und gebe ihm nicht, was er braucht. Ja so aktualisiert dies Papst Franziskus: Jede Gemeinde und jede geistliche Gemeinschaft soll zumindest eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

. Ich habe letzte Woche nicht schlecht gestaunt, welche Offenheit es gibt, aber auch welche Ausreden. Ja, wir sind aufgefordert, Werke des Glaubens zu vollbringen. Und Jesus verheißt sogar: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, ja er wird noch größere vollbringen.“ Also Glaube ist gefragt, nicht Kleinmut oder Angst.

Im Evangelium bekommt Petrus, unser 1. Papst, eine krasse Ansage. Zunächst wird er gelobt, dass er Jeus als Christus, als Messias, den Gesalbten Gottes erkennt. Die Meinungsumfrage davor „Für wen halten mich die Menschen?“ hat dies nicht erbracht. Unser Glaube soll sich auch nicht auf die Meinungen von Menschen stützen, sondern auf göttliche Offenbarung. Das bekommt Petrus deutlich zu spüren. Als er menschlich völlig verständlich Jesus vor dem Leiden bewahren will, reagiert dieser massiv: „Weiche von mir Satan!“. Ja, ein Mensch, der gerade noch das Richtige gesagt hat, kann kurz danach Unsinn reden….wer kennt das nicht? Die Begründung ist aufschlussreich für unser christliches Leben: „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“

Wie fällen wir unsere Entscheidungen? Es ist gut, wenn wir uns besprechen. Doch noch wichtiger ist, sich mit Gott zu besprechen: „Was denkst du? Was willst Du?“. Wir können das durch ständiges Einüben lernen, sensibel für die Eingebungen Gottes zu werden. Wer es nur einmal die Woche übt, bekommt vielleicht einmal im Jahr eine Antwort. Wer es ständig übt, der wird in die Welt der Zeichen und Wunder eintreten!!!

„So hoch der Himmel über der Erde (und das ist ein Riesen-Höhenunterschied), so hoch sind meine Gedanken über euren Gedanken und meine Wege über euren Wegen“, heißt es bei Jesaja. Sind wir bereit für göttliche Gedanken?! Sind wir offen, unsere Wege zu verlassen und Gottes Wege zu suchen?!

Göttliche Gedanken entdecken wir, wenn wir täglich in der Bibel lesen, wirklich mindestens einen Psalm und 10 Verse eines Evangeliums. Das verbessert unser Kopfkino. Denn die Bibel ist voller Verheißungen und klarer Kurskorrekturen. Heute im Ev z.B.: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren (das können wir oft sehen und erleben), wer es aber um meinetwillen verliert, wird es retten“… welch eine Zusage! Ich übersetzte gern: Wer sein Leben an mich verliert, wird gewinnen!!!

Bist du bereit, Dein Leben an Jesus zu verlieren?! Wirklich Ihn an die 1. Stelle zu setzen. Dann bete immer wieder, auch jetzt: „Jesus, ich will für Dich leben, mit Dir, aus Dir, für Dich!“

Wenn ich das ehrlich tue, öffne ich mich für Gottes Wege, so wie der Psalmist bietet: „Ebne Deinen Weg vor mir!“ Dann werde ich bereit, nicht einfach meine Wege zu gehen, sondern mich von Gottes Geist leiten, korrigieren und weiter führen zu lassen. Und Gottes Wege sind gar nicht so geheimnisvoll, viele Aussagen in der Bibel sind ganz klar, wie: Wege des Friedens, Schritte der Versöhnung …bis: „Wer einen Fremden aufnimmt, nimmt mich auf!“ Ja, lernen wir göttliche Gedanken denken – das erweitert uns – und wagen wir göttliche Wege…dann passieren Wunder. [/dropdown_box]

Predigt zum 22. Sonntag im Jahreskreis 

30.08.15                        (Ev Mk 7,1-8. 14-15 21-23)     

Der heutige Predigtsplitter ist dem Impuls der Hauskirchen zu diesem Evangelium entnommen. In diesem Text hinterfragt einerseits Jesus unsere Religiösität, und dann konfrontiert Er unsere menschlichen Schattenseiten, was da von innen so alles rauskommen kann.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Lassen wir uns hinterfragen: wo ist unser Herz? Lieben wir Gott aus ganzem Herzen? Schenken wir Gott unser Herz? Oder geht es uns doch eher um Äußerlichkeiten, um menschliche Traditionen als um die Gebote Gottes? Ein sensibles Beispiel: der Sonntagsgottesdienst. Viele fragen: woher weiß ich, was der Wille Gottes ist. Nun: sowohl im AT wie im NT wird klar ausgedrückt, dass Gott will, dass die Glaubenden sich einmal die Woche treffen, um gemeinsam Gott zu loben. Das drückt vor der Welt unsere Gottverbundenheit aus und stärkt die anderen Glaubenden, die uns ansonsten vermissen. Doch bei vielen ist die Wochenendgewohnheit eine ganz andere. Und gewiss kann man auch den Sonntagsgottesdienst nur äußerlich mitfeiern, weniger mit dem Herzen. Dann sollten wir dies ändern, z.B. wirklich als Betende dabei sein, um die Gebetsatmosphäre zu stärken.
Na und im 2. Teil zeigt sich Jesus als ein trefflicher Menschenkenner. Auch die Psychologen sagen: Alles beginnt im Kopf, auch alles Negative und Destruktive, und dies wird oft von Impulsen aus unserem Herzen oder Bauch stark beeinflusst. Unser christlicher Weg ist somit immer auch ein Herzens-Weg. Es gilt, immer wieder unser Inneres zu läutern und unser Herz mit Gottes Geist füllen zu lassen. Dies ist ein Weg der Wandlung. Es geschieht nicht durch Leistung, sondern im Bemühen und in der Öffnung und Einladung auf Gott hin, uns durch Seinen Geist zu erneuern.

Impulsfragen

1) Wie pflege und gestalte ich meine Herzensbeziehung zu Gott? Was hilft mir zu einer Verbesserung?
2) Was hilft mir, mit negativen Impulsen konstruktiver umgehen zu können?[/dropdown_box]

Predigt zum 16. Sonntag im Jahreskreis 

19.07.15                        (B, Jer 23, 1-6)     

Wenn es Ihnen wie mir geht, dann sind Sie vielleicht von den zahlreichen Schafsgeschichten, Schafsbildern und Schafsvergleichen, die sich in der Heiligen Schrift finden, manchmal etwas genervt, wenn nicht gar ein wenig beleidigt. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Denn oftmals sind es wir ja, also Sie und ich, die darin die Rolle der Schafe spielen. Nun ist das Schaf sicherlich kein Tier, das sich durch diejenigen Eigenschaften auszeichnet, die wir im Allgemeinen für besonders erstrebenswert halten. Von klassischen Tugenden wie Klugheit, Tapferkeit, Mäßigkeit oder Beständigkeit kann überhaupt keine Rede sein. Und was Eigenständigkeit und Selbstbestimmung angeht, die wir ja oft für die wichtigsten und erstrebenswertesten Ziele überhaupt halten, kann man nur sagen: absolute Fehlanzeige! Das Schaf ist ein Herdentier, das eigentlich fast immer allen anderen hinterherrennt; außer vielleicht wenn es gerade ein wenig dösig ist, dann braucht es dafür höchstens einmal ein in den Hintern zwickenden Hütehund. Und selbst die oft zitierte Gutmütigkeit ist im Falle des Schafes ja eigentlich überbewertet, aus Mangel an Gelegenheit nämlich. Es ist ja nicht so, als ob so ein Schaf die Wahl hätte. Von der Hygiene ganz zu schweigen! Falls Sie dennoch nicht überzeugt davon sind, dass Schafsvergleiche im Allgemeinen keine gute Idee sind, können Sie es ja mal an Ihren Ehepartnern, Eltern, Freunden oder Arbeitskollegen ausprobieren.

Und doch ist das Bild aus dem Johannesevangelium (Jn 10.14) von Jesus als gutem Hirten, der seine Schafe beim Namen nennt, sammelt, und für sie sein Leben hingibt, eines der stärksten Bilder für die überströmende, sich immer wieder reich verschenkende und aufopfernde Liebe Gottes überhaupt; und doch ist der Psalm 23, der vom Herrn als Hirten spricht, der meine Seele erquickt, und dessen Stecken und Stab mich im finstren Tal trösten, wohl auch mit Recht der bekannteste aller Psalmen.

Das liegt wohl daran, dass wir am Ende zugeben müssen, dass wir gar nicht so eigenständig und selbstbestimmt sind, wie wir immer meinen. Nicht nur, dass wir in den finstren Tälern unseres Lebens, wenn uns angst und bange zu werden droht, der Führung durch den Herrn bedürfen, sondern auch im „Normalfall“, im Alltag unseres Lebens ist die Frage oft nicht, ob wir einer anderen Stimme folgen, sondern vielmehr die, welcher Stimme wir folgen. Hören wir auf Seine Stimme und folgen Ihm, oder folgen wir einer anderen Stimme, die sich dann vielleicht als Dieb oder Räuber erweist.

Allerdings erschöpft sich das Bild vom guten Hirten darin noch lange nicht, denn wir sind nicht nur Schafe, sondern selbst auch Hirten. Auch wir sind es, die andere beeinflussen, lenken und leiten. Sei es, dass wir in Verantwortungspositionen sind oder einfach nur jemand mit einer Stimme in der Familie, im Freundeskreis, oder am Arbeitsplatz. Dann stellt sich auch sofort die Frage: Wie setzen wir diese Stimme ein?

Der Prophet Jeremia klagt Hirten an, die die Schafe seiner Weide „zugrunde richten und zerstreuen“ statt aufzubauen und zu sammeln. Er meint damit zunächst einmal die Mächtigen seiner Zeit: Könige, Richter und Kaufleute, die in die eigene Tasche wirtschaften ohne daran zu denken, dass das ganze Volk damit an den Rand des Abgrunds geführt wird.

Das kennen wir natürlich (in diesen Wochen vielleicht besonders einmal mehr). Wir sehen es immer wieder in den Handlungen der Staats- und Regierungschefs, der Wirtschaftsbosse und Finanzexperten unserer Zeit, deren Anliegen es oft ist, ein System zu stärken und fortzuführen als darauf zu schauen, was den Menschen dienen würde. Man könnte es etwas allgemeiner vielleicht so formulieren, dass der Prophet hier in seiner Herrschaftskritik für eine konkrete Verantwortungsethik plädiert. So weit so gut. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass dies nicht nur in den großen politische oder wirtschaftlichen Gefügen gilt, sondern auch im Leben eines jeden von uns. Immer dort, wo wir in Beziehung stehen, haben wir Verantwortung, sind wir dazu bestimmt, der Hüter unseres Nächsten zu sein.

Jeremia legt diesem Gedanken im Folgenden sogar noch nach, und zwar mit einem gewaltigen (und richtig herausfordernden) theologischen Paukenschlag: Gott selbst ist es, der seine Schafe sammelt. Und wie tut er das? Indem er Hirten bestellt, also durch Menschen, die sie weiden, damit sie sich nicht mehr fürchten und ängstigen und nicht mehr verloren gehen. Das Handeln Gottes geschieht im Handeln derjenigen Menschen, die in seinem Auftrag unterwegs sind!

Wann sind wir also im Auftrag des Herrn unterwegs? Wenn wir Sammler sind und keine Zerstreuer! Dort, wo wir zusammenführen anstatt zu trennen, dort handeln wir in der Nachfolge des Herrn. Dort, wo wir Netzwerke schaffen, Verständnis fördern, aber auch den Nächsten stärken, ermächtigen (im Englischen gibt es dafür das schöne Wort: empowering!), dort handeln wir in der Nachfolge des Herrn.

Hüten und Sammeln bedeutet immer auch Stärkung! Das entgegengesetzte Prinzip drückt sich nämlich in der Formel aus: „Teile und Herrsche!“ Das ist bereits seit dem römischen Reich eines der Leitprinzipien des jeden Imperialisten und Diktators: Man teile eine Gemeinschaft in kleinere Einheiten, die sich dann gegenseitig bekämpfen, um sie zu schwächen und letztendlich besser kontrollieren zu können. Es ist das Leitprinzip des Widersachers. Dort, wo sich immer mehr kleine Grüppchen und Sekten bilden, Splittergruppen, die gegen die anderen kämpfen und sich darin erschöpfen, weht nicht der Geist des Herrn.

Jeder von uns muss sich demnach diese Frage gefallen lassen: Gehöre ich zu denen, die „zugrunde richten und zerstreuen“ oder trage ich dazu bei, Gemeinschaft zu fördern, Menschen miteinander zu verbinden. Wir sollen Sammler sein, keine Zerstreuer!

Das beginnt natürlich dort, wo wir tagtäglich füreinander gleichzeitig Hirten und Schafe sind, also Gelegenheit haben zu sammeln und zu zerstreuen: in unseren Familien und Freundeskreisen. Das Bild von Hirten und Schafen ist übrigens hier auch aus einem anderen Grund sehr treffend. Meist geschieht ja die Zerstreuung einer Herde gar nicht bewusst, weil der Hirte sie zerstreuen will, sondern einfach aufgrund von Fahrlässigkeit, indem der Hirte schläft, oder ständig mit seinem iPhone im Internet surft, anstatt sich für seine Schafe zu interessieren. (In unserer Ferienfreizeit, die gleich beginnt, sind übrigens deshalb iPhones und iPads auch verboten.) Lebe ich mich mit meinen Nächsten immer mehr auseinander, weil ich ständig an anderen Dingen interessiert bin, dann kann dies dazu führen, dass die Herde sich zerstreut. Beziehungen müssen gepflegt werden, damit Sammlung stattfinden kann. Vielleicht ist dies ja auch der Grund, warum uns diese Lesung heute am Beginn der Ferienzeit geschenkt ist. Nutzen wir die Urlaubszeit, um uns mit unseren Lieben neu zu sammeln. So erfüllen wir gerade auch in der gemeinsamen Erholung den Auftrag des Herrn.

 Jer 23, 1-6

Weh den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen – Spruch des Herrn.

Darum – so spricht der Herr, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und habt euch nicht um sie gekümmert. Jetzt ziehe ich euch zur Rechenschaft wegen eurer bösen Taten – Spruch des Herrn.

Ich selbst aber sammle den Rest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe. Ich bringe sie zurück auf ihre Weide; sie sollen fruchtbar sein und sich vermehren.

Ich werde für sie Hirten bestellen, die sie weiden, und sie werden sich nicht mehr fürchten und ängstigen und nicht mehr verlorengehen – Spruch des Herrn.

Seht, es kommen Tage – Spruch des Herrn -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land.

In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen  geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.

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Impulsgedanken

 12.7. 2015                       Mk 6,7-13

 Die Variante mit den 72 anderen aus Lk 10,1-9 experimentieren Micha Lück und ich ja diesen Sommer (s. Anlage – also wer sich noch berufen fühlt?).[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ja, und es ist auch Hauskirche: „Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt…“ Zu zweit: ja, wor2 oder 3 im Namen Jesus versammelt sind….Mit Vollmacht, sogar über die unreinen Geister. Die Vollmacht haben sie nicht aus sich, sondern von Jesus. Je mehr wir Jesus in uns Raum geben, desto vollmächtiger werden wir.

Raum geben in unseren Gedanken, Worten und Taten! Geben wir nur etwas Raum, haben wir nur wenig Vollmacht…über Ungeister und Krankheiten. Darum: worauf setzen wir unser Vertrauen? Auf Essen? Auf Kleidung? Auf Geld? Auf Vorrat? Wenn wir nur auf natürliche Mittel setzen, werden wir auch nur natürliche Auswirkungen erleben. Fangen wir an, auf Übernatürliches zu vertrauen, werden wir Zeichen und Wunder erleben! Wir werden Widerstand erleben, man will uns z.T. nicht hören. Nehmen wir den Kampf auf? Lassen wir uns von Jesus senden?! Zur Umkehr aufrufen: d.h. immer Hinkehr zu Gott. Dämonen austreiben: Lügen, Versuchungen, Klagegeister, Chaos. Selbst wenn Dämonen vielleicht nicht in mein Weltbild zu passen scheinen, den Auswirkungen begegnen wir ständig und es ist gut, Vollmacht zu bekommen über diese negativen Kräfte. Ja, und Krankheiten begegnen wir überall. Es gehört zum Sendungsauftrag Jesu, für Kranke zu beten und sie zu salben. Wenn wir das nicht tun, können auch keine Heilungen geschehen. Hier gilt es zu üben, zu trainieren, im Glauben zu wachsen. Die Apostel konnten es zunächst auch nicht.

Und hierzu ist jeder Christ („Gesalbter“) berufen: jede und jeder kann für Kranke beten und wo es passt, auch biblische Gesten einsetzen wie Hand auflegen oder eben mit einem Öl salben. Wir sollten dies nicht einfach an geweihte Priester weg delegieren. Diese haben den offiziellen sakramentalen Auftrag dazu. Doch oft wird er leider nur rituell ohne große Auswirkungen eingesetzt. Vinzenz Pallotti betont, dass jede und jeder zum Apostel berufen ist. Doch nach 2 Kor 12,12 erkennt man den Apostel (Gesandter, Bote Gottes) an Zeichen, Wundern und machtvollen Taten. Na, das sind doch Aussichten, wenn wir Jesus wirklich näher kommen….

 Impulsfrage

1) Als Christ sind wir zur Nachfolge Jesu berufen und Seine Werke auch zu vollbringen: Was hilft mir, im Glauben stärker zu werden? Was behindert und bremst mich?

2) Wir begegnen überall Krankheiten und Ungeistern. Und die 1. Predigt Jesu lautet: „Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Wie können wir diese frohe und befreiende Botschaft mit mehr Leben füllen?[/dropdown_box]

In und mit Jesus geschieht neue Schöpfung

21.06.15                        2 Kor 5,14-17 / Mk 4,35-41      

Wer kennt das nicht: So ein plötzlicher Wirbelsturm mitten im Alltag, das Wasser steigt langsam bis zum Hals…und man denkt voller Panik? Wo ist denn Gott? Pennt der? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Tja, wir müssen wie die Jünger Jesus tatsächlich wecken…d.h. Ihn laut anrufen. Und der hat ja die Ruhe weg: „Warum habt ihr solche Angst? Habt Ihr keinen Glauben?“ Das dürfen wir mal richtig an uns ran lassen: wo wir in Panik verfallen, lassen wir Jesus zu uns sagen“ „Warum habt Ihr solche Angst? Habt Ihr noch keinen Glauben?“

Ja, und er befiehlt einfach dem See: „Schweig, sei still!“ Worte haben Macht! Wir müssen das lernen: im Glauben Imperative zu sprechen: „Geh! Sei geheilt!“ usw. Jesus hat oft so gesprochen und gebetet. Worte haben Macht. Wir kennen das alle negativ: wie verletzend können Worte sein. Die tun manchmal noch nach Jahren weh. Unsere Aufgabe ist es, kreative heilbringende Worte sprechen zu lernen. Ein guter Trainer kann durch die richtigen Worte die letzten Kräfte seines Teams mobilisieren. Wenn Schäuble das Falsche sagt, schlägt das an der Aktienbörse aus. Wenn ich das Gleiche sage, schlägt gar nichts aus. Warum? Weil ich nicht in der Position bin. Kommen wir bei Gott in die Position, dass unsere Worte Berge bewegen!

Die richtige Position: dies Geheimnis beschreibt die Lesung mit dem Hammerwort: „Wer in Christus ist, ist eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Das ist unsere Berufung: in Christus zu sein! Darum heißen wir Christen. Doch die meisten Christen leben das nicht. Sie sind in Angst, in Distanz, in Gleichgültigkeit, in Gewohnheit, in Tradition, in Gesetzlichkeit, in Äußerlichkeit, in Betriebsamkeit, in … In Christus ist eine Person, eine Beziehung. Da passiert Neues, Kreatives, Leben! Darum: nicht nur mit dem Kopf, sondern mit ganzem Herzen! Nicht nur denken, sondern wirklich kommunizieren, mit Jesus sprechen, auf Ihn hören! Jesus verheißt dies sehr deutlich: „Wer in mir bleibt, in dem bleibe ich…und er bringt reiche Frucht“.[/dropdown_box]

Göttliche Samenkörner einsetzen

14.06.15                         2 Kor 5,6-10 /Mk 4, 26-34  

Jesus benutzt gerne Gleichnisse und Bilder, und die meisten haben etwas mit Wachsen zu tun. Heute richtige Mutmacher: ein kleines unscheinbares Korn, daraus kann Großes entstehen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Die Samenkörner sind die Worte Gottes. Ein Samenkorn kann nur keimen, wachsen und Frucht bringen, wenn es auf guten Boden fällt. Darum sagen spirituelle Menschen gern, wir müssen die Worte Gottes essen, ja wiederkauen, damit sie in und durch uns aufgehen. So wird das Leben der ersten Christ*innen in der Apostelgeschichte gerne umschrieben: das Wort wuchs und breitete sich aus.

Deswegen kann ich jede und jeden nur ermutigen, in der Bibel immer wieder zu lesen, Worte auswendig zu lernen, und vor allem sie zu praktizieren. Je mehr Samen ich einsetzte, desto mehr Früchte können reifen. Wenn ich keinen göttlichen Samen einsetze, kann auch nichts wachsen.

Unsere Bibel enthält tausende Verheißungen, je wie man zählt. Einige zählen 8000, andere sogar 27000. Ja, vielleicht ist es wie mit den Sternen, du kannst sie gar nicht zählen. Und wie Sterne können wir diese Verheißungen betrachten und bestaunen. Es gibt Leute, die schreiben und kleben sich solche Verheißungen neben ihren Spiegel oder an die Schranktür…und träumen mit ihnen. Wie wenn sie länger in den Sternenhimmel schauen. Ja, und dann keimt da was…es ist ein Prozess…es braucht Zeit und Geduld…bis die Frucht kommt. Und das ersehnen wir ja alle: ein fruchtbringendes, sinnvolles, erfülltes Leben. Wir können da von Maria lernen: sie bewegte Worte Gottes in ihrem Herzen, ja und sie betete: „Mir geschehe nach Deinem Wort.“

Ja, und das Wichtigste ist, Worte Gottes wirklich mit Leben zu füllen, sie anzuwenden und zu testen: wenn ich da lese: vergebe…wirklich zu vergeben; singe und tanze…wirklich zu singen und zu tanzen….; bete für Kranke und lege ihnen die Hände auf…wirklich für Kranke zu beten und ihnen die Hände aufzulegen. Wir können staunen, wie konkret und praktisch diese Worte oft sind. Keine graue Theorie, sondern Worte des Lebens. Jesus will, dass sie aufgehen, 30fach, 60fach, 100fach.

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Willen Gottes: Vom Kopfkino zum befreienden Leben

06.06.15                          2 Kor 4,13-5,1 Mk 3,20-35

Der heutige Predigtsplitter ist dem Impuls unserer Hauskirchen entnommen. Jesus ging in ein Haus…ja Hauskirche. So viele Leute, Jesus und seine Jünger kamen nicht mal zum Essen. Seine Angehörigen, Maria ist dabei, halten ihn für durchgeknallt. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Kennen wir das auch, wo wir andere, oder andere uns, für religiös überspannt halten? Nun, das gibt es ja auch…das Kriterium nennt Jesus am Ende: ob unser Tun dem Willen Gottes entspricht?! Was machte Jesus? Er lehrte, oft in Form von Gleichnissen…und Er trieb Dämonen aus: d.h. Er befreite Menschen von Un- und Abergeistern. Und der Text weist auf die Einzigartigkeit des Hl. Geistes hin. Das ist wohl auch der Grund, warum so viele Leute zu Jesus kamen: sie erlebten Veränderung, Verwandlung, Transformation. Von Ängsten in Gottvertrauen, von Lähmungen und Blockaden in neue Lebensaktivität, von Lügen- und Hirngespinsten in Gottesträume. Dämonen begegnen wir ständig: die Bibel hat treffende Bilder dafür: Vater der Lüge, Versucher, Durcheinanderwerfer, Räuber, Zerstörer. Diese negativen Energien können im Namen Jesu in der Kraft des Heiligen Geistes überwunden werden, einfach indem wir den Hl. Geist einladen, dass Er das tut! Und wir uns im Namen Jesu von negativen Einflüssen und Bindungen lossagen. Ja und uns von Gottes Geist in unserem Denken und Fühlen füllen lassen, und damit verwandeln lassen. Diesen Prozess müssen wir immer wieder durchlaufen, weil wir ständig Negativem ausgesetzt sind. Wir haben eine Verantwortung dafür, was wir in unserer Phantasie, in unserem Kopfkino zulassen und was nicht. Fülle Deine Gedankenwelt immer mehr mit Gottesgedanken. Und die sind oft konträr zu unseren Vorstellungen: bei Jesus zählt z.B. nicht einfach Verwandtschaft, Familie, sondern ob wir den Willen Gottes tun! Puh…Wie oft ertappe ich mich, dass ich Gott bitte, meine Pläne zu segnen…anstatt zu fragen: Wie siehst Du das? Gefällt Dir das? Was würdest du anders machen?
Impulsfrage
1) Der Wille Gottes offenbart sich auch in den Geschichten und Bildern der Bibel: welche hilfreichen Beispiele kenne ich, die mich wirklich inspirieren und weiter bringen?
2) Oft haben wir ja schon aufgegeben, dass Veränderungen überhaupt möglich sind: Was hilft mir, Wege der Heilung zu gehen?

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Zusammen sind wir stark

30.05.15         Mt 28,16-20

Zusammen sind wir stark, so lautet das Motto unserer Erstkommunion. Ja, Kommunion heißt Gemeinschaft, und unser Gott ist in sich selber Gemeinschaft und Beziehung, denn Gott ist ja die Liebe…und Liebe ist nie allein. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Die Taufformel im Evangelium drückt die 3 Personen Gottes aus mit der starken Zusage Jesu: Ich bin bei euch alle Tage. Eine Form, wie Er das verwirklicht, ist Seine Gegenwart in der Kommunion, im Brot des Lebens.

Interessant sind die Jünger im Evangelium: Sie fallen vor Ihm nieder, also machen mehr als eine Kniebeuge, aber einige haben Zweifel. Das kennen wir alle: wir machen religiösen Übungen, und haben dennoch unsere Fragen und Zweifel. Es ist ja auch noch vor Pfingsten: nicht umsonst sagt Jesus, seine Jünger sollen warten und beten, bis sie mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werden. Erst nach Pfingsten überwinden sie ihre Ängste (hinter verschlossenen Türen sich treffen) und treten öffentlich (politisch) auf, und in der Kraft des Geistes geschehen Zeichen und Wunder. Mit Gott sind wir stärker.

Alle Menschen zu Jüngern machen, damit sie tun, was Jesus aufgetragen hat: damit tun wir uns so schwer – auch weil es von der Kirche imperialistisch missbraucht wurde… Doch was könnte der Welt Besseres passieren wie: praktizierte Nächsten- und Feindesliebe, wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, wie Frieden stiftende Personen. Ja, wir selber brauchen immer neu die pfingstliche Erfüllung mit dem Tröster und Beistand, damit wir wirklich lebendige Zeugen in der Welt sind, durch Wort und Tat.

Um gottvoller zu werden kann uns eine einfache Atem- und Gebetsübung helfen, die wir einfach gleich mal praktizieren: Mit jedem Ausatmen verbinden wir Gott-Vater…auf Ihn hin lassen wir los, mit jedem Ausatmen lassen wir los: Ängste, Sorgen, Verkrampfungen, Ärger…ausgeatmet verbinden wir uns mit Jesus, der in unserer Tiefe lebt, auf Ihn wollen wir uns öffnen, uns mit Ihm verbinden…und mit jedem Einatmen verbinden wir Heiliger Geist, Er möge unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist erfüllen und durchdringen.

Ja wir sind als Menschen nach Gottes Ebenbild erschaffen. Dreieinigkeit bedeutet Fülle, wie der Dreiklang in der Musik. Und wir selber sind ein Dreiklang aus Körper-Seele-Geist oder Kopf-Herz-Bauch. Schade, dass wir Menschen oft nicht dreieinig leben: einige sind total verkopft, andere versinken im Gefühlschaos, andere pflegen einseitig einen Körperkult. In Balance und Harmonie finden wir zur Ganzheit, vor allem wenn wir uns mit dem Dreieinigen daselbst immer neu verbinden, mit Ihm kommunizieren. Ihr Kommunionkinder könnt nichts Besseres machen als in dem Moment nach der Kommunion wirklich ganz gesammelt mit Jesus zu sein: Ihm zu danken, vielleicht jedesmal für 3,4 konkrete Dinge, dann Ihm einfach so 2-3 Anliegen anvertrauen, und schließlich das Wichtigste: zu lauschen, ob Jesus Euch etwas mitteilen möchte: vielleicht ein neuer Gedanke, ein Impuls…oder einfach neue Freude und neuer Friede im Herzen. Die Tage hörte ich ein tolles Zeugnis: jemand besuchte Christen, die jeden Tag das Abendmahl feiern und versuchen, ständig mit Gott zu kommunizieren. Sie waren gerade mit einem Umzug beschäftigt und hatten keine Zeit, so haben sie einfach im Vorbeigehen für die Person gebetet…und diese spürte sofort körperliche Auswirkungen und eine frohe Geborgenheit. Ja, zusammen sind wir stark!

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Der Hl. Geist ist unser Plus

24.05.15         Apg 2,1-11 / Joh 20,19-23  

Das NT kennt so Ausdrücke wie „vom Geist erfüllt“, „voll des Hl. Geistes“. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass bei uns allen da noch Luft (Geist) nach oben ist. Sogar bei den Jüngern: 3 Jahre mit Jesus zusammen, 40 Tage lang Ostererfahrungen gesammelt und dennoch sagt Jesus: „Wartet, bis Ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet“. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Dann sehen wir, wie sie nach Pfingsten aus den verschlossenen Türen heraus kommen und öffentlich (politisch) auftreten und „Bekehrungen“ stattfinden.

Wenn wir im Herbst unsere Gremien Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand neu wählen, dann wissen wir, wie wichtig sie sind, weil sie die Verantwortung für das Gemeindeleben haben. Und so sinnvoll ist, dass gerade im PGR möglichst auch alle Gruppen der Gemeinde vertreten sind, von der Jugend bis zu den Senior*innen, von der Kita über die sozialen Projekte bis zum Chor, so kostbar ist, dass wir alle offen sind, uns auch vom Geist inspirieren und leiten zu lassen. Neben Erfahrung, Sachverstand und persönlicher Talente bietet Gott uns übernatürliche Geistesgaben an. Die können wir alle gebrauchen, in der Gemeinde, und auch sonst: Denn Reich Gottes soll sich ja auch zu Hause, in der Schule, in der Freizeit, am Arbeitsplatz ereignen! Da ist überall noch Luft nach oben. Wir können übernatürliche Weisheit und Freude gebrauchen, Krankenheilungen aus dem Glauben, Zeichen und Wunder: sie sind verheißen, wo geglaubt wird, nicht einfach für uns, sondern zum Nutzen anderer. Und wir haben schon einiges erlebt, halleluja, aber da ist noch viel Geist nach oben….Z.B. die Kraft, Frieden stiften zu können, im Kleinen wie im Großen. So wie Jesus heute von der Not-wendigkeit der Vergebung spricht.

Das NT hat 2 interessante, aber leicht missverständliche Worte, die das Leben ohne Gottes Geist charakterisieren: Fleisch und Welt.

Die Welt: wir sind nicht von der Welt, sondern für die Welt, sagt Jesus. Hui. Aber wie oft doch dem Welt- und Zeitgeist ausgesetzt. In der Welt gibt es 3 Grunddynamiken: Haben wollen, Genießen wollen und Gelten wollen, auch genannt: Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens. Darauf zielt z.B. immer auch die Werbung. Das ist völlig normal, aber es sind auch Versuchungen und es kann leicht kippen in Habsucht, Genusssucht und Geltungssucht. Denn der „Fürst dieser Welt“ ist nicht der Hl. Geist, sondern der Vater der Lüge, der Durcheinanderwerfer: und wenn wir nur die Nachrichten sehen, können wir dies leicht erkennen, aber schnell auch in unserem täglichen Hin und her. Wir begegnen viel Chaos, diese Welt, unser Leben ist in einer Kampfsituation.

Die sogenannten 3 evangelischen Räte (evangelisch, weil im Evangelium von Jesus empfohlen) zielen genau gegen die 3 Ur-Versuchungen. Völlig außer Mode gekommene Worte, die auch leicht missverständlich sind, aber einen echt alternativen Inhalt haben: Armut als einfacher solidarischer Lebensstil vor Gott gegen die Habsucht, Keuschheit als Öffnung der Sinne für die Gnade Gottes gegen die Genusssucht, und Gehorsam als Hinhören auf Gottes Willen gegen die Geltungssucht. Nach diesen Räten versuchen Ordensleute zu leben, aber sie gelten auch allgemein für alle Christ*innen. Doch erfüllt leben kannst Du sie nur mit Gottes Geist, denn auf Seine Füllung sind sie angelegt, ansonsten verlieren sie ihre spirituelle Power und führen zu Krampf und Karikatur.

„Fleisch“ ist nicht leibfeindlich, sondern meint den „alten Menschen“, ohne die Wiedergeburt aus Gottes Geist. Werke des Fleisches nennt Paulus Eigennutz, Parteiungen, Neid und Missgunst, Feindschaften, Unzucht (porneo), ausschweifendes Leben…Davon ist unsere Welt voll. Demgegenüber stellt er die Früchte des Geistes wie Freude, Frieden, Langmut, Güte und Selbstbeherrschung. Diese konkreten Beschreibungen helfen, die „Geister zu unterscheiden“, denn Geist und Fleisch stehen sich oft feindlich gegenüber. Kennen wir alle: habe überhaupt keine Lust zu…und habe volle Lust zu…Paulus fordert uns auf, aus dem Geist, nicht aus dem Fleisch zu leben, indem wir uns vom Geist füllen lassen. Dies ist ein ständiger Umkehr- Prozess, der uns ermöglicht, geistvoll alternativ leben zu lernen. Durch Taufe und Firmung haben wir alle den Hl. Geist geschenkt bekommen, doch stärker wirken tut Er nur dort, wo wir Ihn willkommen heißen und zulassen, uns auf Ihn einlassen…ansonsten zieht Er sich auch von uns wieder zurück. Dann fühlen wir uns leer, wie ausgebrannt. Lassen wir diesen Tröster und Beistand in uns wohnen und unter uns wirken…damit Gott mit noch mehr Zeichen und Wundern verherrlicht wird. Gott will, dass unser Leben viele Früchte bringt. Früchte, die andere genießen können…[/dropdown_box]

Ein Glaube, der durch Zeichen bekräftigt wird

14.05.15          Apg 1,1-11  Mk 16,15-20

Der Predigtsplitter ist dem Impuls für unsere Hauskirchen entnommen. Ja wir leben zwischen Christi Himmelfahrt und Wiederkunft. Lustig, wäre Jesus mit Lichtgeschwindigkeit losgeflogen, wäre er heute noch nicht am Ende des Kosmos…wobei wir gar nicht wissen, wo das eigentlich ist.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Nein, Jesus ist in die geistige, himmlische Dimension gewechselt…und je mehr wir lernen, im Geist zu wandeln und unseren Sinn auf das Himmlische zu richten, werden die Zeichen möglich, von denen im Evangelium die Rede ist.
Der Schlüssel hierzu ist nach diesem Text: zu glauben. Glauben nach dem NT heißt, in Jesus Christus zu vertrauen, durch und mit dem alles möglich wird.
Worauf setzen wir unser Vertrauen? Auf die eigene Kraft? Auf andere, die sollen es richten? Auf den technischen Fortschritt? Doch wer kann wirklich meine Grundbedürfnisse nach Bejahung, nach Vergebung, nach Liebe, nach Sinn stillen? Ein Computer oder Roboter? Ein anderer Mensch, der diese Grundbedürfnisse auch hat? Da ist jede und jeder überfordert. Das kann nur der Geist Gottes, der Tröster und Beistand. Darum ist das Wort von der Verdammnis (V 16) vielleicht gar nicht strafend, sondern beschreibend gemeint: ein Leben ohne Glauben ist verdammt…
Wenn ich, wir nun im Glauben an Jesus Zeichen erleben (auch jede Liebesbeziehung lebt von Zeichen), werden wir von ganz allein davon berichten. „Wovon das Herz voll ist, davon sprudelt der Mund“. D.h. dieser Sendungsauftrag in die Welt, mit dem sich die meisten so schwer tun, geschieht wie von selbst, wenn diese Zeichen unsere Wirklichkeit werden. Doch wie oft leiden wir unter den Gegen- Zeichen: innere Dämonen (wie Angst, Leere, Minderwertigkeitsgefühl), die uns quälen. Was schadet und vergiftet uns nicht alles, wo sind wir krank. Puh, wenn wir da Befreiung, Schutz, Heilung erleben – wenn auch immer nur teilweise, wir sind ja noch auf der Erde – wie sprudelnd werden wir da…wie befreiend wird dies für unsere Welt. Vielleicht ist unsere Glaubensverkündigung heute oft so blutleer, theoretisch und langweilig, weil die Herzensberührung und Glaubenserfahrung fehlt, weil die Zeichen fehlen. Da gibt es nur eine Lösung: die Glaubens- und Liebesbeziehung mit Jesus vertiefen. Und Jesus verheißt ja, wer wirklich an Ihn glaubt, der wird in sich die sprudelnde Quelle entdecken, und sie wird zu einem Strom werden.
Impulsfrage: Jede Liebe lebt von Zeichen…wie kann ich die Kunst steigern, Gott zu lieben und mich von Gott lieben zu lassen, die Liebe Gottes zu zu lassen? [/dropdown_box]

Loslassen und Zulassen

10.05.15          Apg 10, 25f; 34f; 44-48    Joh 15, 9-17

In der Musik geben ja die Vor-Zeichen die Tonart an.
Heute möchte ich die Bibelstellen einfach deuten unter den Vor-Zeichen „Zulassen und Loslassen“.

In der Lesung ist ja das Verrückte, nicht nur dass die Heiden den Hl. Geistüberhaupt empfangen, das war schon schwer zu verstehen für die Judenchristen, sondern sogar schon vor der Taufe…puh..der Geist weht, wo Er will… [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Und an so gut wie allen Stellen in der Apostelgeschichte haben die Menschen es gemerkt, dass sie den Hl. Geist empfangen haben… und oft wird es umschrieben mit dem Phänomen: „in Zungen reden und Gott preisen“. Persönlich nenn ich das Zungengebet gern die Geheimwaffe des Hl. Geistes, weil sie wirklich weiterbringt. Jede und jeder kann das entdecken: einfach allein auf dem Zimmer das Psalmwort für sich anwenden, wo Gott zu uns sagt: „Tu deinen Mund auf, ich will ihn füllen.“ Und einfach mal lossprudeln und beten, was da so rauskommt…ob es echt ist, merkt man daran, dass es mich aufbaut! Ja, Jesus schenkt denen, die an Ihn glauben, die sprudelnde Quelle, und sie wird zu einem Strom, der auf andere überfließt. Halleluja.

Also einfach mal alle Vorurteile loslassen und das Sprudeln zulassen…experimentieren…so wie das Mahatma Gandhi mit allem gemacht hat: mit dem Beten, dem Fasten, der Ernährung und dem Einüben von Gewaltfreiheit in der Sprache und in den Beziehungen….und schauen, welche Auswirkungen es hat.

Zulassen: Wie überraschend ist das Jesus-Wort im Evangelium:“ damit meine Freude in euch ist.“ Wie viele verbinden mit dem Glauben nur Müssen und Sollen und alles Ernste, als Katholiken natürlich auch Feierliche. Auch hier gilt es Loszulassen, wir können als Jünger*innen Jesu wirklich lebenslang dazu lernen und entdecken. Die Freude Jesu kommt auch von innen, sie wird uns als Frucht des Geistes geschenkt…Lass sie einfach zu! Wenn wir nur auf die Schwierigkeiten und Probleme starren, vertreiben wir sie. Wenn wir unsere gute Laune nur von äußeren Umständen abhängig machen, werden wir launisch. Und ein missmutiger Mensch meckert auch, selbst wenn die Umstände eigentlich gut sind. Es geht um Herzensbildung. Ja wenn wir die Liebe Jesu zulassen, an uns ran lassen, werden wir von innen erfüllt…und können mit einer viel besseren Energie durch die täglichen Widrigkeiten gehen. Lassen wir die Freundschaft Jesu zu. Lassen wir die falschen Gottesbilder los, die uns einengen oder Angst machen. Leben wir seine Gebote…hui, da sind wir schnell überfordert: vergeben, Feindesliebe…wir können es nur mit Ihm, durch Ihn und aus Ihm. Aber in Seinem Namen können wir verwandelt werden. Jesus will, dass unser Leben Frucht bringt. Und eine Frucht ist etwas, das andere genießen können. Wenn wir in Ihm bleiben und Er in uns, dann sind wir innerlich erfüllt. Die beste Therapie gegen burning out und innere Leere und Langeweile. Mich in die Freundschaft mit Jesus fallen zu lassen. Das ist keine Weltflucht, sondern verändert und heilt die Welt. Welch eine Osterbotschaft: legt den alten Menschen ab, zieht den neuen an, Jesus Christus! Ja, dann werden wir Jünger und Jünger…immer wieder loslassen und zulassen…mit dem Ausatmen loslassen, mit dem neuen Atem das neue Leben zulassen…Darum hat Mahatma Gandhi ständig den Namen Gottes rezitiert und wurde zu einem großen Friedensstifter. In der heutigen Weltsituation brauchen wir solche verwandelnden Menschen.[/dropdown_box]

Zeugen Jesu sein

19.04.15          Apg 3,12a13-15.17-19 / Lk 24,35-48                   

Die Osterevangelien und die Apostelgeschichte lohnen sich, sie in dieser Osterzeit auch privat zu lesen und zu betrachten. Wunderbar beschreiben sie, wie aus Angsthasen Osterhasen werden. Der Prozess, wie durch Zweifel und Unglauben hindurch sie dran bleiben, bis sie wirklich mit der Kraft des Hl. Geistes erfüllt sind. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

.Wir können uns fragen, wo wir selber auf diesem Prozess stehen. Ob wir wirklich Jünger*in Jesu sein wollen: dann heißt es, von Ihm zu lernen, Ihm nachzufolgen, mich von Ihm senden lassen. Dann geht es nicht um meine Lust und Laune, meine Be- bzw. Empfindlichkeit: „ne, heute keine Lust zu beten, ne, heute ist mir nicht nach Gottesdienst. Missionieren? Ne, nicht mein Ding.“ Wenn so die ersten Christen drauf gewesen wären, wüßten wir heute von Jesus vielleicht gar nichts. Nein, Jesus fordert sie auf, Seine Zeugen zu werden!

Vielleicht ist dies der Hauptgrund für die Kirche- und Glaubenskrise hier bei uns. Wir haben zu wenig Jünger*innen, die den Glauben wirklich mit Wort und Tat bezeugen und so in anderen zeugen. Ein Zeuge kann darlegen, was er oder sie persönlich erlebt haben.

Dabei hilft uns der innere Zeuge, der Hl. Geist: „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ Über den Kopf kann ich immer zweifeln. Im inneren Dialog mit Gott kann ich entdecken, dass Gott zu mir spricht. Bei den Emmausjüngern heißt es, da brannte ihnen das Herz und da gingen ihnen die Augen auf. Diese Innererfahrungen erfrischen unser Glaubensleben.

Das aktuelle Theaterstück ultima ratio im Heimathafen über unseren letzten Kirchenasylfall ist ein starkes Zeugnis für unseren Glauben und auch für St. Christophorus. Kirche wird „wahr genommen“, wo sie „glaub-würdig“ erlebt wird. Selten soviel Halleluja im Theater gehört, und das bei einer so ernsten Geschichte.

Da sagt ein Obdachloser: „Ne, zum Glauben habe ich zuviele Zweifel“. Bekommt die Antwort: Ist doch okay, Gott hat Dir deinen Verstand doch zum Denken gegeben. Dann bekennt er:“ Wenn ich ehrlich bin: Ich habe so viele erlebt, die haben nur überlebt, weil sie geglaubt haben. Der Glaube kann Berge versetzen.“ Was für ein Zeugnis!

„Ich kann nicht an Gott glauben.“ „Na, halb so schlimm, Gott glaubt aber an dich!“

Sind wir bereit, den Weg des Glaubens weiter zu gehen, wie die ersten Christ*innen, bis hin zu Zeichen und Wundern? Wir alle kennen viele, die im Laufe der Jahre immer distanzierter und skeptischer geworden sind. Nur, so sind wir für Gott nicht Reich Gottes tauglich.

Beide Bibeltexte heuten enden mit der Aufforderung zu Umkehr und Sündenvergebung: ein Riesenthema, tatsächlich auch für alle Völker, s. V. 47. Schauen wir in die Weltsituation: wieviel Umkehr ist da notwendig, auch wieviel Vergebung! Und wie beeindruckend sind Menschen, die diese Umkehr und Vergebung leben. So wie vor 70 Jahren Katharina Staritz, die erste promovierte ev. Theologin. Im KZ Ravensbrück , in das sie kam wegen ihres Einsatzes für Juden, kann sie vom Lächeln Gottes reden. Der Glaube gab ihr Kraft zum Handeln! Sie verzweifelte nicht. Oder Mahatma Gandhi: bei seinem 1. Prozess hatte er Redehemmungen und zitterte. Er lernte, ständig den Namen Gottes zu rezitieren, und wuchs völlig über sich hinaus und befreite Indien vom Kolonialismus. Was für ein Lebenszeugnis!

Ja, wir sind ganz persönlich gefragt und eingeladen: wirklich als Jünger*in zu leben, und zwar 24 Stunden, und durch Wort und Tat Zeugnis abzugeben. [/dropdown_box]

Der Auferstandene begegnet uns im Lebendigen Wort

12.04.15          Apg 4,32-35 / Joh 20,19-31        

Immer wieder fragen Menschen, wie kann ich heute österliche Erfahrungen mit Jesus machen? Eine Möglichkeit ist, Ihn durch Worte der Bibel zu mir sprechen zu lassen. Denn Jesus ist in der Tat das Mensch und Fleisch gewordene Wort Gottes und will heute in und durch uns Fleisch werden in dieser Welt. Darum bietet sich an, jetzt in der Osterzeit täglich in den Osterevangelien und in der Apostelgeschichte zu lesen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Heute konkret in der Apostelgeschichte, die Lesung : Die ersten Christ*innen setzten ihr Vermögen, ihre Grundstücke für das Reich Gottes ein, so dass keiner Not litt. Das waren keine Sonntagschristen, auch keine Freizeitchristen,   sondern ihr ganzes Leben war Reich Gottes orientiert. Und das hat auch etwas mit Besitzverhältnissen zu tun. Viele hören es nicht gerne: auch unser Leib gehört nicht einfach uns selber, sondern Gott. Doch positiv gefüllt kann dieser Gedanke, mein Leib als Tempel des Hl. Geistes auch sehr gesundheitsförderlich sein. Aktuell bewundere ich Menschen in unserem Land, die Flüchtlinge bei sich wohnen lassen, die eigenen Wohnraum Fremden zur Verfügung stellen. Das ist im Grunde die originellste Art von Integration und Partizipation. Es ist auch toll, wenn Sportvereine oder Chöre Flüchtlinge einladen, mitzumachen.

Das Evangelium können wir nach einem Rat vom Hl. Ignatius von Loyola so lesen, dass wir es uns bildlich vorstellen…und wir spielen darin mit. Sie treffen sich am 1. Und am 8. Tag, Thomas fehlt beim ersten mal, aus Angst hinter verschlossenen Türen. Es ist der Sonntag, als Treffpunkt der Gläubigen am Auferstehungstag, um Gott gemeinsam zu loben. Wenn Leute fragen, was will Gott? Nun, sowohl die hebräische wie die griechische Bibel betonen, sich wöchentlich gemeinsam zum Gottesdienst zu treffen…doch auch heute fehlt…nicht nur einer. Und der Thomas verpasst was. Heute die vielen auch? Manche Christen heute haben auch eine Bunkermentalität – verschlossene Türen…und wie schnell können wir vor Gott Lebensbereiche verschließen?

Jesus kommt in die Mitte und bringt den Frieden! Ja, wo Jesus kommt, bringt Er uns inneren Frieden. Lassen wir zu, dass Er uns ganz persönlich, ja ganz intim anhaucht: empfange den Hl. Geist. Das ist eine wichtige Gebetshaltung: auf Empfang sein, aus Gott zu trinken. Und Jesus spricht ein zentrales Thema an, das so heilsam und notwendig ist: vergebe! Und dann der Hammer: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Wir sollen jesus-mäßig durch die Welt ziehen, in der Freizeit, in unserem Beruf, überall. Wie oft sagen Leute: Missionar? Ne, nix für mich. Wenn so die ersten Christ*innen drauf gewesen wären, wäre schnell Schluss gewesen. Nein, wir können bewundern, wie aus Angsthasen wirkliche Osterhasen werden.

Auch der Thomas, der Zweifler. Doch irgendwie modern und sympathisch. Aber Jesus führt ihn weiter…und er geht mit…soweit, dass es in Indien Thomas-Christen gibt, die sagen: durch ihn sei das Evangelium zu uns gekommen. Jesus fordert ihn auf, seine Wunden zu berühren. Ein starkes Bild: der Auferstandene trägt die Wundmale. Ja, auch nach Ostern ist diese Welt voller Wunden. Und Jesus solidarisiert und identifiziert sich mit diesen Wunden: mit Kranken, Obdachlosen, Fremden, Gefangenen usw…Wenn du sie berührst, wird du Ihn entdecken.

Wo stehen wir? Lassen wir uns in unserem Jünger-Sein weiterführen? Klar, es gibt so viele Gründe zum Zweifeln. Doch mit Zweiflern und Kleingläubigen kann Gott nicht viel in dieser Welt bewegen. Sagen wir wirklich wie Thomas zu Jesus: Mein Herr und mein Gott. Lassen wir uns von Jesus sagen: Sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Lassen wir uns zu anderen senden, damit sie sie glauben und durch den Glauben das Leben haben. [/dropdown_box]

Ostern 2015 – ressurectio continua 1 Auferstehung in Jetzt-Zeit
„Es muss schön sein, glauben zu können.“

Persönlich hat mich ein Bekenntnis des Schriftstellers Michel Houellebecqs, Autor des Romans „Die Unterwerfung“ getroffen, ja sehr getroffen. „Es muss schön sein, glauben zu können.“. Er selbst sei aber „metaphysisch obdachlos“. Predigtfortsetzung als pdf.

Wie Erlösung praktisch zum Wirken kommt

03.04.15 (Karfreitag)         Jes 52, 13-53,12 / Hebr 4, 14-16; 5, 7-9 / Joh 18,1-19, 42        

Viele fragen sich, wieso der Kreuzestod Jesu erlösend für uns Menschen sein soll. In der Tat, werden wir diese Frage weniger im Kopf beantworten können, sondern indem wir uns konkret darauf einlassen.   Nach den Aussagen unserer Bibel bewirkt die Hingabe Jesu für uns Sündenvergebung, Heilung und den Zugang zum Ewigen Leben.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Vergebung: ist es nicht krass, dass Jesus am Kreuz betet: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. Ich hätte doch eher geschimpft oder gedroht. Wie schwer fällt es uns oft, zu vergeben. Vielleicht ist die schönste Eigenschaft Gottes tatsächlich die Barmherzigkeit. Wenn wir unsere Schuld zugeben und bereuen, vergibt Gott immer! Das kann uns auch von Schuldgefühlen und Schuldkomplexen befreien. Das hilft uns auch, uns selber zu vergeben. Es gibt viele Menschen die Jahre lang so alte Geschichten mit sich rumschleppen. Nein, gott will, dass Dur frei wirst, für die Gegenwart und für die Zukunft. Darum wird übrigens auch die persönliche beichte nie aussterben, weil sie so ein existentielles Thema berührt.

Heilung: Im Verein für Glauben und Heilung, wo wir Pallottis im letzten Jahr wiederholt waren, um zu lernen nach dem Motto: Prüft alles, behaltet das Gute…steht in jedem Raum wo für Kranke gebetet wird, ein großes Holzkreuz. Es wird eingeladen, sich ans Kreuz zu stellen, um es zu berühren. Nicht aus Magie, sondern um einen Prozess zu durchschreiten: Ich bringe meine Probleme ans Kreuz und nehme die Erlösung neu an. Heilung ist in christlicher Sicht immer zuerst die Heilung unserer Ur-Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus. Darum: wenn wir nachher die Kreuzverherung machen: Das Schönste. Was wir beten können ist: Jesus, ich will mit Dir und für dich leben. Ich folge dir nach…Wenn ich dies im Alltag verwirkliche, auch immer wieder zu Ihm umkehre, wenn ich abdrifte, löse ich seine Verheißungen ein: Dass Er für mich sorgen wird! An mehreren Stellen der bible wird betont: Durch Seine Wunden sind wir geheilt. Jeder kranken Person kann man nur ans Herz legen, dieses kurze Gebet ständig zu beten und im Glauben anzunehmen: Durch deine Wunden bin ich geheilt! Wie nicht jede ärztliche Therapie sofort und manchmal gar nicht anschlägt, so ist es auch mit der Heilung aus Glauben.   Wie ich z.B. ein Medikament immer wieder einnehmen muss, so gilt es, immer wieder dieses Gebet im Glauben zu beten. Eines bewirkt es aber meistens: Ich kann mich in Gott fallen lassen und inneren Frieden finden.

Eine alte Frau im Seniorenheim döst tagaus tagein vor dem Fernseher, fühlt sich einsam und alles ist irgendwie zum Verzweifeln. Sie lernt Christ*innen kennen, die für andere beten. Da denkt sie: Das kann ich doch auch tun. Sie fragt Nachbarn und Pflegekräfte nach Gebetsanliegen und legt los. Und staunt: sie bekommt Echos: Danke für Ihr Gebet, es hat geholfen. Sie staunt und betet immer mehr. Nach einigen Wochen ist sie ein total verwandelter Mensch.

Eine Frau mit einer Lebensgeschichte, die zum Heulen ist, erbittet die Krankenkommunion, nachdem sie neu und tiefer gläubig wurde. Sie erzählt: Ohne Gott bin ich verloren. Aber jetzt: Ich bin nicht einsam, ich lebe mit Jesus. Nachts kann ich oft nicht schlafen, dann bete ich…wenn ich immer noch nicht schlafen kann, lese ich in der Bibel. Die ist so dick, irgendwann schlafe ich ein. Die Bibel und das Beten erfüllen mich. Ich bin jetzt glücklich.

Ewiges Leben: Dies ist das größte Geschenk von Jesus am Kreuz, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Darum sprechen Heilende aus dem Glauben vom Tod als der endgültigen Heilung. Es ist heilsam, den Tod jetzt schon und immer wieder anzunehmen, und zwar als Tür zum ewigen Leben. Das ist wirklich ganze Hingabe an Gott. Wir wissen, dass dies oft ganz anders läuft: wo Menschen klammern, nicht loslassen können, Sterbende und/oder Angehörige. Von Mozart wird berichtet, dass er jeden Tag, wenn er ins Bett ging, Gott dankte und betete: Okay, Gott, es könnte mein letzter Tag gewesen sein.

Unsere Erlösung geschieht nicht theoretisch, es ist nicht einfach eine Sache des Kopfes, sondern ein Weg, den ich gehe. Paulus drückt es so aus: Unser Glaube stützt sich nicht auf menschliche Weisheit, sondern auf den Erweis von Geist und Kraft. Ja, echter Glaube zeigt sich darin, dass er wirkt. Glaube wirkt, wo ich mich tief und persönlich mit Jesus verbinde. Darum berühren wir Ihn auch am Kreuz.[/dropdown_box]

Den neuen Bund leben

02.04.15 (Gründonnerstag)         Ex 12, 1-8.11-14 / Joh 13,1-15                                                 

Fußwaschung, Abendmahl, morgen Kreuzverehrung: Ich war positiv verwundert, wie ein freikirchlicher Verein für Glaube und Heilung dies täglich praktiziert. Täglich Abendmahl ist bei evangelischen Christ*innen eher ungewöhnlich: Sie machen es, weil sie jeden Tag sich füllen lassen wollen mit dem Leben Jesu. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Fußwaschung bieten sie Gebet Suchenden an: Du lässt die Liebe Jesu an dich ran. Wir hörten im Evangelium, wie schwer sich Petrus damit tat. Denn Fußwaschung war damals ein Sklavendienst. Aber Jesus macht sich klein vor uns und sagt: „Nur so hast du Gemeinschaft mit mir.“ Gemeinschaft heißt Kommunion.

Wir bieten nachher auch Fußwaschung an: wer möchte, kann einfach nach vorne kommen…und wir suchen Personen, die dieses Dienst dann für andere tun. So wie Jesus sagt: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit auch Ihr einander die Füße wascht.“

Fußwaschung von Jesus zu lassen? Ja, ich entblöße mich, es kann mir unangenehm sein…gerade auch im übertragenen, geistigem Sinn: es zeigen sich vielleicht meine Schwachstellen…wo ich Blasen habe, wo es nicht gut riecht….doch Jesus will genau hier reinigen, erfrischen, gut tun.

Bekanntlich tun sich viele schwer mit dem Glauben an die Gegenwart Jesu in dem Stück Brot. Dabei ist dieser Glaube so phantastisch: Jesus will immer wieder zu mir kommen, in mir lebendiger werden und wachsen, durch mich in die Welt wirken. Das Ziel ist weniger die Wandlung auf dem Altar, sondern die Wandlung von uns: dass wir Jesus-erfüllter werden. Ja, Jesus glaubt an uns, an die Möglichkeit, dass wir verwandelte Menschen werden, die Jesus Christus ausstrahlen durch Wort und Tat. Kein Wunder, dass wir da wirklich oft kommunizieren sollten, damit dieser Prozess nicht zum Stillstand kommt oder gar abnimmt.

Gründonnerstag wurde der Neue Bund gestiftet. Wir leben diesen Bund, wenn wir wirklich immer mehr Jünger*innen werden. Ein Jünger lernt von seinem Meister. Wir können das an den ersten Jünger*innen entdecken. Sie werden so offen mit ihren Fehlern und Schwächen beschrieben. Wie sie sich streiten, wer der Größte sei. Wie nach ihrer Erstkommunion beim letzten Abendmahl einer zum Verräter wird, der andere zum Verleugner. Alle schlafen ein, als Jesus betet und sie zum Mit-Beten auffordert. Alle fliehen, als es ernst wird. Auch nach Ostern werden sie mit ihren Schwächen beschrieben: wo sie zweifeln, wo sie sich in Angst verschließen…und Jesus sagt: „Wartet, bis Ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet. Betet darum!“ Dann erst werden sie mutige Glaubenszeugen.

Wir alle sind eingeladen, auf diesem Prozess uns tiefer einzulassen, den Weg der Nachfolge weiter zugehen. Dazu benötigen wir der ständigen Läuterung und Stärkung, der ständigen Kommunion und Gemeinschaft mit Jesus in Fußwaschung und Abendmahl.[/dropdown_box]

Das Geheimnis des Weizenkornes

22.03.15          Hebr. 5, 7-9 / Joh 12, 20-33                                               

Am 5. Fastensonntag begehen wir immer unsere Misereor-Aktion, diesmal für das Schwerpunktland Philippinen. Misereor heißt: Ich erbarme mich…und das sagt Gott in der Bibel. Und als seine Nachfolger*innen sollten wir auch Menschen sein, die sich erbarmen. Die also konkret teilen und geben.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

An den Philippinen kann man u.a. die tragischen Auswirkungen des Klimawandels beobachten, z.B. durch zunehmende Stürme und Überflutungen.

Die Philippinen haben für unser Bistum aktuell eine Bedeutung, weil wir auch schauen, was können wir von den Christ*innen und Gemeinden dort lernen. Eine 1. Studiengruppe berichtete, wie wichtig z.B. Kirche dezentral vor Ort ist, durch engagierte Gläubige. Und dass sie bei jedem Zusammentreffen erst das Tages-Evangelium teilen und Worte davon in ihr Treffen und ihre Arbeit nehmen.

So schauen wir uns einige Worte der heutigen Bibelstellen genauer an: In der Lesung das Überraschende: Jesus hatte Angst, und hat beim Beten laut geschrien. Wir haben schon Christen kennen gelernt, die zu Gott schreien…u.a. mit der Begründung, dass sei besser, als seinen Lebensgefährten anzuschreien. Und für die ungerechte Weltlage, die Opfer von Hunger und Gewalt, da ist vieles wirklich zum Schreien.

Ja und im Evangelium das Wort vom Weizenkorn. Ein Wahnsinns-Wort. Jesus vergleicht sich mit dem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt und genau so Frucht bringt – und deutet so seinen Kreuzes-Tod für uns. Jede und jeder von uns ist wie ein Weizenkorn: das heißt wir tragen einen Schatz in uns, die Möglichkeit für viel Frucht und neues Leben. Bekanntlich muss ein Weizenkorn gemahlen werden und aufbrechen, damit es nahrhaft wird. Wenn nicht, bleibt es allein. Das ist die Lebenssituation vieler Menschen heute: isoliert, allein, einsam. Wir können es auch intellektuell ausdrücken: ich will autonom sein. Doch der Mensch ist kein Einzel-Wesen, sondern ein Beziehungs-Wesen. Und ohne die Ur-Beziehung zu Gott bleibt er innerlich leer. Dieser Zustand äußert sich dann oft in Langeweile, Sinnlosigkeit, Bedeutungslosigkeit. Und diese Leere kann man weder mit Computer noch mit Drogen füllen, auch nicht mit noch mehr Arbeit oder noch mehr Beziehungen, wo ich meist doch allein zurück bleibe. Nein, die Bestimmung des Weizenkornes ist, aufzubrechen (so schön mehrdeutig), sich in das Erdreich fallen zu lassen. Dann wächst viele Frucht. Das sind Menschen, die ganz in einer Aufgabe aufgehen können. Für uns Christ*innen heißt es auch, sich in Gottes Reich fallen zu lassen. Es macht einen Riesenunterschied, ob ich mit dem Weizenkorn meines Lebens mal Gott berühre in einem Gottesdienst oder einem schnellen Gebet – oder mich ganz in Gott werfe, wie Meister Eckhart es nennt. Es macht einen Unterschied, ob ich mal für Misereor oder so spende, oder ob ich mich ganz in das Thema Eine Welt und Gerechtigkeit hinein begebe, mit meinem ganzen Lebensstil und Bewusstsein.

Jesus ist da sehr klar: wenn ich an meinem Leben hänge, werde ich es verlieren. Wer es an Ihn verliert, wird es gewinnen. „Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach. Und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.“ Es ist meine Entscheidung: gewinnen oder verlieren; allein sein oder Frucht bringen.[/dropdown_box]

Laetare – Freue Dich

15.03.15          Joh 3, 14-21                                               

Der heutige Splitter ist dem Impuls für unsere Hauskirchen entnommen.

Welch ein positives Gottesbild! Nicht richten, retten! Gott hat uns Jesus aus Liebe geschenkt mit dem Ziel: ewiges Leben![dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Beeindruckend: Jesus, der Gottessohn, nennt sich selber Menschensohn – volle Solidarität. Wir sollen an seinen Namen glauben: Und „Jesus“ bedeutet, ganz programmatisch: Gott rettet! Dann die realistische Menschheits-Analyse: Die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, wenn ihre Taten böse sind. Sie möchten, dass ihre Taten im Dunkeln bleiben.

Und die Lösung: Tu die Wahrheit, dann kommst du zum Licht, zu Gott. Also: es kommt auch auf das Tun an!

Doch was meint Wahrheit? Ehrlichkeit, Stimmigkeit, Echtheit. Nun, im Johannes-Evangelium ist Wahrheit ein zentraler und häufiger Begriff. Das „Wort Gottes“ wird darin als Wahrheit bezeichnet, der Heilige Geist Geist der Wahrheit genannt. Ja, die Wahrheit wird personifiziert: Jesus ist die Wahrheit. Und diese Wahrheit wird uns befreien.

Wir leben dieses Evangelium, wenn wir das Licht Jesu Christi persönlich auch in unseren dunklen Seiten zulassen und dieses Licht rettend in die Welt einbringen.

Impulsfragen

1) Wie kann mir dieses Evangelium helfen, mein Gottesbild positiv zu erweitern?
2) Was kann es für mich, uns bedeuten, die Wahrheit zu tun, um ans Licht zu kommen?[/dropdown_box]

Die Freude an Gott ist unsere Kraft

08.03.15          Ex 20, 1-17 / Joh 2, 13-25                                            

Diese Fastenzeit steht ja für uns unter dem Leitgedanken, sich vom Geist treiben zu lassen zu einer neuen Lust am Herrn und einer tieferen Gotteserkenntnis. Wie passen dazu die Tempelreinigung und die 10 Gebote? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Na bei der Tempelreinigung ließ sich Jesus treiben vom Eifer für das Haus des Herrn. Und als prophetische Aktion zeigt Er, dass ja die ganze Schöpfung, die ein Tempel Gottes ist, zu einer Markthalle geworden ist. Wir Menschen machen aus allem ein Geschäft. Die Habgier ist ein Götzendienst. Du kannst nur einem dienen, Gott oder dem Mammon. Ja, das ist eine Fasten-Frage: von welchem Geist lassen wir uns treiben?

Und Jesus spricht von seinem Leib als einen Tempel. Heute ist Körperkult in. Doch was ist gesünder, als immer wieder in das Bild einzutauchen: Ich bin mit meinem Leib ein Tempel des Hl. Geistes! Und dieser Tempel muss auch regelmäßig gereinigt werden.

Jesus ist da ein guter Psychologe, dass vor allem das uns unrein macht, was von innen kommt, aus unserem Herzen: böse Gedanken, Hinterlist, Missgunst, Neid. Ja auch die Unzucht fängt im Kopf an: Wer eine Frau nur lüstern anguckt, begeht schon im Herzen Ehebruch….Wie kommen wir zu einem neuen Herzen?

Die 10 Gebote sind mehr als einfach Gebote. Es sind auch Verheißungen darin wie „damit Du lange lebst auf Erden“. Und sie fangen mit einer klaren Beziehung an: Ich bin Dein Gott, der dich befreit hat. Wenn wir die 10 Gebote leben würden, könnten wir nachts angstfrei durch den Görlitzer Park gehen…keiner würde uns beklauen oder Gewalt antun.

Doch der Witz ist: kein Mensch kann die Gebote Gottes erfüllen…das ist Teil unseres menschlichen Dilemmas, wie Paulus es ausdrückt: Ich will das Gute, doch ich tue oft das Böse.

Die Lösung ist schon bei den alttestamentlichen Propheten: Gott gibt Dir einen neuen Geist und ein neues Herz und damit bewirkt Er, dass du das Gute vollbringen kannst. Es geht nicht durch menschliche Leistung, sondern aus Gnade. Und dieser Gnade gilt es, sich ständig neu zu öffnen. Das nennt die Bibel Umkehr. Das ist die Frohe Botschaft der Fastenzeit. Dass wir mit Gott unseren Geist und Sinn erneuern. Die ständige Hinwendung zu Gott bewirkt Vergebung, Entspannung, Trost, inneren Frieden und Freude. Na, wenn das nicht die Lust am Herrn vergrößert? Es ist ein Riesenunterschied, ob ich meinen Alltag nur aus Anstrengung, Pflicht, Leistung durchquäle und selbst in der Freizeit nicht so richtig zur Ruhe komme…oder ob ich gleich beim Aufstehen Gott neu annehme als meinen Gott und bekenne: „Der Geist des Herrn ruht auf mir. Der Geist des Herrn ist in mir. Ich will mich von Deinem Geist heute leiten, treiben, korrigieren und inspirieren lassen.“ Und immer wieder umkehren zu Ihm während des Tages….den ich mache Fehler, Dinge und Menschen rauben mir Energie…wir brauchen die Energie Gottes! Die steht zur Verfügung, ich muss sie nur anzapfen. Die Freude an Gott ist unsere Kraft!!![/dropdown_box]

Fasten heißt umkehren zu einem erneuerten Leben

22.02.15          Mk 1,12-15                                         

Der heutige Splitter ist dem Impuls für unsere Hauskirchen entnommen
So kurz das Evangelium, so voll ist es und hat 2 unterschiedliche Teile: die Versuchung Jesu und sein 1. öffentliches Auftreten.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Die Versuchung spielt direkt nach der Taufe im Jordan. Jesus wird beschrieben als ein vom Geist Getriebener. Und er begegnet dem Aber-Geist und Versuchungen. Von wilden Tieren und von Engeln ist die Rede.

Wir leben einerseits heute in einer sehr materiellen Welt, und manches was einem auf dem religiösen und esoterischen Markt begegnet, erscheint gruselig. Doch auch wir können uns fragen, von was bin ich eigentlich getrieben, welchen inneren Dämonen und wilden Tieren und auch Engeln begegne ich eigentlich? Und Versuchungen kennen wir ja alle. Auch wenn mit dem Teufel viel Missbrauch getrieben wurde und z.T. noch wird, das, worum es geht, erfährt jede und jeder existentiell. Die biblischen Bilder für ihn sind hilfreich: z.B. der Durcheinander-Wirbler, Vater der Lüge, Ankläger. Und er will rauben und zerstören.

Mir hilft es oft im Alltag, gerade wenn es drunter und drüber geht, zu fragen: was für ein Un-Geist ist hier denn am Werk? Und dann hilft mir die kurze 1. Predigt Jesu praktisch: Trotz allem Chaos: das Reich Gottes ist nahe.

Was muss ich tun? Einfach umkehren und an die frohe Botschaft glauben! Also: ich ertappe mich, wie ich z.B. klage…andere anklage, mich anklage…und die Stimmung wird immer düsterer. Ooh: das ist nicht der Geist Jesu, ich tappe mitten in eine Versuchung hinein. Also umkehren: im Denken, Reden und Verhalten. Mich an Jesus wenden und Ihm neu vertrauen!

Diesen Schalter im Kopf muss ich ständig neu umschalten, denn immer wieder kippt er in die alte Stellung, Gewohnheit zurück. Eine befreiende Übung, nicht nur für die Fastenzeit.

Impulsfragen

  • Was hilft mir, Versuchungen zu überwinden?
  • Kehrt um und glaubt! Was bedeutet die 1. Predigt Jesu für uns heute?[/dropdown_box]

Schritte zur Heilung

15.02.15             1 Kor 10,31-11,1 / Mk 1,40-45                                  


Liebe Freunde, liebe Feinde,
liebe närrische Gemeinde.

Ja Jesus ist ein Genie,
welch eine Werbestrategie.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Erzähl niemand von der Heilung,
der Geheilte hat voll die Gegen-Peilung,
Jesus zieht sich zurück,
doch alle finden ihn, zum Glück.

Die Kirche heute kann kaum heilen,
drum tun nicht viele hier verweilen,
wir sagen: wir müssen besser werben,
doch manche Gemeinden trotzdem sterben.

Den Schlüssel gibt uns Paulus in der Lesung:
Das ist der Weg kirchlicher Genesung.
Egal was Ihr tut, ob essen ob trinken,
zur Ehre Gottes soll alles blinken!

Ob Karneval, ob Fastenzeit,
zur Freude an Gott seid stets bereit!
Das ist eine frohe Botschaft,
die es in die Herzen schafft.

Zu einem Vorwurf gebt keinen Anlass,
ja da werden wir doch alle blass.
Skandal, Skandal um …
Ja schaut euch nur rum.
Missbrauch durch Priester, Alzheimer im Vatikan,
Badewanne in Limburg, ansonsten Kirche im Kürzungswahn.
Und unser Papst voller Elan.
Doch ein würdevoller Klaps für die Kinder,
das macht sie keineswegs gesünder.
Die Faust für die Mutter?
Ja so was gibt den Medien Futter.
Tja wir haben einen Reformstau,
darum sag ich hier noch nicht helau.

Paulus schreibt: Ich suche allen in allem entgegen zu kommen,
das ist Provokation für die fundamentalistischen Frommen.
Allen in allem entgegen zu kommen,
so werden Menschen für die Frohe Botschaft eingenommen.
Ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller,
auch dieser Satz ist voll der Knaller.
Wievielen von uns geht’s um den eigenen Nutzen,
ja wir dürfen hier echt stutzen.

Wir Christen sind für andre da,
dann schreien die auch voll hurra!
Jesus Christus ist unser Vorbild.
Führt keinen andern, auch nicht euch selbst im Schild.
Allen entgegen kommen, der Nutzen aller,
ja das ist der Freudenschaller.
Das würde uns und unsere Kirche von jedem Aussatz heilen,
und die Menschen würden zu uns eilen.
Gehen wir wie der Aussätzige vor Jesus auf die Knie,
lassen wir uns berühren und heilen von seinem Esprit.
So sage ich jedem Mann jeder Frau
Ein dreifach donnerndes Helau helau helau!

[/dropdown_box]

Welches Gottesbild hast du?

25.01.15           1 Kor 7, 29-31 / Mk 1, 14-20                                       

Der letzte Sonntag im Januar ist immer auch Bibel-Sonntag, und wir feiern ja den Gedenktag unseres Gründers Vinzenz Pallotti nach. Schon stark, der Todestag eines Heiligen ist meist sein Gedenktag, weil es der Geburtstag in den Himmel ist. Da drückt sich Glauben aus.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Vinzenz Pallotti hatte meist eine Bibel bei sich, denn er wollte seine Gedanken immer wieder mit Gedanken Gottes füttern. Ja, das verbessert unser Kopfkino. Alle Smartphone-Besitzer haben auch meist die Bibel bei sich. Sie können online ständig darin lesen, auch in der U-Bahn, sozusagen godline gehen. Ist gewiss segensreicher als manches Computerspiel. Die Bibel war für Vinzenz Pallotti so zentral, dass er sagte: wir brauchen keine Regel, das Leben Jesu ist unsere Regel. Und sein Lieblingszeichen für Gott war das mathematische Unendlichkeitszeichen, die umgelegte 8, weil für ihn Gott unendliche Liebe und unendliche Barmherzigkeit ist.

Welches Gottesbild haben wir? Wir begegnen vielen, die ein Weltbild ohne Gott haben. Einige davon halten sich für besonders intelligent, doch unsere Bibel nennt diese Menschen witzigerweise Toren. Sehr viele tragen ein strafendes Gottesbild in sich. Ein Islamismus-Experte sagte kürzlich, dass ein Problem hinter dem Terror ein angstmachendes Gottesbild ist. Oft stecken dahinter Familienstrukturen, wo der Mann oder Vater Gott spielt und Gewalt in der Familie ausgeübt wird. Wir kennen diese Probleme aus unserer katholischen Geschichte, und z.T. auch Gegenwart. Es ist nicht einfach ein Problem des Koran oder der Bibel, sondern welches Gottesbild, bzw. Menschenbild ich habe. Mehrere atheistische Weltanschauungen haben im letzten Jahrhundert Millionen Tote produziert.

Aus der Bibel kann man auch die schrecklichsten Sachen heraus- oder hineinlesen. Deswegen ist es wichtig, die Kernaussage immer als Vorzeichen für alles zu nehmen: Gott ist die Liebe. Gott will dich, Gott bejaht dich, Gott will ewiges Leben für dich, Halleluja. Und das Hauptgebot, das über alle Moral steht, lautet: Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst. Und Jesus spricht sogar von der Feindesliebe. Nicht Böses mit Bösem vergelten, sondern es durch das Gute überwinden. Damit sind wir alle überfordert. Wir tun uns ja schon mit unsympathischen Menschen schwer. Darum ist unser christliches Menschenbild so klasse: Gott liebt uns zuerst! Wenn wir das zulassen, auf diese Liebe eingehen, erfüllt Er mit Seinem Heiligen Geist unser Herz. Wenn wir mit Gott verbunden leben, also soviel wie möglich Beten, in der Bibel lesen werden wir stärker. Bei meinen Krankenbesuchen kann ich das bei einer alten Frau bestaunen: Sie lebt seit vielen Jahren allein, hat ein Wahnsinns-Schicksal und könnte völlig verzweifelt sein. Doch: sie schaut täglich Joyce Meyer im Bibel TV – okay muss man nicht gut finden, ist aber gewiss hilfreicher als das Dschungelcamp- und hat immer die Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch. Und sagt: Ohne Gott wär ich am Ende, mit Gott packe ich es. Ich geh immer beglückt und gestärkt von ihr weg und denke: Ja, eine lebendige Gottesbeziehung ist das stärkste Antidepressivum.

Welches Gottesbild tragen wir in uns? Lassen wir es von den Heils-Bildern unserer Bibel erweitern! Da sind mit Gott sogar Zeichen und Wunder möglich. Leider haben viele ein Gottesbild, wo sie Gott ausschließen aus Lebensbereichen. Weil Gott unsere Freiheit respektiert, Er ist die Liebe (!), drängt Er sich dann auch nicht in diesen Bereichen auf. Er ist eben kein Diktator. Nur dummerweise erleben wir dann in diesen Bereichen tatsächlich Gottesferne, also mehr Finsternis als Licht.   Der Denkfehler vieler ist, dass sie auch bei dem Thema Heilung, oft unbewußt ein geschlossenes, oder zumindest ein-, bzw. ausgrenzendes Weltbild haben. Wir Menschen sind mit unserem Körper, unserer Seele unserem Geist eben kein geschlossenes, sondern ein offenes System. Umwelteinflüsse, soziale Einflüsse wie Stress oder Konflikte beeinflussen unseren Körper. Umgekehrt: wenn wir immer wieder in die Atmosphäre Gottes uns begeben, entspannt uns das, stärkt dies unser Immunsystem, unsere Selbstheilungskräfte.

Schließen möchte ich mit einem Jesus-Wort, das für Vinzenz Pallotti ein Lieblingswort war: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, ja er wird noch größere vollbringen.“ Geht es Ihnen wie mir? Ich kann das nicht…noch nicht….[/dropdown_box]

Was willst Du? Zurück geben!

18.01.15

Was wollt Ihr? … wie oft dreht Jesus sich um und stellt genau diese Frage!
Beispielsweise in der Begegnung mit dem blinden Bettler Bartimäus. Er schreit hinter Jesus her „Sohn Davids, JESUS, hab Erbarmen mit mir!“ –
– und obwohl Jesus ja ganz offensichtlich sieht, worum es geht, fragt er: „Was soll ich dir tun?“

Die gesamte Predigt als .pdf hier.

Von welchem Geist lassen wir uns treiben?

11.01.15           Jes 42, 5a1-4.2-6 / Mk 1,7-11                               

Wir alle sind betroffen und geschockt durch die Terroranschläge. Das hat weniger mit dem Islam zu tun, sondern mit Hass. Hätten die Menschen wirklich Allah (Gott) in ihrem Herzen, würden sie so etwas nie tun. Doch fragen wir uns für unseren Alltag: von welchem Geist lassen wir uns leiten? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Denn wir alle kennen ja Ungeister und Abergeister in uns. Rachegefühle, innere Leere und Langeweile, sich hängen lassen und Resignation, Gier, um nur einige zu nennen. Das ist ganz normal und kommt als Versuchungen immer wieder. Darum, wenn wir heute eine Erwachsenentaufe haben und gemeinsam mit unseren Kommunionkindern unser Taufversprechen erneuern, dann heißt die 1. Frage: Widersagt Ihr dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können? Ich muss als Mensch ständig dem Bösen widersagen. Viele machen es gläubig so, wenn sie bei sich negative, destruktive Stimmungen und Gedanken feststellen: sie verbinden sich mit Jeus und geben den Befehl: „Im Namen Jesu, weiche. Im Namen Jesu geh!“ Auch viele Psychologen raten ja zum Gedankenstopp, um dann negative Gedanken durch konstruktive zu ersetzen, vielleicht mit einem Leitwort wie: „Schritt für Schritt kann es besser werden.“ Als Gläubige können wir uns mit der Kraft Gottes verbinden.

Mit der Kraft Gottes verbinden: das tun wir, wenn wir ausdrücken wie gleich beim Taufversprechen: „Ich glaube!“ Ja, ich vertraue Dir Gott, trotz schwieriger Umstände. Credo – ich glaube kommt von cor do: „Ich gebe dir mein Herz.“ Davor haben viele Angst. Denken: wenn ich Gott den kleinen Finger gebe, dann will Er die ganze Hand. Nur, dahinter steckt ein negatives Gottesbild. Gott ist Liebe, in Gott ist Freiheit! Daran sind alle Religionen zu messen, ob Christen, Muslime oder andere. Darum kann uns nichts Besseres passieren als uns ganz Gott hinzugeben. Wie soll Gott sich denn um die Baustellen unseres Lebens kümmern können, wenn ich ihm noch nicht mal den kleinen Finger hinhalte?

Taufen kommt von Tauchen: in Gott eintauchen. Ja, und Jesus will uns mit Feuer und Geist taufen. Dies können wir nicht leisten und nicht erzwingen, aber wir können uns dafür öffnen und auf Empfang gehen. Wie es im letzten buch der Bibel heißt: „Ich stehe an deiner Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und mir öffnet, werde Ich mit ihm oder ihr Mahl halten.“ Egal, ob ein Mensch religiös ist oder nicht: dieses Klopfen an unserer Lebenstür kennen wir alle. Und auch die Stimme, ob als Gewissensstimme oder Stimme eines anderen Menschen oder sonst wie: wenn wir ehrlich sind, kennen wir sie – und nicht ständig dicht machen, uns mit anderen Dingen zu dröhnen oder es gleich wieder verdrängen. Dieses Bibelwort hat eine starke Verheißung: wenn ich mich öffne, wird innerlich Mahl, Kommunion gehalten. Gott will Gemeinschaft und Beziehung mit uns, uns innerlich nähren, trösten und stärken.

Dies alles ist ein dynamischer Prozess, nicht statisch. Viele denken: getauft, gefirmt, abgehakt. Nein, es sind Initiationsriten: Starter für den Glaubensweg. Erstkommunion bedeutet: jetzt geht es mit den Kommunionen erst richtig los. Freitag beim „Heiß beten“ haben wir die Bibelstelle betrachtet, wie König Saulus in prophetische Verzückung geriet und verwandelt wurde. Trotzdem wurde dieser König bald später ein ganz Übler: Durch Konkurrenzdenken, Angst, Neid und Eifersucht wurde er depressiv und gewalttätig. Ja, ein Gesalbter, ein Christ, ein Priester kann ein ganz übler Mensch werden, wenn er sich nicht vom Geist Gottes leiten lässt, sondern den „inneren Dämonen“ Raum gibt. Deswegen ist beständige Tauferneuerung so wichtig…und weil es ein Starter ist, dürfen wir alle gespannt sein, was da an Feuer und Hl. Geist noch vor uns liegt. Bei Jesus ging es nach der Taufe im Jordan ja auch erst richtig los. Und die Stimme Gottes gilt auch uns: „Du bist mein geliebtes Kind.“ Das dürfen wir uns immer wieder zusagen, und nicht nur das, sondern auch: „Du bist mein Freund! Du bist meine Bundespartnerin! Du bist meine Mitarbeiterin! Du bist mein Apostel, mein Bote Gottes in der Welt!“ Taufe bedeutet auch Sendung![/dropdown_box]

Gott spricht mit uns

06.01.15           Eph 3, 2-3a5-6 / Mt 2,1-12              

In der Weihnachtszeit feiern wir das menschgewordene Wort Gottes. Gott ist das Wort (logos – Geist, Sinn), durch das alles geworden ist. In Ihm ist das Leben und das Licht der Menschen.
Die 3 Weisen haben dies Licht gesucht. Stark, wie sie der Sehnsucht ihres Herzens folgen und den Mut haben, aufzubrechen und sich auf einen langen Weg machen.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]
Im Wort der hebräischen Bibel wird ihnen gedeutet, dass Bethlehem der richtige Ort ist. Im Traum empfangen sie Weisung, auf einen anderen Weg heimzukehren.

„Weil ihnen im Traum geboten wurde“: wer von uns achtet auf seine, ihre Träume? In der Weihnachtsgeschichte wird auch mehrfach Joseph geschildert, wie er sich von der Stimme Gottes im Traum leiten läßt. Jeder Mensch träumt bis zu 4 mal pro Nacht, uns meistens unbewußt. In den Träumen spiegeln sich meist unsere Gefühle und unser Erlebtes, verbunden mit unseren Ängsten und Sehnsüchten. Traumdeuterei sollte man gewiss nicht übertreiben, aber immer wieder enthalten Träume eine interessante Botschaft. Es macht Sinn, immer wieder auf Empfang zu gehen, also offen in Empfangshaltung zu sein, welche Eindrücke und Impulse ich erhalte. Ja, es macht sogar einen totalen Unterschied: wäre Joseph, wären die Weisen nicht auf die Stimme im Traum eingegangen, wäre die Jesusgeschichte ganz anders verlaufen, ja vielleicht früh beendet gewesen. Was verfehlen wir vielleicht im Leben, weil wir nicht den Mut haben, unseren Träumen zu folgen? Ein toller Leitspruch ist ja: „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.“

Oft sagen Leute, sie würden gern mal die Stimme Gottes hören…aber sie hören nie etwas. Nun, das große Geschenk, das uns Gott macht, ist Sein Wort, unsere Bibel. Es kommt weniger auf den Buchstaben an, sondern auf den Geist. Und Jesus ist das fleischgewordene Wort. Das wichtigste beim Wort Gottes ist, dass wir es tun, praktizieren. Jemand sagte mal: Erst wenn wir die Basics in der Bibel wirklich praktizieren, spricht Gott weiter zu uns und gibt uns weitere Offenbarungen. Wenn wir sie nicht praktizieren, blockieren wir Seine Stimme.“ Vgl. im Joh-Ev: „Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht.“ Und die Basics sind klar: geh sonntags zum Gottesdienst, bete immer mehr, vergib 7mal 70mal, tu auch deinen Feinden Gutes usw. Je mehr wir dies tun, die ersten Christ*innen feierten übrigens täglich Gottesdienst, merken wir: wir brauchen Gottes Geist und Kraft, um dies wirklich mit Schwung und guter Energie leben zu können. Je mehr wir uns vom Hl. Geist tränken und erfüllen lassen, desto mehr zieht Frieden und Freude in unser Herz, wir werden stärker. Und je mehr wir uns Gott hingeben, Ihm wie die 3 Könige huldigen, desto mehr wird Er uns sich offenbaren. So schreibt Paulus heute in der Lesung: „Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis Christi mitgeteilt.“

Wir entscheiden selber, auf welchem Niveau, auf welchem level wir durch unsere Tage gehen. Im Alltagstrott, im Halbdunkel stolpernd, im Klagen über die schwierigen Umstände – oder im Blick nach oben, zu den Sternen, zum Himmel. Die 3 Magier, wie sie im Urtext heißen, ermuntern uns, wirklich aufzubrechen, Gewohntes hinter uns zu lassen, neue Wege zu wagen, auf anderen Wegen heimzugehen….aber nicht einfach nach unserer Lust und Laune, keinen Luftgespinsten, sondern indem wir bei aller Dunkelheit das Licht suchen, vom Wort Gottes uns leiten lassen und der inneren Stimme folgen. Gott schweigt nicht, sondern ist höchste Kommunikation. „Die Seinen hören Seine Stimme!“ Werden wir immer mehr die Seinen.[/dropdown_box]

Sich beschneiden lassen, um mehr Früchte zu bringen

31.12.14           Num 6,22-27 / Lk 2,16-21    

Als ich im inneren Dialog fragte, worüber die Silvesterpredigt gehen soll, kam überraschend das Wort: Beschneidung. Als ich darüber betete, kamen Impulse, was dies heute für uns bedeuten kann. Jesus wurde am 8. Tag beschnitten, die Beschneidung war das Bundeszeichen, das man zu Gott gehört.  [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Schon Propheten im AT weisen darauf hin, dass es nicht auf die äußere Beschneidung ankommt, sondern auf die Beschneidung des Herzens. „Ihr ehrt mich mit den Lippen, doch euer Herz ist weit von mir weg.“ Wie können wir staunen, dass die ersten Christ*innen den Mut hatten, auf die Beschneidung zu verzichten, weil der Neue Bund im Glauben an Jesus Christus und den Empfang des Hl. Geistes gründet. Wir können wirklich staunen, weil wir ja ständig erleben, wie schwer sich mach Christ und oft auch die Kirche tun, etwas Äußeres zu verändern, um das Innere zu beleben. Es geht nie um Reform um der Reform willen, sondern zunächst um Herzensreinigung, innere Umkehr, die sich dann natürlich ins Leben auswirkt. Darum scheitern ja viele Reformen heute. Jesus sagt, dass eine Rebe, die Frucht bringt, gereinigt wird, damit sie noch mehr Frucht bringt. Doch die Rebe lebt aus der engen Verbindung zum Weinstock.

Wir alle haben Pläne und Wünsche zum Neuen Jahr, auch Sorgen und Ängste. Wir sollten die Weisheit lernen, nicht Gott um den Segen für unsere Pläne zu bitten, sondern umgekehrt das tun, was Gott segnet. Deswegen hat es was, alles was man so vorhat, Gott hinzuhalten, dass Er es beschneiden darf. Denn vieles was wir tun ist Zeitverschwendung, auch manche Diskussionen und Streitereien. Beschneidung des Herzens bedeutet, Gott immer neu die Priorität zu geben, unser Herz und unsere Gedanken immer wieder auf Ihn hin auszurichten, ja Ihn mit ganzem Herzen und all meinen Gedanken lieben zu lernen. Ohne Beschneidung kommen wir da nicht weiter: es gibt viel Unkraut bei uns, viel Zerstreuung und Ablenkung. Gottes Plan mit uns, auch für 2015 ist, dass wir viel Frucht bringen. Und wenn wir ehrlich sind, ist das ja auch die Sehnsucht unseres Herzens, dass unser Leben Sinn macht.

Kürzlich hatten wir in der Pallottinsichen Gemeinschaft einen alten Bekannten zu Besuch. Wir ließen ihn ein Bibelwort ziehen. Er zog Mt 28, 19f. Mit dem letzten Wort konnte er viel anfangen, es passt ja auch zum Neuen Jahr: „Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage…“. Den 1. Teil fand er voll schwierig: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern….lehrt sie alles zu befolgen…“. Ich meinte, es ist doch sozusagen der letzte Wille des Jesuskindes, sein letzter Wunsch: könnten wir Ihm doch einen Gefallen tun, und das machen? Lissy nahm ihm die Schwierigkeiten z.T., indem sie betonte: Jünger werden, bedeutet doch Gemeinschaft mit Jesus, also nicht allein durchs Leben zu gehen und immer dazu lernen zu können. Alles befolgen: wo das geschieht, ist doch Frieden. Keine Gewalt, keine Unwahrheit, sogar die Feinde lieben zu lernen… Wär doch toll, auch für den Weltfrieden, wenn es viele echte Bekehrungen gäbe.

Wir spüren, wir brauchen tatsächlich die Beschneidung, nicht äußerlich, sondern am Herzen… Und der letzte Wille Jesu könnte doch ein herausforderndes Motto fürs Neue Jahr sein…gelingen kann dies nur als Jünger, in Gemeinschaft mit Jesus, in der Kraft Seines Geistes. [/dropdown_box]

Fest der Hl. Familie

28.12.14            Kol 3, 12-17 Die Krippe als Familienaufstellung
Lk 2,22.39f. Die Bibel als Familienbuch

Tja, die Krippe ist eine interessante Familienaufstellung. Als Ochs, Esel oder Schaf erkennt man sich schnell mal wieder…noch schneller manchmal andere. Von Maria können wir lernen, alles im Herzen zu bewegen. Von Joseph, auf seine Träume zu achten. Als Mann Verantwortung zu übernehmen, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Was macht den Mann zum Mann? [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Interessant, gerade da hat Joseph nach den Erzählungen der Bibel wenig zu bieten…also Joseph ist spannend für jede Männergruppe. Na, und wie Jesus sollen wir ja mal alle werden, von Ihm sollen wir lernen. Er sagt ja auch: „Wer ist meine Mutter? Wer meine Schwester oder mein Bruder? Wer den Willen meines Vaters tut, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter.“

Im Evangelium wird Jesus Gott geweiht. Das hat zur Folge, dass Gott ihn mit Weisheit erfüllt und Seine Gnade auf Ihm ruht. Ein starkes Bild. Haben wir unser Leben Gott geweiht? Nun, in der Taufe geschieht das eigentlich. Aber im Alltag: lebe ich wirklich Gott-zentriert. Praktisch tue ich es, wenn ich bei allem im inneren Dialog Jesus frage: „Wie siehst Du das? Soll ich das tun? Gefällt Dir das?“ Je mehr wir das praktizieren, desto mehr werden wir staunen, wie wir mit Jesus leben können. So heißt es ja auch in der Lesung: „Alles was Ihr tut in Wort oder Werk, geschehe im Namen Jesu.“ Also ganz einfach bei allem Jesus auf den Lippen tragen. Dann lebe ich godline, in einer anderen Atmosphäre.

Die Lesung gibt uns einen Ratschlag, der uns alle weiter bringen kann: „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.“ Das ist weihnachtlich, wo wir ja feiern, dass das göttliche Wort Mensch wird. Holen wir wirklich die Bibel in unseren Alltag. Oft wissen wir nicht, wie wir zu Hause beten sollen: z.B. einfach jeden Tag einen Psalm. Und den Vers, der mich anspricht, mit in den Alltag nehmen und anwenden. Wenn da also steht „jauchzt“, dass ich einfach immer wieder jauchze. Das gibt gute Energie – trotz schwierigster Umstände. Ja, das kann Situationen drehen!

Und z.B. jeden Tag 10 Verse fortlaufend aus einem Evangelium. Toller Vorsatz für das neue Jahr.

Die Bibelverse leben, die ich verstehe, die anderen einfach erstmal stehen lassen. Wir lassen uns den Schatz des Wortes Gottes oft klauen. „Was da alles drin steht – unmöglich.“ Und manch einer der Theologie studiert hat, reduziert die Bibel: das ist ja einfach nur geschrieben, weil…Beispiel Kindermord: ob das so war? Da hat Mt Sachen aus dem Alten Testament zitiert, um zu beweisen, dass Jesus der Messias sei…Hm…Keiner weiß, wie es historisch genau war. Doch Kindermord: geschieht tragischerweise täglich. Und Tyrannen gibt es auch. Mir hilft oft, die Geschichten einfach als Bilder zu nehmen, dann erkenne ich unsere Welt sehr schnell darin….und was Gott mir sagen will.

Beispiel Sündenfall: Gott erlaubt alles, verbietet eines – und genau das tun wir…und schieben dann die Schuld auf andere….geschieht jeden Tag. Die Bibel hat nicht einfach nur einen Wortsinn oder einen geschichtliche Aussage, sondern vor allem einen geistigen Sinn: das bewahrt vor billigen Bibelfundamentalismus. Ja, sie eignet sich als Familienbuch, täglich darin zu lesen. Da stehen so starke Dinger drin wie: „Der nichtgläubige Partner wird durch den gläubigen geheiligt.“ Oder: „Einer trage des anderen Last“…da geht das Familienklima doch gleich aufwärts, wo dies versucht wird. Wir alle kennen Streit, in manchen Familiengeschichten liegen tatsächlich Leichen im Keller, manches wird todgeschwiegen und die Atmosphäre ist leicht verbittert. Die biblische Therapie: vergib deinem Bruder, deiner Schwester nicht 7mal, sondern 7 mal 70 mal….Das Tolle ist, die Bibel kommt weniger moralinsauer rüber, sondern zeigt Wege, wie wir trotz menschlicher Schwächen, trotz Scheitern und Versagen in Gottes Segen kommen können. Indem wir einfach die 1. Predigt Jesu immer wieder anwenden: Kehr um und glaube an das Evangelium!!! Es ist eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft – mit Ewigkeitszusage! Wenn biblische Worte bei uns zu Hause Fleisch werden, dann wird der Haussegen gerader. Wir haben die Möglichkeit, mit Konflikten, mit Trauer, mit Krankheiten und Bedrängnissen anders umgehen zu lernen. Weihnachten konkret: Gott wohnt unter uns durch Sein Wort, indem wir es unter uns Fleisch werden lassen.[/dropdown_box]

Gott will Gemeinschaft

24.12.14

Warum ist Gott eigentlich Mensch geworden?

Unser christliches Gottesbild sagt, dass Gott die Liebe ist. Liebe ist nie gern allein, liebt immer ein Du und will zum großen Wir. In der ganzen hebräischen Bibel (AT) kommt dies zum Ausdruck: Ich will euer Gott sein, Ihr mein Volk. Aber das ist oft gescheitert. Die Israeliten kehrten Gott oft den Rücken. Ein Theologe drückt es treffend so aus: Gott will Gemeinschaft, die Menschen wollen Gesetze und Rituale….
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Wie sieht es bei uns aus? Pflegen wir wirklich Gemeinschaft mit Gott? Wie oft kommunizieren wir wirklich mit Ihm? Wie tief lieben wir Ihn?

Dann kommt Gott in Jesus, sozusagen auf Augenhöhe. Doch es heißt: Das Licht kam in die Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht ergriffen. Er kam in Sein Eigentum, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf. Hui – wie sieht es bei uns aus? Haben wir Ihn wirklich aufgenommen? Fühlt sich Jesus unter uns wohl? Nehme ich wirklich Seinen Geist immer neu auf? Oder ignoriere ich Ihn? Blockiere Ihn?

Gestern erlebte ich die groteske Situation: Ein Mensch, der nicht an Gott glaubt, hielt sich die Ohren zu, als ich betete…Lustig: vor was hat er Angst? Das erlebe ich wiederholt, wie Atheisten oder Agnostiker sich weigern, sich auf eine spirituelle Erfahrung einzulassen. Vielleicht denken sie, dann müsste sich was in ihrem Leben ändern. Nun, mit Jesus ändert sich tatsächlich etwas, und zwar in einer guten Richtung. Wenn ich Ihn in mir leben lasse, dann ziehen mit Ihm Frieden und Freude und eine ganz neue Energie ein. Allen, die dies Erfahrung noch nicht kennen, kann man nur ermuntern: Probiere es doch aus, nicht einmal, sondern immer wieder und immer weiter.

Das Weihnachtsevangelium nach Joh, 1 verheißt: „Allen die Ihn aufnehmen gibt Er Vollmacht….die nicht aus dem Fleisch, sondern aus Gott geboren sind…“ Dies ist ein Prozess. Das wir immer gott-voller werden. Jesus drückt es deutlich aus: „Wer in Ihm bleibt und in wem Er bleibt, bringt reiche Frucht.“ Dieses dran bleiben ist wichtig.

 Darin sind Maria und Joseph Vor-Bilder. Trotz schwieriger Umstände bleiben sie dran. Trotz der erfolglosen Herbergssuche, trotz der notwendigen Flucht nach Ägypten ins Asyl….so kann aus Unheilsgeschichte Heilsgeschichte werden.

 Für uns heißt das: immer wieder die Verbindung zu Gott aktivieren, godline gehen. Nicht auf die schwierigen Umstände starren, sondern auf Jesus schauen. Mit Jesus in mir bin ich nie allein…und werde immer stärker. …wenn ich Ihn wachsen lasse.[/dropdown_box]

Aus der Statio der Christmette:

Weihnachten 2014 – wir sind immer noch Weltmeister.
Weihnachten 2014 – diesmal ohne Bischof in Berlin – geht irgendwie auch. Aber auf den aktuellen Papst wollen wir nicht verzichten. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]
Weihnachten 2014 – die SPD ist wirklich noch eine Volkspartei. 2 Volksvertreter im Untersuchungsausschuss: beim einen fand man Drogen, der andere wird mit Kinderporno in Verbindung gebracht. Interessant: bei keiner Partei kam Schadenfreude auf. Es sitzen wohl wirklich Volksvertreter im Bundestag.
Weihnachten 2014 – beim FC Union in Köpenick haben wieder 27.500 Menschen Weihnachtslieder gesungen. Mehr als bei Pegida. Es geht doch. Wir singen jetzt jeden Montag Weihnachtslieder.
Weihnachten 2014 – Herbergssuche. Zu Frank Zanders Fest der Obdachlosen kamen 2.700 Personen ins Hotel Estrel.
Weihnachten 2014 – der Rubel fällt. Ja, wohl zuviel Krimsekt getrunken.
Weihnachten 2014 – in Bethlehem ist kein richtiger Friede, in Jerusalem auf dem Tempelberg auch nicht.
Weihnachten 2014 – diesmal ohne Udo Jürgens und Joe Cocker. Zum Trost: morgen tritt Udo Jürgens nochmal mit Helene Fischer im ZDF auf. Die Sendung wurde vor seinem Sterben aufgenommen.
Weihnachten 2014 – wissen Sie, wieviel Bundeswehrsoldaten nach einem Auslandseinsatz posttraumatische Belastungsstörungen haben und wie viele Selbstmord begehen? Die Bundeswehr weiß es auch nicht.
Weihnachten 2014 – im Mittelmehr sterben immer weiter Flüchtlinge.
Weihnachten 2014 – der Papst, selber 78 Jahre alt, diagnostiziert bei vielen Mitarbeitenden im Vatikan geistlichen Alzheimer.
Weihnachten 2014 – es war in Deutschland der größte Kaufrausch der letzten Jahre. Auch Nichtgläubige beteiligen sich rege am Weihnachtsgeschäft. Warum bekommen wir als Kirche eigentlich nicht Prozente? Schließlich haben wir das Urheberrecht.
Weihnachten 2014 – freuen wir uns doch einfach, dass Jesus auch heute unter uns ist. Halleluja. [/dropdown_box]

Die Freude an Gott ist unsere Kraft 

14.12.14            1 Thess 5,16-24   /  Joh 1,6-8.19-28

Johannes weiß, wer er ist und wer er nicht ist. Er ist der Rufer in der Wüste, aber nicht der Erlöser. Auch für uns ist gut, wenn wir wissen, wer wir sind und wer wir nicht sind. Ich bin nicht nur ein höher entwickeltes Tier, das bin ich auch, aber ich bin auch ein Kind Gottes….und ich sage auch gern: ein Gottesfreund. Persönlich gern: ein Gottes Clown.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Bei Jesus fällt auf, dass Er eine klare Identität hatte. Er wußte, wozu Er gekommen ist. Z.B. sagt Er: um zu retten, nicht um zu richten. Und passend heute zum 3. Advent – Gaudete – Freuet euch: „Ich bin gekommen, damit meine Freude in euch sei und damit eure Freude vollkommen wird.“ Jesus will, dass wir vollkommene Freude haben – puh. Wenn der meinen Arbeitskollegen hätte, meinen Chef, meine Zahnschmerzen, meine Sorgen…wie soll ich mich da freuen?

Genau darum geht es: wir sollen lernen, uns in und an Gott zu freuen. Hm, die meisten finden Gott eher langweilig…wenn es Ihn überhaupt gibt… Tja, wie kommen wir zu dieser Freude? Die Bibel enthält klare Ratschläge, ja direkte Anweisungen: „Freue dich im Herrn zu aller Zeit.“. Diesen Aufruf schreibt Paulus, als er im Gefängnis sitzt. Normalerweise kein Ort großer Freude. Es wird einmal berichtet, wie er im Knast um Mitternacht singt und Gott preist. Also ich hätte eher geklagt und gezweifelt. Doch genau darum geht es, diese paradoxen Interventionen einfach mal auszuprobieren, Gott sozusagen zu testen. „Werf deine Sorgen auf Gott, damit Er für dich sorgen kann!“

Der Hl. Franziskus wurde Bruder Immerfroh genannt. Als er den Sonnengesang schrieb, war er blind und von den eigenen Mitbrüdern als Oberer abgelehnt worden. Trotzdem kann er singen von Schwester Sonne und Bruder Mond und nennt sogar den Tod „Br. Tod“. D.h. er hat sich mit dem letzten Feind, der besiegt werden wird laut Bibel, dem Tod schon angefreundet. Er starb mit Mitte 40. Einmal sagte er über die wahre Freude, sie sei nicht das, worüber wir uns so alles freuen, sondern „wenn wir abends müde an einem Kloster anklopfen und man uns verjagt mit den Worten „wir seien Betrüger und Diebe“, dann wäre das die wahre Freude.“ Ist der gute sadomaso drauf? Na, er will vielmehr zeigen, die wahre Freude macht sich eben nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern kommt von innen, von Gott.

Der Hl. Thomas Morus hat ein starkes Gebet um Humor. Er bittet, „dass er sich nicht allzuviel Sorgen mache um dieses sich ausbreitende Etwas, das sich Ich nennt.“ Dieser Ehemann und Familienvater saß im Gefängnis und wurde zu Tode verurteilt. Es ist glaubwürdig überliefert, dass er mit Humor zum Fallbeil schritt: „Helfen Sie mir bitte rauf, runter komm ich schon alleine. Und meinen schönen Bart, den ich mir im Gefängnis wachsen ließ, können wir den beim Fallbeil zur Seite legen, denn er hat ja keinen Hochverrat begangen.“ So kann nur jemand reagieren, der innerlich frei ist, der aus einer anderen Kraft lebt.

Lebensfreude ersehen wir alle. Viele suchen sie in Inhalten, die langfristig mich nicht ausfüllen und glücklich machen, sondern eher abhängig und launisch. Der Hl. Geist wird der Tröster und Beistand genannt, salben wir uns immer wieder mit diesem Öl der Freude. In einem Psalm heißt es: „Du umhüllst mich in Jubel.“. Steigen wir immer wieder in diese Heils-Bilder ein, sie werden uns positiv verändern. Schauen wir nicht nur auf die Probleme und Defizite, dann erstarren wir wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern richten wir immer wieder unseren Fokus auf Gott. In Gott ist Liebe, Barmherzigkeit, Frieden. Die Freude an Gott ist unsere Kraft. Die Bibel verheißt nicht, dass wir keine Probleme hätten, im Gegenteil sie beschreibt sie sehr realistisch. Die Bibel verheißt uns, dass wir mit Gott eine Kraft bekommen, hindurch zu gehen. Darum: Gaudete – Freuet euch!!!

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Wach sein gegen Versuchungen 

30.11.14            Mk 13, 24-37                       

Die Botschaft Jesu ist klar: Seid wachsam. Er spricht von großer Not, Vergänglichkeiten und Erschütterungen –alles, was wir aus dem Leben und den Nachrichten kennen, und fordert auf: seid wachsam. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Advent heißt Ankunft, und meint nicht nur die Ankunft Jesu damals, sondern auch seine Wiederkunft. Aber keiner kennt die Stunde. Also wenn da jemand mit irgendwelchen angeblichen Offenbarungen über die Endzeit um die Ecke kommt: Vorsicht, Zurückhaltung.

Einmal drückt Jesus es auch so aus: „Wacht und betet, damit Ihr nicht in Versuchung geratet….“Der Advent ist eine Zeit voller Versuchungen: Besorgungen, Hektik, Kaufrausch, Enttäuschungen usw.

Wir können staunen, dass unser aktueller Papst unverblümt den Versucher auch beim Namen nennt. Ja, es gibt den Gegenspieler. Bei allem Missbrauch, der mit ihm betrieben wurde, das was gemeint ist, erlebt jede und jeder, ob man gläubig ist oder nicht. Wenn wir die biblischen Namen als Bilder nehmen, entdecken wir schnell die Weisheit dahinter. Es ist der diabolos: der Durcheinanderwerfer. Na, das erlebe ich jeden Tag: Dinge, die mich durcheinander bringen. Der Ankläger: wir treffen ständig auf Leute, die klagen, andere anklagen, und viele machen sich selber ständig fertig.

Es ist der Vater der Lüge: wir treffen ständig auf Halbwahrheiten…und spüren auch bei uns, wo wir nicht stimmig sind. Ja, und es ist der Räuber: wir wissen, was uns Zeit, Energie, die gute Laune usw raubt.

Jedem Tag begegnen wir diesem Versucher: er greift an über unsere Gedanken und sät Zweifel und Verzagtheit ins Herz, z.B.: „Warum immer ich? Das wird sowie nix. Ich habe keine Lust mehr.“ Ja, und er greift an über die Angst: Angst ist negativer Glaube! Ich stelle mir etwas vor, wie es schief gehen kann.

All diese Dinge sind normal und alltäglich. Unser Glaube bietet uns eine wunderbare Chance, wie wir Versuchungen überwinden können. Wenn ich mit eigener Anstrengung und Mühe kämpfe, wird es krampfig und oft verliere ich. Papst Franziskus sagt: „Der Teufel ist der beste Theologe“, und meint damit, er ist intelligenter als wir. Darum gilt es, sich mit Gott zu verbinden, eine klare Willens-Entscheidung zu fällen. Wenn ich die Versuchung erkenne und durchschaue kann ich einen klaren Befehl geben: „Weiche!“ und im Gebet den Hl. Geist einladen, mir zu helfen. Mit Ihm bin ich immer stärker, ohne Ihn schwächer. Sobald ich intensiv bete, werde ich stärker!

Das gilt auch für die todernste Situation auf dem Kranken- oder Sterbebett. Es ist ein Unterschied, ob jemand in Traurigkeit verkrampft oder auf Gott hin loslassen lernt. Spirituelle christliche Heiler*innen sehen den Tod immer als Möglichkeit endgültiger Heilung und die Heilung der Ur-Beziehung zu Gott als die Grundlage aller Heilung.

Der Advent ist eine Zeit der Umkehr und Erneuerung: jeden Tag bieten sich unzählige Gelegenheiten, dies zu trainieren und zu üben. Ich spüre eine Versuchung und kehre zu Gott um! Mit meinem Herzen, mit meinen Gedanken! Wenn ich z.B. einen unseligen Streit erlebe, kann ich mich schnell fragen: wer hat ein Interesse, uns auseinander zu dividieren? Es ist nicht der Hl. Geist! So wichtig klärende Gespräche sind und konstruktive Kritik….wenn es destruktiv wird, zieht sich der Hl. Geist zurück und wir geben dem Gegenspieler Raum. Darum: seien wir wach! Kehren wir immer neu um! Wenn dies zu einer Grundübung und Grundhaltung wird, wird es unser Leben elementar verbessern.  [/dropdown_box]

Ein Königreich der anderen Art

23.11.14            Ez 34, 11-12.15-17 / Ev Mt 25, 31-46                

Ein König lebt in einem Palast und trägt eine goldene Krone…Jesus kam in einen Stall auf die Welt, hatte in seinem öffentlichen Leben keinen Platz, wo Er sein Haupt hinlegen konnte und trug nur eine Dornenkrone. Jesus ist anders….einige Vertreter der Kirche leben dagegen wirklich wie Fürsten.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Als Israel einen König wollte, weil alle anderen einen hatten (die typische menschliche Schwäche: alle haben das, na dann muss ich es auch haben), war Gott dagegen: Ich bin doch Euer König! Ihr braucht keinen. Er wird Euch ausbeuten. Und das AT erzählt die satirische Geschichte, wie die Bäume einen König wollen. Doch jeder sagt wie der Olivenbaum: Ich will euch lieber weiter meine Früchte geben als das ich größer werde als Ihr und über Euch hin und her wedele und Ihr Euch vor mir verneigen müsst. Dann wählten sie den Dornenstrauch zu ihrem König…und der hatte mit seinen Dornen Spaß daran.

Ja, die Bibel ist sehr autoritätskritisch Menschen gegenüber, Jesus sagt: „Nur einer ist Euer Herr, Ihr alle aber seid Schwestern und Brüder.“ Jesus, der Gottessohn, nennt sich am liebsten der Menschensohn. Darin drückt Er seine volle Solidarität mit uns aus. Und heute im Evangelium identifiziert Er sich klar mit den Obdachlosen, Gefangenen und Fremden. Übrigens in unserer Kirche hat jede und jeder königliche Würde, denn in der Taufe werden wir auch zu Königen gesalbt.

 Wollen wir Jesus als unseren König annehmen? Immer wieder ertappe ich mich, wie egozentrisch ich leben kann, und eben nicht christozentrisch. Christozentrisch würde bedeuten: Jesus sitzt in mir auf dem Thron. Wie kann ich das konkret gestalten? Mir hilft da, Jesus wirklich als Freund zu sehen, wie Er selber es ja auch ausdrückt. Persönlich fremdle ich eher mit dem Königsbild. Und Ihn ständig zu fragen: „Wie siehst Du das? Soll ich das machen?“ Wir können staunen, wieviel Impulse wir dann empfangen. Teresa von Avila spricht vom Großen Gespräch, das sie mit Jesus tagaus tagein führt – nach ihrer Bekehrung nach 20 Jahren Ordensleben im Kloster übrigens. Papst Franziskus meint, wir können als Christen, selbst wenn wir jeden Sonntag in die Kirche gehen, dennoch „heidnisch“ leben. Da Jesus durch den Glauben und Seinen Geist ja auch in uns wohnen will, wenn wir Ihn nicht vertreiben, sondern immer neu einladen, frage ich Ihn auch oft: „Sollen „wir“ das machen?“ Das wird sehr persönlich, vor allem wenn ich Ihn abends frage: „Wie ging`s Dir heute eigentlich mit mir, bzw. bei mir?“ Praktizieren Sie das. Sie werden Antworten erhalten. Der innere Dialog wir d sehr fließend. Und ob er echt ist, merken Sie daran, wie konstruktiv alltagstauglich das Ganze wird.

Heute morgen, im Bett noch, habe ich übrigens Maria gefragt – wir sind ja katholisch, da darf ich auch Maria ansprechen:“ Christkönig: wie siehst Du das eigentlich?“ Ich hatte die Frage noch nicht zu Ende, da schoss die Antwort durch meinen Kopf: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ So hat Maria ja bekanntlich im Magnifikat gebetet. Ich war baff, ja wie heute im Evangelium: „Er“ begegnet uns in den Niedrigen, den Hungrigen, Obdachlosen und Fremden. Sie haben königliche Würde. [/dropdown_box]

Wachse mit deinen Talenten

16.11.14            1 Thess 5,1-6 / Mt 25,14-30     

Reich Gottes Gleichnisse sind fast immer Wachstums-Gleichnisse. Das Gleichnis mit den Talenten könnte man ohne Reich Gottes leicht kapitalistisch missverstehen. „Wer hat, dem wird gegeben.“ Was meint Reich Gottes? Dass Gottes Willen wirklich geschehen darf, wie wir beten: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Also hier schon auf Erden: göttliche Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frieden usw.

Jede und jeder hat Talente. Manche sehen die nicht, andere verstecken sie, oder wie im Gleichnis vergraben sie aus Angst. Kein Wunder, wenn solche Menschen heulen und mit den Zähnen knirschen.

Jesus will, dass wir unsere Talente einsetzen…und dass sie mehr werden. So wär toll, wenn alle heute nach dem Gottesdienst neue Lust auf „mehr“ bekommen. Ein großer Fehler von uns aktiven Christ*innen ist, dass wir denken: das, was wir von Gott kennen, das sei es schon. Nein, es gibt immer „mehr“. Gott ist unendlich, das Geheimnis des Lebens. Die Gottes-Erkenntnis ist eine eigene Gabe des Hl. Geistes. Erkennen und Lieben sind in der hebräischen Sprache das gleiche Wort. Wenn ich Gott liebe, werde ich Ihn immer mehr entdecken. Und wen ich liebe, für die Person hab ich Zeit…und bin auch bereit, „Opfer“ zu bringen.

Ein Talent, was jeder hat, ist die Möglichkeit, zu zuhören, jemanden mein Ohr zu schenken. In der aktuellen Diskussion über den Umgang mit Alter, Gebrechen und Tod sagte kürzlich ein Palliativ-Mediziner: was die Menschen in dieser Phase am meisten brauchen ist jemand, der ihnen zuhört.

Gaben sind uns gegeben, damit sie anderen nutzen, sagt Paulus. Eine Begabung, z.B. Musik, wird dann zu einem Charisma, einer Geistesgabe, wenn ich sie für das Reich Gottes einsetze und sie Früchte bringt.

Ja, und es gibt auch übernatürliche Gaben: wie z.B. Glaubenskraft: ein Glaube, der wirklich etwas bewegt, einen Berg versetzen kann. Je mehr wir üben, mit und aus dem Hl. Geist zu leben, desto mehr Wirkkraft werden wir bekommen. Indem wir unsere bisherigen Gaben einsetzen und trainieren, desto mehr neue werden sich zeigen. Jesus will nach diesem Gleichnis, dass wir überfließend werden, an Seiner Freude teilhaben. Wenn wir uns im Kleinen treu erweisen, kann Er uns größere Aufgaben anvertrauen. Jesus will mit uns Reich Gottes für diese Welt gestalten! [/dropdown_box]

Tempelreinigung heute

09.11.14            1 Kor 3,9c-11.16f / Joh 2, 13-22    

Ein geschichtsträchtiges Datum. In der Reichspogromnacht wurden die Synagogen angezündet und kurze Zeit später die lebendigen Steine, die Juden vergast. Vielleicht gibt es ja einen geistigen Zusammenhang, dass 51 Jahre nach dieser schweren Schuld das Leid des geteilten Landes wie durch ein Wunder aufgehoben wurde und die Mauer aufging. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ich erklär dies Phänomen immer selbstironisch damit, dass am 9.11. 89 ich in Jerusalem an der Klagemauer gebetet habe…im Ernst: als ich am nächsten Tag von der Öffnung in einer israelischen Zeitung las, konnte ich es gar nicht glauben und dachte: so schlecht kann mein Englisch doch auch wiederum nicht sein….

Am heutigen Sonntag sind die Bibeltexte von der Weihe der Lateranbasilika, und sie betonen, dass wir mit unserem eigenen Körper ein Tempel des Hl. Geistes sind. Was bedeutet Tempelreinigung für uns? Unsere Kirche muss gewiss geläutert werden von zuviel Bürokratie. Manche sprechen auch von einem ekklesialen Atheismus: die Kirche als ein Betrieb, in der es zwar um Gott geht, aber Gott praktisch kaum eine Rolle spielt.

Die Kirche soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein. Manche tun sich schwer, wenn Kunst in der Kirche gezeigt wird, fair gehandelte missio-Produkte verkauft werden oder Kinder laut sind. Andere betonen, dass gerade Kunst den Horizont erweitert und das Leben oft transzendiert, dass fair gehandelte Produkte ein klares soziales Zeichen sind und wir froh über unsere Kinder sein können – und wenn es mal wirklich zu laut ist, kann man bei uns ja leicht von der Christophorus-Kapelle aus alles sehen und hören.   Mir fällt auf, wie oft Menschen, wenn unsere Kirche offen ist, z.B. über den Seiteneingang Hausnr. 4, sie für ein stilles Gebet nutzen und gern eine Kerze anzünden. Wir können nur ermuntern, sofern man kann, zu unseren Gebetszeiten am Morgen, am Mittag oder Abend zu kommen, oder zur Meditation oder dem Rosenkranz.

Dass wir mit unserem Körper ein Tempel des Hl. Geistes sind, ist eine starke Aussage und kann unser Körpergefühl positiv bereichern. Wie Paulus sagt: Der äußere Mensch wird aufgerieben, aber der innere kann täglich erneuert werden. Sexualität ist gottgegeben, ohne Sex gäbe es uns gar nicht. Halleluja. Gleichzeitig können wir durch falsches Denken, falsche Haltungen den Hl. Geist in uns dämpfen oder blockieren, ja sogar vertreiben. Im Umgang mit seiner Sexualität kann man sich selber schaden und andere verletzen. Der Hl. Geist zieht sich von uns zurück, wenn wir nicht mit Ihm leben. Er will uns als Partner und respektiert unsere Freiheit. Darum gilt es, ständig sich zu läutern: das fängt mit meinem Denken an: dass ich Gottes Gedanken denken lerne, z.B. durch das Lesen und Wiederholen biblischer Weisheiten. Das verändert auch mein Sprechen. Wenn jemand ständig nörgelt und schimpft, ist das nicht vom Hl. Geist. Oder schlecht über andere redet. Der Hl. Geist will aufbauen, trösten und weiterführen. In Ihm ist Frieden und Freude. Darum lohnt es sich, ständig um sein Kommen und Wirken zu beten.

Jetzt im Oktober hatte ich zweimal die Möglichkeit, mit Lissy von unserer Pallottinischen Gemeinschaft zusammen Orte zu erleben, wo „Jesus zuerst“ praktiziert wird. An beiden Orten sind jeweils eine Familie das gündende Element gewesen. Und in beiden Familien fiel uns dies „Jesus zuerst“ massiv auf. Wir verstanden die Aussage Jesu klarer, dass wir Ihn mehr lieben sollen als unseren Partner, unser Kind oder unsere Eltern. D.h. wir erlebten, wie in den kleinen und großen Fragen des Alltags gefragt wurde: „Was möchtest Du Jesus? Soll ich das so machen? Wie geht es Dir damit?“ Und sie fällten ihre Entscheidungen im inneren Hören auf die Eindrücke und Impulse des Geistes Jesu in ihnen. Bemerkenswert: dieses „Jesus zuerst“ klärt die Beziehung zum Partner, zum Kind usw. Ja, wir konnten sehen, was mit Hauskirche auch gemeint sein kann.

Die 1. Predigt Jesu: „Kehr um und glaub an das Evangelium“ ist eine tägliche Einladung! So läutern und reinigen wir den Tempel Gottes. Zu diesem Tempel als Gebets-Haus für alle Völker gehört die ganze Erde. Vom Umweltschutz bis zur gerechteren Politik, dem Frieden stiften im Kleinen wie im Großen gehört alles dazu! Möchtest Du ein noch lebendiger Stein darin werden? Dann erlaube dem Hl. Geist, dass er Deinen Stein bearbeiten polieren darf, auch seine Spitzen und Löcher, damit Du immer besser mit vielen anderen Steinen zusammen passt. Dann lade viele andere Steine ein, dieses geistige Haus gemeinsam durch Gottes Geist bauen zu lassen. Wenn wir es alleine bauen, ist es umsonst! Gott ist der Baumeister.[/dropdown_box]

„Wandle vor mir und sei ganz“

01.11.14            1 Joh 3,1-3  /   Mt 5, 1-12

So spricht Gott zu Abraham. Ganze, heile Menschen werden. Also nicht nur älter…und vielleicht bitterer, frustrierter, sondern wirklich heil-iger. Das ist unser „Jünger-Werden-Programm“. „Ganz ganz“ sozusagen, würde Johannes Hartl sagen.[dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wie geht das? Zunächst, dass wir uns bewußt werden, wer wir mit und vor Gott sind: „Kinder Gottes“, sagt die Lesung. Und fügt hinzu: die Welt erkennt uns nicht. Ich möchte hinzufügen: wir auch oft nicht. Wir sind nicht nur Bio-Chemie, nicht nur ein höher entwickeltes Tier – das sind wir alles auch: wir sind Kinder Gottes. Unser Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes: das gibt uns ein ganz anderes Körpergefühl…und wenn wir dies immer wieder bekennen, stärkt dies auch unsere Abwehrkräfte!

Es ist wirklich heilsam, sich die Aussagen der Bibel, wer wir in Gott sind, immer wieder zu sagen: Freund, Mitarbeiter Gottes, Bundespartner.

Ja, und die Seligpreisungen zeigen uns einen Weg, einige Beispiele:

arm sein vor Gott: also sich nicht auf seine eigenen Leistungen berufen, sondern zugeben, dass wir Gott brauchen.

Keine Gewalt! Die Gewalttätigen erben tatsächlich das Land nicht, sondern es zerfällt: nach 12 Jahren, nach 40 Jahren je nachdem. Wir sind der drittgrößte Waffenexporteur. In den weltweiten Konflikten sind z.T auch unsere Waffen im Einsatz….und wir verdienen daran! Und wir wundern uns, wenn wir Waffen exportieren, dass wir dann Menschen als Flüchtlinge importieren. Wer weise ist, erkennt den Bumerang-Effekt. Jeder Flüchtling zeigt uns, dass wir in einer gemeinsamen Welt leben! Wenn wir bei uns Gruppen durch unsere Räume führen, weil sie sich für unsere Arbeit interessieren, und es sind Muslime dabei: wie schnell interessieren sie sich tiefer für uns, wenn sie mitbekommen, dass wir z.Zt. ein somalisches muslimisches Ehepaar bei uns im Kirchen-Asyl haben.

Ein reines Herz schaut Gott! Fragen wir uns und andere, die mit der Gotteserkenntnis ihre Probleme haben: wie lauter ist mein Herz? Von was muss ich es reinigen, damit ich Gott tiefer entdecken kann?

Die Friedensstifter*innen sind die wahren Kinder Gottes! In den kleinen und großen Konflikten unseres Lebens. In unseren Familien, am Arbeitsplatz, in der Weltpolitik. Wir spüren schnell, ob jemand Frieden stiftet oder Streit, Spaltung, Parteiungen. Jesus ist unser Friede: je mehr wir ihn in unser Herz lassen, desto friedvoller werden wir.

Tja und dann spricht Jesus von Beschimpfung und Verfolgung und Verleumdung – um seinetwillen. Christ*innen sind weltweit die am meisten verfolgten Menschen. Wir bekommen schon Probleme, wenn wir belächelt oder vielleicht mal gemobbt werden. Jesus sagt nicht: dann seid still, zieht euch zurück, leckt eure Wunden. Oder: dann zweifelt und klagt und schimpft. Er sagt: freut euch und jubelt! Auch das können wir nicht aus eigener Kraft: wir brauchen seinen Tröster und Beistand. Die Heiligung ist ein Partnerschaftsprogramm mit Gott: nur zusammen wird das was. Wir schaffen es nicht ohne Gott. Aber Gott macht es auch nicht ohne oder gegen uns, wir müssen es schon wollen und uns auf Ihn tiefer einlassen.

Darum zum Schluss die Seligpreisung, die für Allerseelen schon passt und überhaupt für den November: „Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“ Gott will, dass wir getröstet werden!!! Aber steh zu deiner Trauer, lass sie zu. Suche keinen falschen Trost. Viele überspielen die Trauer oder verdrängen sie. Statt aufmunternder Mittelchen bietet Gott uns die nüchterne Trunkenheit des Hl. Geistes an! Er ist der wahre Tröster. Lebe mit Ihm, sprech mit Ihm, spiel mit Ihm, hör auf Ihn, lass dich von Ihm inspirieren und leiten….und Du wirst wirklich ganz und heil.[/dropdown_box]

Verkündigung mit Macht und Hl. Geist und voller Gewissheit

19.10.14            Mt 22, 15-21  / 1 Thess 1,1-5b
„Das Werk eures Glaubens, die Opferbereitschaft eurer Liebe, die Standhaftigkeit eurer Hoffnung“                                                

Unser menschliches Leben ist voller Bedrängnisse. Aktuell ganz grausam: Ebola, Terror und Krieg und die Flüchtlingsdramen. Jesus im Evangelium wird eine Falle gestellt, mit der er später bei seiner Verhaftung konfrontiert wird. Paulus erlebt ständig Widerstände bis hin zu Misshandlungen. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Wir kennen Krankheiten, zwischenmenschliche Konflikte, Stress. Und mit dem Glauben? Wir tun uns oft schwer mit der Kirche oder der Gemeinde, haben unsere Fragen und Zweifel. Wir tun uns schwer mit der Weitergabe unseres Glaubens: Wie glaubwürdig von Gott erzählen. Kirchliche Angebote sind oft Bildungsangebote. Christen streiten oft über die richtige Lehre. Katholiken in Deutschland oft über Strukturen und wir in St. Christophorus….? Mir sagte mal ein Friedensforscher: Worüber streitet Ihr euch? An der Wichtigkeit des Themas kann man ablesen, auch welchem Niveau einer lebt.

Paulus beton heute, das Evangelium wird nicht nur mit Worten verkündet, sondern auch mit Macht und mit dem Hl. Geist und mit voller Gewissheit. Hui – das ist ein Hammer!

Volle Gewissheit – wo wir doch oft voller Zweifel sind. Je mehr positive Erfahrungen du mit Gott machst, desto stärker wird dein Glaube. Paulus spricht vom Werk eures Glaubens. Glauben ist auch ein aktives Tun, eine Entscheidung; ich will, trotz widriger Umstände, auf Gott vertrauen. Hab doch einfach mal einen Vertrauensvorschuss Gott gegenüber.

Verkündigung mit Macht: bei Jesus fällt auf, dass bei ihm immer auch Kranke geheilt wurden. Das waren keine Stammtischdialoge oder Kamingespräche, keine talkshow oder ein philosophisches Quartett: Jesus ging es um das Leben. Um positive Veränderung des Lebens. Paulus betont an anderer Stelle, unser Glaube soll sich nicht auf menschliche Weisheit stützen, sondern auf den Erweis von Geist und Kraft. Wir können z.B. beim Beten schnell spüren: Meditiert da einer nur vor sich hin oder rattert irgendwelche Gebete runter, oder betet jemand mit einer Intensität und Vollmacht, die etwas bewirkt.

Mit heiligem Geist: Ja, der Hl. Geist ist der Partner für unser Leben, der Beistand und Tröster. Mit Ihm wird unser christliches Leben frisch und bekommt drive. Das befähigt uns von innen zu einer opferbereiten Liebe und einer standhaften Hoffnung – inmitten schwieriger Umstände. Wir begegnen im Alltag ständig Hindernissen. Wenn wir lernen, mit dem Hl. Geist zu kooperieren, wächst uns die Kraft, hindurch zu kommen. Dann werden wir immer mehr auch für andere zu glaubwürdigen Zeugen unseres Glaubens. Keine Theoretiker, sondern wie ein Paulus Beispiel und Vorbild für andere. Worte sind bekanntlich Schall, doch Vorbilder reißen mit. [/dropdown_box]

Es lohnt sich, göttliche Einladungen anzunehmen

12.10.14            Phil 4,12-14.19-20 / Mt 22, 1-10                                                        

Verrückt: Es wird zur Hochzeit geladen – und keinen interessiert es.

Nun: das Bild der Hochzeit zeigt, dass Gott Liebe ist. Mehr noch, wie die Mystiker*innen betonen: Gott will mit uns die innere Vereinigung. Vinzenz Pallotti konnte den Tag nennen, als er das erlebt hatte. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]

Ja, es sind schon interessante Ausreden, nicht zur „Hochzeit mit Gott“ zu kommen. Welche kennen wir – bei uns, bei anderen?

Oder wenn wir die Diener wären, die die anderen einladen sollen – wie geht es uns damit? Eigentlich sind wir alle ja aufgefordert, andere zur „Hochzeit mit Gott“ einzuladen. Wie geht es uns damit – gerade auch wenn wir auf Desinteresse, Entschuldigungen stoßen…na, misshandelt wie im Evangelium werden wir bei uns ja nicht, höchstens belächelt oder ein bisschen gemobbt.

 Paulus in der Lesung ist ein Super-Parade-Beispiel: Er hat die Liebe Gottes erfahren: die hat ihn umgehauen, sogar erstmal blind gemacht….wie frische Liebe auch erst mal blind machen kann. Dann wurde aus diesem Misshandler der ersten Christen ein Wahnsinns-Diener, der keine Mühe gescheut hat, keinen Ärger, keine Bedrängnis, keinen Widerstand und heute in der Lesung bekennt: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.“ Übrigens schreibt Paulus diesen Brief im Gefängnis. Er ist wirklich in Gott verliebt und Gott hingegeben, denn im gleichen Brief schreibt er ja: „Freut euch im Herrn zu jederzeit.“ Als er mal mit Silas im Gefängnis war, fingen sie an, Loblieder auf Gott zu singen. Was hätten wir in der Situation gemacht? Ich hätte wohl eher gehadert, gezweifelt, geschimpft…Tja, Paulus ist weiter, er bezeugt: „Nicht mehr ich lebe (mein Ego), sondern Christus lebt in mir.“

Hochzeit, Liebe: das kann unser Gottesbild revolutionär verändern! Erneuern wir unseren Taufbund, Liebesbund mit Gott, jetzt, jeden Tag…bis wir auch bezeugen können: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.“ [/dropdown_box]