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Nord-NK Nachtcafé sagt Danke

Wir laden ein zu einem Blick ins Nord-Neuköllner Nachtcafé. Im Winterhalbjahr gibt es hier wöchentlich für arme und obdachlose Menschen ein leckeres Abendessen und eine Notübernachtung. So ein Nachtcafé ist ein berührender Schwellenraum. Wer hier klopft, überwindet oft eine innere Hemmschwellen. Zum Abendessen kommen zwischen fünfzig bis siebzig Gäste. Es kommen Menschen, die auf der Straße leben genauso wie Menschen, die noch eine Wohnung haben, aber von Armut betroffen sind. In Nord-Neukölln ist jeder Vierte armutsgefährdet[1]. Für jede Nacht brauchen wir fünfzehn Ehrenamtliche: Leute, die kochen, die Essen servieren, die an den Tischen Zuhören und ins Gespräch kommen, welche, die über Nacht bleiben und welche, die das Frühstück richten, aufräumen, Wäschewachsen und natürlich auch „Klo putzen“. Wenn sich die Türen zum Gemeindesaal öffnen, werden alle Gäste persönlich und mit Handschlag begrüßt. Für viele ist das eine Erfahrung, die sie lange nicht mehr gemacht haben. Die meisten heben mittlerweile den Kopf und erwidern den Gruß. Ein Zeichen von Vertrauen. Ein bisschen wie alte Bekannte. „Ich habe mich die ganze Woche auf den Abend gefreut!“ hören die Helfer öfter bei der Begrüßung. Für mache ist es wie Ausgehen. Einmal bedient zu werden mit einem leckeren Essen. Ein freundliches Wort, ja ein Lachen geschenkt zu bekommen. Die Helfenden sehen durch das Erlebte vieles ihrer Alltagsprobleme in einem ganz anderen Licht. Beeindruckend, wenn auch Jugendliche, beispielsweise zwei ehemalige Firmlinge, mitthelfen. Sie begegnen sich selbst ganz neu. . „Wie übertrieben und „ich-bezogen“ so manche der eigenen Sorgen ist. Worauf es im Leben eigentlich ankommt. Dankbar zu sein, dass sie genügend zu essen und ein zu Hause habe.“

Nach dem Nachtisch laden wir zu Singen und Beten in die Kirche ein – ganz freiwillig. Einige Helfende nutzen das Angebot, auch einige Gäste: die Kirche St. Richard ist wie der Gemeindesaal auch ein anziehender Schwellenraum: Kerzenlicht, Musik, Gebete. Viele gehen gestärkt raus: mit einem Leuchten in den Augen, mit mehr Ruhe, mit mehr Hoffnung.

Wir möchten allen DANKE sagen, die dazu beitragen, dass wir das Nord-Neuköllner Nachtcafé durchführen können! Wir danken alle ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen! Danke auch dem Bezirksamt von Neukölln. Wir danken der Brotfabrik für wöchentlich Brot und Kuchen. Danke der Kirchengemeinde St. Richard und dem Netzwerk Katholische Kirche Nord-Neukölln. Danke jeder noch so kleinen Spende, jedem guten Gedanken und jedem unterstützenden Gebet. Elisabeth Cieplik organisiert auch in diesem Jahr allen Einsatz. Ihr gilt ein besonderer Dank. Sie und dem Leitungsteam mit Christine Münch, Manfred und Rita Kociok, Alois Hofmann und Lissy Eichert . Wir danken besonders unseren Gästen, denen wir aufrichtig alles Gute und einen Platz zum Leben wünschen.

Wir glauben fest „Wer gibt, empfängt!“ und erbitten dazu allen den Segen Gottes. „Tschüss bis Wiedersehen im November zur nächsten Saison!“

Ihr Team vom Nord-Neuköllner Nachtcafé

[1] http://www.morgenpost.de/berlin/article138223579/Warum-jeder-fuenfte-Berliner-am-Existenzminimum-lebt.html

 

+++Das Nord-Neuköllner Nachtcafé in der Presse+++

Nachts an der Sonnenallee
von Henrik Flor
Jeden Freitagabend sorgen die Freiwilligen eines Berliner Nachtcafés dafür, dass Obdachlose eine warme Mahlzeit und einen Schlafplatz bekommen. Tatsächlich wird an dem gemeinsamen Abend noch einiges mehr geboten als volle Teller und Isomatten.
Den gesamten Artikel hier lesen:

Himmel und Erde – das Nachtcafé im rbb
Hier der Link zum Beitrag:

 

Nord-Neuköllner Nachtcafé in St. Richard

Saisoneröffnung 2014/15
„Wahrhaftig, ich sage euch, alles, was ihr für eines dieser meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, habt ihr für mich getan.“ (Mt 25,40) 

Die Wintersaison 2014 / 2015 beginnt mit dem ersten Freitag im November und endet mit dem letzten Freitag auf Samstag im März. [dropdown_box show_more=“Weiterlesen“ show_less=“Text einklappen“ start=“hide“]Viele Freiwillige helfen mit, dass das wöchentliche Nord-Neuköllner Nachtcafé mit Notübernachtung bis zu 25 Plätzen durchgeführt werden kann. Finanziert wird die Notübernachtung aus Spenden und mit Unterstützung durch das Bezirksamt Neukölln (DANKE!). So wird das Nord-Neuköllner Nachtcafé zum Anziehungspunkt, ja, zum „Nordlicht-Leucht-Turm“ nicht nur Obdachlose, sondern auch für Gäste, die unter dem Existenzminimum leben. Sie kommen gern bis 21:45 Uhr ins Nachtcafé zur Begegnung und einer warmen Mahlzeit. Essen gibt es für jeden und jede die kommt. Etwas Sorge macht uns, ob die Plätze der Notübernachtungen insgesamt reichen, weil etwa eine Einrichtung in Nord-Neukölln schließen musste. So bemühen wir uns sehr, den Bedarf einer Übernachtung jenen zukommen zu lassen, die keine Alternative haben. Viele Obdachlose verbringen milde Nächte lieber draußen, „auf Platte“. So sind noch in jedem Winter Menschen zu beklagen, die dabei erfroren sind. Der Kältehilfebus ist da ein Segen. Er sucht und sammelt Gestrandete auf, die sich bei einer Übernachtung im Freien in Gefahr begeben. Alle Angebote werden von der Kältehilfe zusammengestellt.

Nord-Neuköllner Nachtcafé in St. Richard: Jeden Freitag abend gibt es eine warme Mahlzeit. Foto: Anna S. Augustin

Langweilig ist es also nicht! Im Anliegen, jedem Gast seinen Bedürfnissen entsprechend entgegen zu kommen und respektvoll zu behandeln, ist Sicherheit im Raum ebenso wichtig wie gute, oft tröstende Worte. Eine Gebet zu Beginn der Mahlzeit trägt nicht selten zur Beruhigung bei, wenn viele Gäste einfach einen langen Tag hinter sich haben und am Ende ihrer Kräfte sind.

Mithilfe gesucht!
Im Leitungsteam kümmert sich Elisabeth Cieplik um die Einsatzpläne und Organisationsabläufe. Gemeinsam mit Christine Münch, Manfred und Rita Kociok, Alois Hofmann, Krystian Lipa und Lissy Eichert freuen wir uns über Mithilfe. Besonders für die Nachtschicht und am Morgen ab 07:00 Uhr zum Frühstück und Aufräumen könnten wir noch Unterstützung gebrauchen. Immer wieder helfen auch Jugendliche und junge Erwachsene mit. Wir freuen uns auf all die Dinge, die wir nicht machen können und die einfach positiv passieren. „Ist es nicht klasse festzustellen, dass mir selbst geholfen wird, wenn ich anderen helfe?“ staunte einmal eine Helferin.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Abendgebet um kurz nach 21 Uhr in der Kirche. So erlebt man Kirche hier in einer Vielfalt, betend und singend im Gebäude und mit Tatkraft im Gemeindesaal. Gern bezeichnen wir allen Einsatz als „Gottesdienst mit den Händen“!

Lissy Eichert UAC[/dropdown_box]