Plakat-Asyl4

„Dreikönigspreis“ für „JACK“

Berliner Bildungsstätte für Migrantinnen und Flüchtlinge ausgezeichnet

Wer hat den Preis verliehen?
Die Mitglieder des Diözesanrats der Katholiken, die Vertretung der katholischen Laien im Erzbistum Berlin. Überreicht hat den Preis der Diözesanratsvorsitzende Bernd Streich am Ende des Gottesdienstes zum Neujahrsempfang der Berliner Katholischen Kirche am 13. Januar in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte.

Der Diözesanratsvorsitzende Bernd Streich überrreicht die Urkunde zum „Dreikönigspreis“ an die Leiterin der Bildungsstätte „JACK“ Daniela Dachrodt. Mit dabei ist Susanne Eikenberg (rechts)vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst, einem der Kooperationspartner von „JACK“. Foto: Walter Wetzler.

Wofür steht der „Dreikönigspreis“?
Mit dem Preis werden jährlich, nahe dem Fest der Heiligen Drei Könige, Initiativen ausgezeichnet, die das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Religionen fördern.

Wer ist „JACK“?
Eine Neuköllner Bildungsstätte, die Migrantinnen und Geflüchtete unterrichtet. Rund 100 Frauen aus 27 Ländern besuchen derzeit bei „JACK“ Alphabetisierungs-, Deutsch- und Computerkurse. Es sind meist besonders schutzbedürftige Frauen ohne sicheren Aufenthaltsstatus, die anderweitig kaum Zugang zu Bildung haben. Sechs Dozenten und viele ehrenamtliche Partner bieten den Frauen Chancen, Beratung und Gemeinschaft. Es gibt Koch- und Nähgruppen, Tanz, Sport, Kinderbetreuung während der Kurse und viele alltagspraktische Tipps für das Leben in Deutschland.

Wofür wird die Bildungsstätte ausgezeichnet?
Mit dem Preis für Integration hebt der Diözesanrat „das Engagement aller an diesem Projekt Beteiligten, ermutigt zur Fortführung sowie zum weiteren Ausbau der Bildungsstätte“. Das sagte der Diözesanratsvorsitzende Bernd Streich bei der Verleihung.

Das Besondere an „JACK“?
„Neben Bildung bietet JACK den Frauen die notwendige emotionale Stabilität in ihren schwierigen Lebenssituation. Hier haben sie einen Ort zum Austausch, sind beschäftigt und bauen sich eine Basis fürs Leben auf“, berichtet die Leiterin der Bildungsstätte, Daniela Dachrodt.

„Jack ist ein gutes Beispiel für Vernetzung“, sagt der Pfarrer von St. Christophorus, Pallottiner-Pater Kalle Lenz. Denn „JACK“ ist Teil des Trägervereins Pallotti-Mobil. Kooperationspartner sind unter anderem die Beratungsstelle „SOLWODI“, der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, die Kirchengemeinden von Nord-Neukölln und das „Internationale Pastorale Zentrum“ in Neukölln. Unterstützung kommt seit 2015 auch vom überregionalen „Bonifatiuswerk der Katholiken“.

 „JACK“s sagen:
„Wir freuen sehr über den Preis“, betont Daniela Dachrodt. „Es zeigt uns, wie wichtig unsere Arbeit ist und dass sie wertgeschätzt wird! Der Preis macht uns im Team Mut.“ Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 1700 Euro ist hochwillkommen. „JACK“ ist auf Spenden angewiesen.

Eine Schülerin sagt: „Bei JACK bin ich einfach zuhause. Ich  lerne Deutsch, ich treffe Freunde, meine Kinder kriegen Betreuung. Wir bedanken uns bei JACK für die Mühe.“ Und eine weitere Teilnehmerin: „Mir gefällt diese Schule und ich lerne gut. Meine Lehrerin ist gut. Jeder hier ist freundlich.“

Wie ist „JACK“ entstanden?
Mitglieder der Berliner Pallottinischen Gemeinschaft und Schwestern der Comboni-Ordensgemeinschaft hatten 2012 die Vision, Frauen während der langen und belastenden Zeit der Asylverfahren eine Chance zur Weiterentwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten zu geben. Kurz darauf gelang der Start, insbesondere mit Hilfe einer Berlinerin, die ihr Erbe stiftete. Der Name „JACK“ geht auf ihren verstorbenen Sohn zurück.

Was können Sie tun?
Unterstützen Sie „JACK“! Auf www.jack-berlin.org finden Sie Informationen über die aktuell gebrauchten Hilfen und die Möglichkeit, zu spenden!

Ec/pallotti-mobil

 

 

„Menschen, die Wohl wollen“

Am 11. Oktober trafen sich Mitglieder und Gäste des ReuterForum bei einem Informationsabend zum Thema „Geflüchtete im Reuterkiez“ im Gemeindesaal von St. Christophorus. Dabei stellten Mitglieder des „Forum Asyl mit St. Christophorus“ ihre Aktivitäten vor.

Das unabhängige Bürgerforum ReuterForum besteht seit April 2016, hervorgegangen aus dem Quartiersrat. Hier treffen sich Anwohner und Akteure des Kiez rund um den Reuterplatz. Ziel ist Information, Vernetzung und Abbildung der Vielfalt im Kiez, sowie die Vertretung der Bürger gegenüber Politik und Verwaltung. Es gibt einen Blog, Newsletter, gemeinsame Aktionen und regelmäßige Veranstaltungen.

 

Kirchenasyl ist heute die vorübergehende Aufnahme von geflüchteten Menschen

als „Ultima Ratio“, die letzte mögliche Lösung oder das letzte mögliche Mittel – jenseits der Möglichkeiten. Asyl am heiligen Ort ist ein Schutz für Menschen, denen Gefahr an Leib und Leben im Falle einer Abschiebung.

Kirchenasyl sucht erneut das Gespräch mit den Behörden und eine Lösung im Einzelfall. In regelmäßigen Treffen trifft sich das Forum Asyl mit Sankt Christophorus um konkrete Unterstützungsmaßnahmen für unsere Gäste zu besprechen: Wir verbringen gemeinsame Zeit, entwickeln Lebensperspektiven, sprechen Mut und Hoffnung in hoffnungslosen Phasen zu. Gleichzeitig halten wir die Spannung aus, dass wir keine Versprechen machen dürfen, dass Kirchenasyl keine Erfolgsaussicht garantiert. Das ist die besondere Sensibilität, die auch persönliche Kraft braucht und Grenzen ziehen beinhaltet.

 

 +++Archiv+++

Kuchen essen für einen guten Zweck

Forum Asyl erhält Spende von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Mitarbeiter der Kaspar Hauser Stiftung und der Delphin Werkstätten überreichten am 12. Juli eine Spende von 403 Euro und 5 Cent für die Arbeit des Vereins Forum Asyl. Das Geld war beim Kuchenverkauf eines gemeinsamen Aktionstages der Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zusammengekommen. „Es sei klar gewesen, dass die Spende, passend zum Motto des Aktionstages an ein Flüchtlingsprojekt geht“, sagte Birgit Böhm von der Kaspar Hauser Stiftung. Sie habe Forum Asyl vorgeschlagen, „weil dort Menschen Unterstützung bekommen, die von keiner anderen Seite unterstützt werden“.
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„Wir freuen uns sehr“, sagt Nieves Kuhlmann, die das Geld für den Verein entgegennahm. „Wir finden es toll, wenn sich Projekte vernetzen und an der guten Sache arbeiten.“

Die Besucher erfuhren mehr über die Arbeit von Forum Asyl. Nicht nur bei Asylfällen sondern auch in anderen akuten Notsituationen helfen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Forums. Zwischenzeitlich lebt ein schwer an Krebs erkrankter Mann, geflüchtet aus Syrien, in der Asylwohnung. Er ist besonders schutzbedürftig, so dass der Aufenthalt in einer Turnhalle für den Erkrankten nicht zumutbar ist. Das Klinikum der Charité hatte sich mit der Bitte um Unterstützung an das Forum gewendet. Housam J. größter Wunsch ist die Zusammenführung seiner Familie, die derzeit von Griechenland aus einen Asylantrag gestellt hat.

Marcel Hesse, Mitglied des Werkstattrates, der anthroposophisch orientierten Berliner Kaspar Hauser Stiftung, erzählte vom alle zwei Jahre stattfindenden Aktionstag, an dem in diesem Jahr auch Schüler einer Willkommensklasse teilnahmen. Tjark Meyer, stellvertretender Vorsitzender des Werkstattrates der Delphin Werkstätten in Berlin-Pankow, in Trägerschaft des Sozialdienst Katholischer Frauen, berichtete von den Aufgaben eines Werkstattrates. Der Werkstattrat ist eine gewählte Vertretung der Werkstattbeschäftigten, die deren Interessen vertritt. Wünsche und Probleme werden durch ihn an die Werkstattleitung herantragen, und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Werkstatträte beider Einrichtungen arbeiten bei vielen Problemen auch zusammen. Beispielsweise  wird seit Jahren gemeinsam versucht, den Bau einer dringend benötigten Ampelanlage am gemeinsamen Standort in Pankow Buchholz durchzusetzen. scec

Die Arbeit des Forum Asyl können auch Sie mit einer Spende unterstützen:

Berliner Volksbank:
IBAN: DE90  1009 0000 5811 2260 27, BIC: BEVODEBB
Verwendungszweck: Forum Asyl mit St. Christophorus

 

Eröffnungsgottesdienst der Interkulturellen Woche 2015

„Vielfalt. Das beste gegen Einfalt.“ Hier ein paar Impressionen vom ökumenischen Eröffnungsgottesdienst der Interkulturellen Woche 2015 in der ev. St. Simeonkirche in Berlin-Kreuzberg.

 

Van Binh Tran – Das gute Ende eines wahrlich ÖKUMENISCHEN Kirchenasylfalles

von Peter Becker
Binh_KirchenzeitungNach über 5 Jahren ist es endlich geschafft:
Van Binh Tran erhielt vor wenigen Tagen durch die Berliner Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis bis zum Juni 2017, also für 3 Jahre – und ist damit auch aus- länderrechtlich in Berlin „angekommen“.

Für alle die, die in den vergangenen Jahren mit dem „Fall Binh“ zu tun hatten, hier noch einmal die Zusammenfassung der schicksalhaften Geschichte dieses jungen Mannes.
Binh kam im Februar 1994, im Alter von knapp 3 Jahren, mit seiner Mutter nach Deutschland. Zwar gab es in Berlin Verwandte der Mutter, aber nachdem ein Asylantrag gestellt wurde, erfolgte die sog. „Umverteilung“ nach Sachsen.

 

Internationaler Tag des Flüchtlings

Die Kirchengemeinde St. Christophorus und Asyl in der Kirche Berlin e.V. luden am Freitag, den 20. Juni zu einem Ökumenischen Gottesdienst mit anschließendem Empfang.  Es predigte Kardinal Woelki.
Von l.n.r.: Meko­wa­nent Yakob Michael; Bernhard Fricke, Vorsitzender von Asyl in der Kirche e.V.; Lampedusa Flüchtlinge, derzeit wohnhaft in Räumen der Caritas in der Residenzstr.; Prediger Rainer Maria Kardinal Woelki und Lissy Eichert UAC, Forum Asyl mit St. Christophorus

Foto (c) Uta Kessler